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Lipom bei der Katze

Fettgewebetumor

An einem Lipom erkranken vor allem ältere Katzen, generell ist so ein gutartiges Fettgeschwulst bei der Katze aber eher selten. Die Diagnose ist recht einfach und wenn es die Katze nicht beeinträchtigt, muss ein Lipom auch nicht behandelt werden. Lesen Sie hier, wie man ein Lipom sicher von einem bösartigen Tumor unterscheiden kann.

Lipom (Katze): Zusammenfassung

  • Häufigkeit der Erkrankung: Selten

  • Schwere der Erkrankung: Leicht

  • Vorkommen: Bei älteren Katzen

  • Ansteckungsgefahr: Nicht ansteckend für Tiere oder Menschen

  • Typische Symptome: Weicher, verschieblicher Knoten unter der Haut

  • Verlauf: Chronisch

  • Diagnose: Untersuchung von Zellen aus dem Tumor (Feinnadelaspiration)

  • Behandlungsmöglichkeiten: Chirurgische Entfernung

  • Prognose: Sehr gut

  • Zuständige Spezialisten: Spezialisten für Tumor-/Krebserkrankungen (Onkologie)

Beschreibung

Ein Lipom ist ein gutartiges Geschwulst der Fettgewebszellen, den sogenannten Adipozyten. Diese vermehren sich dabei unter der Haut unkontrolliert in einer Kapsel aus Bindegewebe und bilden einen Tumor. Lipome sind bei der Katze generell eher selten, am häufigsten tritt dieser Tumor bei älteren, kastrierten Katern auf.

Weil Fettgewebszellen fast überall im Körper vorhanden sind, können auch Lipome an nahezu allen Stellen im oder am Körper entstehen. Am häufigsten findet man Fettgeschwulste jedoch an Bauch, Brust und Gliedmaßen. Sie sind in der Regel als weiche Knoten unter der Haut spürbar und können gegenüber dem umliegenden Gewebe gut abgegrenzt werden. Weil die Fettgeschwulste normalerweise nicht mit dem umliegenden Gewebe verwachsen sind, können die Knubbel meist leicht unter der Haut hin und her geschoben werden. Das Abtasten ist für die Katzen nicht schmerzhaft. Selten können sich Fettgewebstumore auch zwischen Muskeln (intermuskuläres Lipom) oder in Brust- und Bauchhöhle bilden. Lipome wachsen eher langsam, können aber beträchtliche Ausmaße annehmen.

Eine seltene Sonderform dieser Tumorart ist das sogenannte infiltrative Lipom. Es handelt sich zwar ebenfalls um einen gutartigen Tumor, dadurch dass die Fettgewebszellen jedoch in das umliegende Gewebe einwachsen und so Muskeln, Blutgefäße, Sehnen und Nerven infiltrieren, können infiltrative Lipome an Ort und Stelle sehr aggressiv sein.

Ein Liposarkom hingegen ist die „böse Variante“ eines Fettgewebetumors. Die bösartigen Liposarkome sind zum Glück äußerst selten – denn neben dem sehr aggressiven Wachstum können sie auch in Lunge, Leber, Milz oder Knochen streuen (metastasieren).

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursache für die Entstehung eines Lipoms ist bisher unbekannt. Man vermutet jedoch, dass eine genetische Komponente bei der Entstehung eine Rolle spielt, da manche Katzen mehr zu Lipomen neigen als andere. Außerdem scheint Übergewicht ein Risikofaktor für die Entwicklung eines Fettgeschwulsts zu sein.

Symptome

Beim klassischen Lipom haben Katzen in aller Regel keine Beschwerden. Ein weicher, verschieblicher Knoten unter der Haut ist meist das einzige Symptom, das der Besitzer bemerkt. Weil Lipome eher langsam wachsen, bleiben sie häufig lange unbemerkt und fallen zufällig beim Streicheln auf.

Wenn das Fettgeschwulst an einer ungünstigen Stelle wächst – z.B. in der Achsel – oder extrem groß ist, kann es die Katzen bei der Fortbewegung oder beim Liegen stören und sehr unangenehm für die Vierbeiner werden.

Infiltrative Lipome können im Gegensatz zu „normalen“ Lipomen durch das infiltrative Wachstum schmerzhaft für die Tiere sein und eine Lahmheit bei der Katze verursachen. Sie sind unter der Haut nicht abgrenzbar, sondern äußern sich eher als eine undeutliche (diffuse) Schwellung. Da es mit dem umliegenden Gewebe verwachsen ist, kann es auch nicht unter der Haut hin und her verschoben werden.

