AHDS (Akutes hämorrhagisches Diarrhoe-Syndrom) beim Hund
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Erkrankt ein Hund an AHDS bzw. HGE, wirkt das dramatisch – denn das typische Symptom ist plötzlicher, massiver blutiger Durchfall. Und tatsächlich ist damit nicht zu spaßen. Die betroffenen Hunde verlieren nämlich innerhalb kürzester Zeit so viel Flüssigkeit, dass sie ohne Behandlung versterben können.

Erfahren Sie hier von einer Tierärztin, was es mit dem akuten hämorrhagischen Diarrhö-Syndrom auf sich hat, wie es behandelt wird und wie die Prognose ist.

AHDS (HGE) beim Hund: Steckbrief

  • Typische Symptome: Massiver, blutiger Durchfall, Erbrechen, Mattigkeit
  • Verlauf: Akut (plötzlich)
  • Schwere der Erkrankung: Moderat bis schwer
  • Häufigkeit: Häufig, vor allem in der kalten Jahreszeit und in Großstädten
  • Vorkommen: V.a. kleine Hunderassen (Malteser, Jack Russell Terrier, Chihuahua, etc.); junge – mittelalte Hunde
  • Diagnose: Ausschlussdiagnose (Kombination aus Blut-Tests, Bauch-Ultraschall und Kot-Untersuchung)
  • Behandlung: Stationäre Behandlung (ambulant nur bei leichten Fällen möglich), Infusionen
  • Prognose: Bei entsprechender Therapie gut
  • Ansteckungsgefahr: Unklar
  • Fachgebiet: Innere Medizin

Beschreibung AHDS (HGE)

Bei AHDS (Akutes Hämorrhagisches Diarrhoe-Syndrom; früher als HGE, hämorrhagische Gastroenteritis, bezeichnet) handelt es sich um eine akute Erkrankung bei Hunden, die durch plötzlichen, massiven blutigen Durchfall und teilweise auch Erbrechen gekennzeichnet ist.

Die betroffenen Hunde verlieren innerhalb kurzer Zeit sehr viel Flüssigkeit und Elektrolyte, wodurch es schnell zu einem lebensbedrohlichem Flüssigkeitsmangel (Dehydratation) und zu einem sogenannten Volumenmangel-Schock kommen kann.

Als Folge der Darmschädigung können auch Bakterien aus dem Darm in den Körper eindringen und zu einer Blutvergiftung und zum septischen Schock führen.

Die AHDS/HGE-Erkrankung kann unterschiedlich schwer verlaufen. Typisch ist aber ein ganz plötzlicher Beginn bei vorher gesunden, unauffälligen Hunden.

Theoretisch können Hunde jeglichen Alters und Rassen an AHDS/HGE erkranken, typischerweise sind aber junge bis mittelalte Hunde kleiner Rassen betroffen.

Symptome bei AHDS (HGE)

Im Gegensatz zu „normalem Durchfall“ verläuft AHDS bzw. HGE sehr rasant – innerhalb von nur 8-12 Stunden kann es zu schweren Symptomen kommen:

Die betroffenen Hunde werden zunächst immer schlapper und hören mit dem Fressen auf. Viele Hunde erbrechen zusätzlich, mitunter auch blutig – das ist aber nicht immer der Fall. Bauchschmerzen sind ein weiteres häufiges Symptom.

Innerhalb dieser Zeit beginnt auch der Durchfall. Im Kot des betroffenen Tieres finden sich entweder gleich blutige Beimengungen oder der Durchfall ist zu Beginn von AHDS noch bräunlich und wird dann zunehmend rötlicher und schleimiger. Schließlich kommt es zu fast explosivem, blutigem Durchfall.

Durch den massiven, flüssigen Durchfall verlieren die Hunde in sehr kurzer Zeit sehr viel Flüssigkeit – und genau das ist das Hauptproblem an AHDS: die Hunde trocknen bald aus und die Kreislauf-Situation verschlechtert sich immens schnell. Daher ist rasche tierärztliche Hilfe gefordert!

Normalerweise haben Hunde eine innere Körpertemperatur zwischen 38,0-39,0°C. Aufgrund des starken Durchfalls können viele Hunde ihre Temperatur nicht halten und das Thermometer zeigt deutlich weniger als 38,0°C an. Auf der anderen Seite kann es gelegentlich aber auch zu Fieber kommen.

Ursachen und Risikofaktoren von AHDS (HGE)

Bis heute ist nicht klar, was die genaue Ursache von AHDS ist bzw. was das Syndrom auslöst.

Derzeit werden diverse mögliche Trigger (= krankheitsfördernde Faktoren) diskutiert, wie zum Beispiel Stress, Rasse, Alter, Ernährung oder aber auch eine Beteiligung von sog. Clostridien (eine Art von Bakterien).

Mögliche Faktoren bei der Entstehung von AHDS (HGE)

  • Stress: Man geht derzeit davon aus, dass ein erhöhter Stresslevel die Entstehung von AHDS begünstigen kann (z.B. Umzug, Bauarbeiten, Familienzuwachs, etc.). Eine körpereigene Überproduktion von Stresshormonen wirkt sich negativ auf die Magen-Darm-Motorik aus.

