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Dürfen Hunde Nüsse fressen?

Frage der Woche vom 25.11.2018

//Dürfen Hunde Nüsse fressen?

Frage:

Mein Mann und ich essen vor allem in der Winterzeit sehr gerne Nüsse, vor allem Walnüsse. Dabei ist mir letztes Mal ein Stückchen auf den Boden gefallen und unser Hund hat sich die Nuss direkt geschnappt. Es scheint ihm wohl geschmeckt zu haben, denn jetzt steht er immer bei uns vorm Sofa und will was abhaben. Wir sind uns aber nicht sicher, ob Nüsse für Hunde gesund sind – wir wollen unserem Liebling auch nichts Ungesundes geben. Könnt ihr mir bitte beantworten, ob Nüsse ­für Hunde giftig sind.

Unsere Antwort:

Auch wir knabbern in der Winterzeit gerne Nüsse und können nachvollziehen, dass ihr Hund auch gerne etwas von dieser Leckerei abhaben möchte. Generell spricht da auch erstmal nichts dagegen und die meisten Nuss-Sorten sind für unsere Vierbeiner verträglich. Bei Walnüssen und Macadamianüssen ist jedoch Vorsicht geboten!

Besonders Macadamianüsse sind nämlich absolut tabu, da sie für Hunde extrem giftig sind. Sie enthalten sogenannte cyanogene Glykoside, die zu schweren Vergiftungserscheinungen führen und im schlimmsten Fall sogar tödlich sein können. Warum die Vierbeiner so extrem auf die cyanogenen Glykoside reagieren ist bis heute nicht geklärt, jedoch reichen bei einem mittelgroßen Hund bereits 3-4 Nüsse für eine lebensbedrohliche Vergiftung aus. In der Regel äußert sich eine Vergiftung mit Macadamianüssen durch Erbrechen, erhöhte Körpertemperatur, Koordinationsschwierigkeiten, Schwanken, Muskelzuckungen und Lähmungen. Sollte ihr Hund also Macadamianuss stibitzt haben, dürfen Sie auf keinen Fall abwarten, sondern müssen unverzüglich zum Tierarzt fahren.

Nicht ganz so dramatisch verhält es sich mit den Walnüssen. Die reifen und schalenlosen Walnüsse sind für Hunde in der Regel unbedenklich. Doch unreife Früchte oder die Schalen sind häufig von Penicillium crustosum befallen – einer Pilzart, die das Gift Roquefortin C bildet. Roquefortin C wirkt beim Hund als Nervengift und kann zu Anfällen, Erbrechen und Krämpfen führen. Wenn Sie also auf Nummer sicher gehen wollen, sollten Sie Walnüsse eher meiden.

Unbedenkliche Sorten sind hingegen:

  • Haselnüsse

  • Paranüsse

  • Pekannüsse

  • Cashewnüsse

  • Mandeln

Doch auch wenn diese Nüsse für den Vierbeiner generell geeignet und nicht giftig sind, sollten sie trotzdem nur in Maßen gefüttert werden. Denn diese Leckereien sind äußerst fettreich und enthalten viel Eiweiß. Genau wie bei uns Menschen setzen sich die zusätzlichen Kalorien schnell als hartnäckige Fettpolster fest und können zu Übergewicht führen. Achten Sie bitte außerdem darauf nur naturbelassene Nüsse zu füttern – gesalzen oder gewürzt sind sie zwar für uns schmackhaft, für unsere Vierbeiner aber gänzlich ungeeignet.

Sie möchten unseren Tierärzten gerne selber eine Frage stellen? Dann hier entlang!

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2018-12-12T16:19:29+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.