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Talgdrüsen-Tumore beim Hund

Talgdrüsen-Hyperplasie, Talgdrüsen-Adenom, Talgdrüsen-Epitheliom, Talgdrüsen-Adenokarzinom

///Talgdrüsen-Tumore beim Hund

Talgdrüsen-Tumore (Hund): Zusammenfassung

Tumore der Talgdrüsen entstehen durch eine unkontrollierte Vermehrung der Talgzellen (Sebozyten) in der Haut. Man unterscheidet zwischen der gutartigen Talgdrüsen-Hyperplasie, dem gutartigen Talgdrüsen-Adenom, dem bösartigen Talgdrüsen-Epitheliom und dem bösartigen Talgdrüsen-Adenokarzinom.

  • Häufigkeit der Erkrankung: Häufig

  • Schwere der Erkrankung: leicht bis mittelschwer

  • Vorkommen: Vor allem bei mittelalten und alten Hunden, aber auch jüngere Hunde können erkranken.

    Bei den Rassen Mini-Schnauzer, Pudel, Beagle und Cocker Spaniel können Tumore der Talgdrüsen gehäuft auftreten.

  • Ansteckungsgefahr: Nicht ansteckend für Tiere oder Menschen

  • Typische Symptome: Warzenähnlicher, rosa bis orange gefärbter Knoten in der Haut. In manchen Fällen auch nicht heilendes Geschwür.

  • Verlauf: Chronisch

  • Diagnose: Untersuchung von Zellen aus dem Knoten (Feinnadelaspiration oder Biopsie)

  • Behandlungsmöglichkeiten: Chirurgische Entfernung

  • Prognose: In der Regel gut

  • Zuständige Spezialisten: Spezialisten für Tumor-/Krebserkrankungen (Onkologie)

Beschreibung

Tumore der Talgdrüsen sind häufige Hauttumore beim Hund, die vor allem bei mittelalten und älteren Hunden vorkommen. Meist sind Talgdrüsentumore gutartig, es gibt jedoch auch bösartige Formen.

Talgdrüsen findet man überall dort, wo Haare auf der Haut wachsen. Diese Drüsen produzieren ein fetthaltiges Sekret, den sogenannten Talg. Dieser sorgt dafür, dass die Haut und das Fell mit Feuchtigkeit versorgt werden und nicht austrocknen. Außerdem bildet der Talg eine Schutzschicht gegenüber Bakterien und anderen Eindringlingen.

Bei Talgdrüsentumoren kommt es zu einer gutartigen oder bösartigen Vermehrung der Talgzellen (Sebozyten). Man unterscheidet zwischen:

Talgdrüsen-Hyperplasie

Bei ihr kommt es zu einer gutartigen Vermehrung der Talgzellen. Sie ist mit über 50% die häufigste Form der Talgdrüsen-Tumoren.

Talgdrüsen-Adenom

Genau wie bei der Hyperplasie handelt es sich hier um einen gutartigen Tumor der Talgdrüsen.

Talgdrüsen-Epitheliom

Dieses ist mit ca. 37% der zweithäufigste Talgdrüsen-Tumor. Bei dieser Tumorart kann es manchmal zu einem Rezidiv (Nachwachsen des Tumors nach der chirurgischen Entfernung) und äußerst selten zu einer Metastasierung (Streuung) in die Lymphbahnen kommen. Aus diesem Grund wird das Epitheliom als geringgradig bösartiger Talgdrüsen-Tumor eingestuft.

Talgdrüsen-Adenokarzinom

Sehr selten vorkommende bösartige Variante eines Talgdrüsen-Tumors. Meist wächst der Tumor in umliegendes Gewebe ein und ist nicht mehr gut abgrenzbar. Eine Metastasierung (Streuung) in andere Organe ist jedoch selten zu beobachten.

Die Talgdrüsen-Tumore lassen sich mit bloßem Auge nicht voneinander unterscheiden. Sie äußern sich in der Regel als haarloser, erhabener und meist warzenähnlicher oder blumenkohlartiger Knoten in der Haut. Meist ist der Tumor leicht rosa bis orange gefärbt. Die Oberfläche kann aber auch dunkel verfärbt sein und übermäßig verhornen, die Haut wird an dieser Stelle dicker und Hornhaut-ähnlich. In einigen Fällen kommt es zu einer Ulzeration, das heißt die Haut bricht auf und es entsteht ein nicht heilendes Geschwür. Bevorzugt treten die Talgdrüsen-Tumore an Kopf, Augenlidern, Gliedmaßen und Rumpf auf.

Ursachen und Risikofaktoren für Talgdrüsen-Tumore

Bisher ist kein Auslöser oder Risikofaktor für die Entwicklung eines gutartigen oder bösartigen Talgdrüsentumors bekannt.

Symptome

In vielen Fällen bereiten Talgdrüsen-Tumore dem Hund keine Beschwerden. Dem Besitzer fällt der Knoten in der Haut meist nur zufällig beim Streicheln auf. Sitzt der Tumor jedoch an einer ungünstigen Stelle – wie z.B. dem Augenlid oder der Pfote – kann sich der Hund dadurch gestört fühlen. Er wird versuchen, durch Kratzen oder Beißen, die störende Wucherung zu entfernen. Dabei passiert es nicht selten, dass der Hund den Knoten aufkratzt und aufbeißt. Die Wunde heilt dann häufig schlecht. Die Talgdrüsen-Tumore können aber oft auch von selbst ulzerieren, das heißt es kommt von alleine zu einem nicht heilenden Geschwür.