  • Rasse: Gewisse Rassen sind auffallend häufig betroffen, wie z.B. Malteser, Jack Russell Terrier, Yorkshire Terrier, Zwergspitz, Zwergpudel – um nur einige zu nennen. Generell zeigen Studien, dass es sich eher um Kleinhunderassen handelt. Dies bedeutet aber nicht, dass nicht auch andere Hunderassen oder Mischlinge erkranken können! Wenn Ihr Hund – egal welcher Rasse, Größe, Alter oder Geschlecht – die oben beschriebenen Symptome zeigt, sollten Sie unbedingt bei einem Tierarzt vorstellig werden.

  • Alter: Es sind vorwiegend junge bis mittelalte Tiere (1-7 Jahr alt) von AHDS bzw. HGE betroffen.

  • Ernährung: Es wird diskutiert, ob bei AHDS möglicherweise auch eine Überempfindlichkeitsreaktion (Typ 1 Hypersensitivität) auf Futterbestandteile eine Rolle spielen könnte.

  • Clostridium perfringens: Hierbei handelt es sich um ein Bakterium, das bei vielen Tierarten und auch beim Menschen zu akuten und schweren Durchfallerkrankungen führen kann. Viele Studien widmen sich derzeit dem Nachweis von Clostridien bei akuten Durchfallerkrankungen. Ob sie die alleinige auslösende Ursache von AHDS sind, ist allerdings noch unklar.

Untersuchungen und Diagnose bei AHDS (HGE)

Es gibt keinen Test, den der Tierarzt einfach durchführen kann, um AHDS bzw. HGE zu diagnostizieren. Stattdessen handelt es sich um eine sogenannte Ausschlussdiagnose.

Das bedeutet, dass man alle anderen gängigen Ursachen für Durchfall (wie z.B. Parasiten, Parvovirose, einen Fremdkörper oder eine Bauchspeicheldrüsenentzündung) ausschließen muss, bevor man die Erkrankung als AHDS bezeichnen darf.

Eine vollständige Untersuchung umfasst ein Blutbild (Hämatologie), eine Blutchemie (Untersuchung der Organwerte), einen Bauchultraschall und eine Sammelkot-Probe.

Eine Blutuntersuchung ist aus mehreren Gründen wichtig:

  • Um andere Ursachen von Durchfall zu finden bzw. auszuschließen
  • Um die Schwere der Erkrankung besser einschätzen zu können
  • Um eine angemessene Therapie starten zu können

Behandlung bei AHDS (HGE)

Da AHDS ohne aggressive, intensive Behandlung tödlich verlaufen kann, sind die Hunde am besten stationär in einer Tierklinik oder beim Tierarzt aufgehoben. Eine ambulante Behandlung kommt i.d.R. nur selten und bei leichten Fällen in Frage. Nach der ANZEIGE weiterlesen

Das Wichtigste ist, dass die betroffenen Hunde dann so schnell wie möglich Flüssigkeit über eine Infusion direkt in die Vene bekommen, um die schwere Austrocknung und den Schock zu bekämpfen.

Zusätzlich bekommen die von AHDS bzw. HGE betroffenen Hunde eine sog. symptomatische Therapie, also z.B. (magenfreundliche) Schmerzmittel, Mittel gegen Übelkeit und Medikamente, um die Magenschleimhaut zu schützen.

Antibiotika erhalten die erkrankten Hunde nur dann, wenn der Verdacht einer Sepsis (Blutvergiftung) besteht (u.a. entweder extrem hohe oder eine sehr niedrige Anzahl an Entzündungszellen im Blut).

In seltenen Fällen ist eine Transfusion von Blutprodukten (Plasma) notwendig.

Während der Erholungsphase sollte dann eine fettarme Schonkost gefüttert werden.

Prognose bei AHDS (HGE)

Mit einer raschen, intensiven Behandlung ist die Prognose bei AHDS bzw. HGE i.d.R. gut und den Hunden geht es nach ein bis zwei Tagen schon wieder besser.

Unbehandelt sterben dagegen leider viele Hunde.

Vorbeugung gegen AHDS (HGE)

Da die Ursachen für AHDS bzw. HGE, wie oben beschrieben, noch nicht restlos geklärt sind, gestaltet sich auch die Vorbeugung eher schwierig.

Prinzipiell sollten Sie versuchen, anfallenden Stress für Ihr Tier zu reduzieren (z.B. bei Familienzuwachs oder Bauarbeiten in der Wohnung bewusst Ruhezonen für den Hund etablieren).

Wenn Ihr Hund generell einen sehr empfindlichen Magen-Darm-Trakt hat, sollten Sie das gewohnte Futter nicht plötzlich wechseln und penibel darauf achten, dass Ihr Hund keine Tischreste etc. zu fressen bekommt.

Als weiterer möglicher Auslöser für AHDS gilt das Fressen von Schnee in der kalten Jahreszeit, ebenso wie das Ablecken der Pfoten, wenn noch Streusalz darauf ist. Versuchen Sie Ihren Hund deswegen davon abzuhalten, Schnee zu fressen und baden Sie die Pfoten nach jedem Spaziergang mit lauwarmem Wasser ab.

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