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Mein Tier hat einen Knoten/Knubbel: Was soll ich tun?

Frage der Woche vom 12.08.2018

//Mein Tier hat einen Knoten/Knubbel: Was soll ich tun?

Frage:

Eine Frage erreicht uns ganz häufig: Wie soll ich reagieren, wenn ich bei meinem Hund oder bei meiner Katze einen Knoten oder Knubbel entdecke? Kann das ein bösartiger Tumor sein oder ist sowas eher harmlos?

Unsere Antwort:

Gleich zu Beginn: Wenn Sie bei Ihrem Tier einen Knoten oder Knubbel feststellen, ist dies erstmal kein Grund in Panik zu geraten ­– oft ist die Ursache eher harmlos, wie z.B. eine verstopfte Talgdrüse oder ein gutartiges Fettgeschwulst (Lipom).

Trotzdem ist es sehr wichtig nicht einfach abzuwarten, sondern Sie sollten mit Ihrem Vierbeiner zeitnah zum Tierarzt gehen – vor allem, wenn der Knoten schmerzhaft oder warm ist, denn auch eine Entzündung oder ein Abszess könnten der Auslöser für die Verdickung sein und sollten vom Tierarzt behandelt werden. Im schlimmsten Fall handelt es sich bei dem Knoten um einen bösartigen Tumor. Hier wäre es fatal abzuwarten, denn fast ausnahmslos gilt: Je früher die Therapie, desto besser die Prognose.

Der Tierarzt wird sich, nachdem er die Krankengeschichte des Tieres aufgenommen und eine Allgemeinuntersuchung gemacht hat, den Knoten bzw. Knubbel genau anschauen und abtasten. Manchmal kann er danach schon einen ersten Verdacht äußern – eine definitive Diagnose kann aber nicht durch reines Anschauen oder Abtasten gestellt werden, sondern ist in der Regel erst möglich, wenn der Tierarzt eine Probe aus dem Knoten entnommen und die Zellen untersucht hat.

Dafür gibt es zwei relativ einfache Methoden:

Feinnadelaspiration

Bei der sogenannten Feinnadelaspiration pikst der Tierarzt mit einer dünnen Nadel in den Knoten und entnimmt dadurch die Zellen, die später unter dem Mikroskop untersucht werden. Die Prozedur ist für die Tiere in der Regel nicht schmerzhafter als eine Impfung oder ein Insektenstich und in den allermeisten Fällen ist dafür auch keine Narkose oder Sedation notwendig. Häufig kann man mit einer Feinnadelaspiration schnell und ohne viel Aufwand zwischen einem gutartigen Knoten (z.B. Lipom, verstopfte Talgdrüse) und einem bösartigen Tumor (z.B. Mastzelltumor oder Fibrosarkom) unterscheiden.

Biopsie

Etwas aufwendiger hingegen ist eine sogenannte Biopsie. Dabei werden nicht nur einzelne Zellen, sondern ein ganzes Gewebestück aus dem Knoten entnommen. Dieses Gewebestück wird dann von einem Pathologen untersucht. Zusätzlich zum Aussehen der Zellen kann der Pathologe bei einer Biopsie auch die Struktur und den Aufbau des Gewebes beurteilen – dadurch kann auch in Fällen, in denen die Feinnadelaspiration keinen eindeutigen Befund geliefert hat, eine genaue Diagnose gestellt werden.  Im Gegensatz zur Feinnadelaspiration müssen die Vierbeiner für eine Biopsie jedoch meist eine leichte Narkose oder Sedierung bekommen.

Fazit:

Sollten Sie bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze einen Knoten finden, dann sollten Sie nicht zu lange abwarten, sondern Ihren Vierbeiner beim Tierarzt untersuchen lassen. Im besten Fall wird bei der Untersuchung etwas Gutartiges diagnostiziert – sollte die Diagnose dagegen nicht so gut ausfallen, haben Sie immerhin keinewertvolle Zeit verschwendet und somit die Prognose verbessert.

Sie möchten unseren Tierärzten gerne selber eine Frage stellen? Dann hier entlang!
2018-08-29T12:10:50+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.