  • Sehr häufige Symptome:

    • nicht schmerzhafter, erhabener Knoten in der Haut
    • warzenähnliches oder blumenkohlartiges Aussehen
    • leicht rosa bis orange gefärbt, manchmal auch dunkel verfärbt
  • Gelegentlich auftretende Symptome:

    • verdickte oder verhornte Haut über dem Tumor
    • nicht heilendes Geschwür (Ulzeration) des Tumors
  • Selten auftretende Symptome:

    • Streuung in Lymphbahnen oder Organe (Metastasierung) beim Talgdrüsen-Epitheliom oder Talgdrüsen-Adenokarzinom

Wann sollten Sie zum Tierarzt gehen?

Findet man beim eigenen Hund einen Knoten oder Knubbel am Körper, ist dies kein Grund in Panik zu geraten. Das Tier sollte aber möglichst zeitnah bei einem Tierarzt vorgestellt werden. Ein zu langes Abwarten kann bei vielen Tumoren wertvolle Zeit kosten und die Prognose deutlich verschlechtern.

Untersuchungen und Diagnose bei Talgdrüsen-Tumoren

Wenn der Hund beim Tierarzt vorgestellt wird, stellt dieser zuerst einige Fragen um möglichst viel über die Krankengeschichte (Anamnese) des Tieres herauszufinden. So wird er beispielsweise wissen wollen, wann der Knoten das erste Mal aufgefallen ist, ob er seitdem gewachsen ist und ob noch andere Knoten am Körper aufgefallen sind. Neben einer Allgemeinuntersuchung wird der Tierarzt sich außerdem den Knoten genau anschauen und abtasten.

Nach der Untersuchung kann der Tierarzt eventuell schon einen ersten Verdacht äußern, eine Diagnose ist allein durch Abtasten aber nicht möglich. Aus diesem Grund ist eine Probenentnahme aus dem Knoten unerlässlich und sollte immer durchgeführt werden. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten:

Feinnadelaspiration

Mit einer dünnen Nadel sticht der Tierarzt in den Knoten und entnimmt dadurch Zellen, die unter dem Mikroskop untersucht werden können. So kann man bestimmen um welche Zellen es sich im Knoten handelt. Die Feinnadelaspiration ist für die meisten Hunde nicht schmerzhafter als eine Impfung oder ein Insektenstich. Meist ist dafür auch keine Narkose notwendig, außer der Knoten liegt an einer ungünstigen Stelle. Oft kann durch eine Feinnadelaspiration eine Diagnose gestellt oder ein Verdacht geäußert werden.

Biopsie

Bei der Biopsie wird ein komplettes Gewebestück aus dem Knoten entnommen und von einem Pathologen untersucht. Er kann dabei nicht nur das Aussehen einzelner Zellen, sondern auch die Struktur des Gewebes beurteilen. Mit Hilfe einer Biopsie kann fast immer eine sichere Diagnose gestellt werden. In der Regel ist jedoch eine kurze Narkose für die Probenentnahme nötig.

Behandlung von Talgdrüsen-Tumoren

Die Behandlung aller Talgdrüsen-Tumore erfolgt in der Regel chirurgisch, das heißt sie werden in einer Operation entfernt. In den meisten Fällen kann man durch eine Entfernung eine Heilung erreichen.

Bei einem Talgdrüsen-Adenokarzinom ist es wichtig, dass neben dem Tumor auch umliegendes Gewebe entfernt wird, damit keine bösartigen Tumorzellen zurückbleiben.

Bei einem gutartigen Talgdrüsen-Adenom oder einer gutartigen Talgdrüsen-Hyperplasie kann auch abgewartet und gut beobachtet werden – jedoch nur solange der Tumor den Hund nicht stört und nicht entzündet oder infiziert ist. Sobald sich ein Geschwür entwickelt, sollte möglichst zeitnah eine Entfernung erfolgen.

Manche Tierarztpraxen oder Kliniken können die Talgdrüsen-Tumore auch mit Laser-Chirurgie oder Kryotherapie (Vereisung) behandeln.

Prognose

Die Prognose bei allen Tumoren der Talgdrüsen ist in der Regel gut. Nach einer chirurgischen Entfernung gilt der Hund in der Regel als geheilt und ein Nachwachsen (Rezidiv) an derselben Stelle ist ungewöhnlich. Auch eine Streuung (Metastasierung) ist selten. Es kann jedoch sein, dass ein Hund im Laufe seines Lebens mehrere Talgdrüsen-Tumore entwickelt.

Vorbeugung von Talgdrüsen-Tumoren

Da kein Auslöser für Talgdrüsen-Tumore bekannt ist, gibt es keine speziellen Maßnahmen um deren Entwicklung zu verhindern. Das Wichtigste ist, einen Knoten in oder unter der Haut frühzeitig festzustellen und beim Tierarzt untersuchen zu lassen. So kann schnell und früh eine Diagnose gestellt und der Knoten, wenn nötig, behandelt werden. Aus diesem Grund sollte man den eigenen Hund regelmäßig am ganzen Körper auf Knoten abtasten.

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Quellen

03. Januar 2018

Von Dr. Stefanie Mallmann

2018-10-27T19:09:16+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.