Folgt uns auf:

fellomed auf YouTube

fellomed auf Instagram

fellomed auf Facebook

 

 

Kalanchoe-Pflanzen – giftig für Katzen (und Hunde)?

Frage der Woche vom 19.08.2018

//Kalanchoe-Pflanzen – giftig für Katzen (und Hunde)?

Frage:

Ich habe Kalanchoe daigremontiana-Pflanzen (Brutblatt) zu Hause. Allerdings habe ich auch drei Katzen und frage mich jetzt, ob die Kalanchoen für sie gefährlich sind.

Unsere Antwort:

Kalanchoe blossfeldiana (flammendes Käthchen)

Flammendes Käthchen, Kalanchoe blossfeldiana (Prenn, Kalanchoe blossfeldiana var. Calandiva (2), CC BY-SA 3.0)

Kalanchoen, die zur Familie der Sukkulenten gehören, sind tolle Pflanzen für zuhause: sie erfordern nicht viel Pflege und mit ihren dicken Blättern und farbenprächtigen Blüten sind sie ein echter Blickfang. Bestimmt hat jeder Leser schon mal ein Exemplar der über 125 Kalanchoe-Arten gesehen, z.B. ein sogenanntes Flammendes Käthchen (Kalanchoe blossfeldiana) oder eine Goethe-Pflanze (Kalanchoe pinnata). Die Kalanchoe daigremontiana, auch Brutblatt genannt, ist besonders spannend, denn sie bildet an den Blatträndern lauter kleine Ableger-Pflänzchen aus, die irgendwann herabfallen und – in der Natur – dort weiterwachsen.

Als Katzen- oder Hundebesitzer sollte man zuhause allerdings lieber auf Kalanchoen verzichten – denn sie sind tatsächlich giftig für unsere Vierbeiner.

Kalanchoe daigremontiana (Brutblatt)

Kalanchoe daigremontiana (Brutblatt) (Photographer: CrazyD, 26 Octobre 2005, Bryophyllum daigremontianum nahaufnahme2, CC BY-SA 3.0)

Kalanchoen: Giftig für Hunde und Katzen

Wenn Katzen oder Hunde Kalanchoe-Blätter oder -Blüten (diese sind besonders giftig) fressen, sind Magen-Darm-Probleme wie Durchfall und Erbrechen die häufigsten Vergiftungserscheinungen. Allerdings enthalten Kalanchoen auch sog. kardiogene Glykoside (Bufadienolide) – Substanzen, die am Herzen (griechisch: Kardia) zu lebensgefährlichen Rhythmusstörungen (Arrhythmien) führen können. Im schlimmsten Fall und bei Aufnahme einer größeren Menge von Pflanzenteilen kann es bei Hunden und Katzen also auch zu Schwäche, Arrhythmien, Kollaps, Herzstillstand und damit sogar bis zum Tod kommen. Leider ist jedoch nicht bekannt, welche Menge für unsere Katzen und Hunde (lebens)gefährlich ist.

Grundsätzlich sind meines Wissens alle Kalanchoe-Arten für Hunde und Katzen giftig – also auch das Flammende Käthchen (Kalanchoe blossfeldiana) und Goethe-Pflanzen (Kalanchoe pinnata). Kalanchoe daigremontiana-Pflanzen (Brutblatt) sind für Hunde und Katzen aber besonders gefährlich – denn die herabgefallenen Miniatur-Pflänzchen können noch leichter aufgenommen werden.

Fazit

Gehen Sie lieber auf „Nummer Sicher“ und verbannen Sie Kalanchoen aus Ihrem Haus (und Garten). Falls Sie allerdings nicht auf sie verzichten möchten, sollten Sie sie unbedingt so aufstellen, dass Hunde und Katzen keinen Zugang haben – auch nicht zu herabgefallenem Pflanzenmaterial und Ableger-Pflänzchen.

Sie möchten unseren Tierärzten gerne selber eine Frage stellen? Dann hier entlang!
2018-08-29T12:09:40+00:00

Über den Autor:

Als ursprüngliche Schwäbin bin ich 2007 nach München gezogen um Tiermedizin an der LMU zu studieren. Anschließend hab ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München geschrieben – über eine neue Art der Immuntherapie bei Hunden mit Umweltallergie. Meine Lieblingsbereiche sind die Dermatologie, die Innere Medizin und Infektionskrankheiten. Ich bin stolze Dosenöffnerin für meine beiden Miezen Nini und Clyde, liebe alle Tiere (Katzen aber natürlich besonders) und habe eine Schwäche für Kuchen.