Wann sollten Sie zum Tierarzt gehen?

Einen Knoten oder Knubbel bei Ihrer Katze sollten Sie immer möglichst zeitnah bei einem Tierarzt untersuchen lassen. Denn auch wenn das Lipom ein gutartiges Geschwulst ist, gibt es viele bösartige Tumore, die Knoten in und unter der Haut hervorrufen können und ein zu langes Abwarten kann in einem solchen Fall wertvolle Zeit kosten und die Prognose verschlechtern.

Untersuchungen und Diagnose

Der Tierarzt wird neben einer Allgemeinuntersuchung auch einige Fragen zur Krankengeschichte der Katze stellen (Anamnese). Er wird z.B. wissen wollen, seit wann der Knoten aufgefallen und ob er seitdem größer geworden ist. Danach wird der Tierarzt sich den Knoten genau anschauen und abtasten.

Nach der Untersuchung kann manchmal schon ein erster Verdacht auf ein Lipom geäußert werden, eine sichere Diagnose ist durch Abtasten aber nicht möglich. Leider gibt es einige bösartige Tumore, wie z.B. ein Mastzelltumor, die einem Lipom täuschend ähnlich sehen können. Es ist deshalb sehr wichtig eine Probe aus dem Tumor zu entnehmen und die Zellen unter dem Mikroskop zu untersuchen.

Die einfachste Möglichkeit dafür ist eine sogenannte Feinnadelaspiration. Der Tierarzt pikst dabei mit einer dünnen Nadel in den Knoten und entnimmt so Zellen, die er unter dem Mikroskop untersuchen kann. Die Prozedur ist für die Katzen in der Regel nicht schmerzhafter als eine Impfung und meist ist dafür keine Narkose oder Beruhigungsspritze notwendig. In fast allen Fällen kann mit einer Feinnadelaspiration ein Lipom sicher diagnostiziert und z.B. von einem bösartigen Mastzelltumor oder Liposarkom unterschieden werden.

Hat die Feinnadelaspiration kein Ergebnis geliefert oder besteht der Verdacht auf ein infiltratives Lipom, kann eine Biopsie hilfreich sein. Bei einer Biopsie wird mit einer kleinen Stanze ein Gewebestück aus dem Tumor entnommen. Ein Pathologe kann dann nicht nur die Zellen untersuchen, sondern auch die Struktur des Gewebes. Für eine Biopsie ist aber eine kurze Narkose bzw. Beruhigungsspritze notwendig.

Behandlung

In den meisten Fällen ist keine Behandlung notwendig, da das Lipom ein gutartiger Tumor ist. Wenn der Knoten die Katze aber sehr stört, z.B. wenn er zu groß geworden ist, kann er chirurgisch entfernt werden. Mit einer Operation lassen sich die gutartigen Fettgeschwulste in aller Regel sehr gut und vollständig entfernen – ein „Rückfall“ an der operierten Stelle ist äußerst selten. Es kann aber sein, dass die Katze an einer anderen Stelle ein neues Fettgeschwulst entwickelt.

Bei einem infiltrativen Lipom hingegen ist in den meisten Fällen eine Operation notwendig. Leider neigen diese zu Rezidiven – das heißt, sie wachsen an derselben Stelle wieder nach. Hier kann eine zusätzliche Strahlentherapie sinnvoll sein.

Prognose

Bei einem klassischen Lipom ist die Prognose sehr gut. Wenn das Lipom die Tiere nicht beeinträchtigt, ist keine Behandlung notwendig.

Beim infiltrativen Lipom ist die Prognose ebenfalls gut. Häufig kommt es aber zu einem Rezidiv, das heißt der Tumor wächst nach. Durch eine frühzeitige, großflächige Operation und evtl. Bestrahlung kann der Tumor aber meist gut kontrolliert werden.

Vorbeugung

Bis heute hat man keine Möglichkeit gefunden, mit der man die Entwicklung eines Lipoms verhindern kann. Da Übergewicht ein Risikofaktor zu sein scheint, sollte man auf das Gewicht der Katze achten.

Am wichtigsten ist es jedoch, die Katze regelmäßig am ganzen Körper auf Knoten abzutasten und falls Sie einen Knubbel finden, diesen frühestmöglich beim Tierarzt untersuchen zu lassen. Denn bei allen Tumoren gilt: Je früher die Therapie, desto besser die Prognose!

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Quellen

18. August 2018

Von Dr. Stefanie Mallmann

2018-10-27T19:55:30+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.