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Giftige Pflanzen für Katzen

Unser Zuhause verschönern wir alle gerne mit der ein oder anderen Zimmerpflanze oder einem schönen Blumenstrauß – das satte Grün und die schönen Blüten machen uns fröhlich und geben der Wohnung einen gemütlichen Touch. Auch auf manch felligen Mitbewohner üben Pflanzen eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus und nicht selten benutzen Katzen das Grünzeug als Spielzeug oder testen Blätter und Blüten auf deren Geschmack hin. Doch nicht immer sind die Pflanzen ungefährlich – sie können für Katzen sogar giftig sein.

Warum fressen Katzen überhaupt giftige Pflanzen?

Generell sind Katzen ja eher wählerisch und vorsichtig, wenn es um ihre Nahrung geht, und man würde vermuten, dass die Samtpfoten die giftigen und in der Regel auch wenig schmackhaften Pflanzen eher meiden – doch unter Stubentigern gibt es eben auch neugierige Exemplare, die gerne mal Zimmerpflanzen anknabbern. Vor allem unerfahrene Katzenwelpen sind durch ihren ausgeprägten Spiel- und Erkundungstrieb eher unvorsichtig und daher besonders gefährdet.

Von Natur aus fressen Katzen gerne Gras – und wenn dieses den Tieren nicht zur Verfügung steht, stillen sie ihr Bedürfnis mit anderen Grünpflanzen. Gerade bei Schnittblumen sind aber nicht nur die Pflanzen selbst giftig für die Katzen, sondern auch das Blumenwasser. Die giftigen Stoffe können nämlich auch ins Wasser übergehen und so von den Vierbeinern aufgenommen werden. Doch nicht nur das Wasser in der Blumenvase ist gefährlich, sondern auch abgestandenes oder gedüngtes Gießwasser in Untersetzern ist alles andere als bekömmlich.

Welche Pflanzen sind für Katzen giftig?

Die Liste aller giftigen Pflanzen für Katzen ist lang und aus diesem Grund haben wir hier die Top 15 der häufigsten giftigen Zimmerpflanzen für Stubentiger zusammengefasst:

  • Tulpen

  • Yucca

  • Magnolien

  • Efeu

  • Oleander

  • Gummibaumarten

  • Drachenbaum

  • Calla

  • Crysanthemen

  • Weihnachtsstern

  • Wüstenrose

  • Amaryllis/Ritterstern

  • Narzissen bzw. Osterglocken

Natürlich gibt es auch viele giftige Gartenpflanzen, wie z.B. Eibe, Buchsbaum oder Oleander, auf die man im eigenen Garten besser verzichten sollte. Gerade bei Freigängerkatzen ist es aber nicht ungewöhnlich, dass diese auch in den Nachbargärten ihre Runden drehen – hier hat man also relativ wenig Möglichkeit vorzubeugen.

Auf der Seite der American Society for the Prevention of Cruelty to Animals, kurz ASPCA genannt, finden Sie eine sehr ausführliche Liste der giftigen und auch nicht giftigen Pflanzen für Katzen und Hunde.

Wie äußert sich eine Vergiftung durch Pflanzen bei der Katze?

Weil jede Pflanze ein anderes Gift enthält, können auch die Symptome einer Vergiftung sehr unterschiedlich sein. Manche Gewächse beeinträchtigen eher den Magen-Darm-Trakt, andere wiederum das Nerven-System, das Herz-Kreislaufsystem, die Atmung oder die Nieren. Während manche Pflanzenarten nur schwach giftig sind und lediglich leichte Magen-Darm-Verstimmungen auslösen, kann bei anderen Gattungen schon eine kleine Menge für die Katze tödlich sein.

Je nachdem wie das Gift wirkt, können folgende Symptome auftreten und auf eine Vergiftung hindeuten:

  • Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen

  • vermehrtes Speicheln

  • erweiterte Pupillen

  • schwankender Gang, unkoordinierte Bewegungen, Zittern, Krämpfe, epilepsieähnliche Anfälle, Lähmungen

  • verlangsamte oder beschleunigte Herzfrequenz, Herzstillstand

  • langsame, angestrengte Atmung bis hin zum Atemstillstand

  • vermehrtes Trinken und vermehrter Urinabsatz, fehlender Urinabsatz

  • Koma

Was kann man bei einer Vergiftung tun?

Zum Glück kommen Vergiftungen durch Zimmer- und Gartenpflanzen bei der Katze eher selten vor. Haben Sie aber beobachtet, dass Ihre Samtpfote eine möglicherweise giftige Pflanze gefressen hat oder sich komisch verhält, dann sollten Sie nicht abwarten, sondern direkt zum Tierarzt fahren. Bei einer Vergiftung ist nämlich die Zeit der entscheidende Faktor und je schneller der Tierarzt eingreifen kann, desto besser stehen die Chancen für den Vierbeiner.

Sollten Sie beobachtet haben, von welchem Gewächs ihr Tier genascht hat, machen Sie am besten ein Foto oder nehmen Sie einen Teil davon mit zum Tierarzt. Dieser kann die Situation so besser einschätzen und die richtige Therapie einleiten.

Welche Pflanzen sind für Katzen unbedenklich?

Auch als Katzenliebhaber muss man nicht auf Zimmerpflanzen verzichten, denn es gibt auch eine Reihe ungiftiger Gewächse. Dazu zählen zum Beispiel Hibiskus, Rosen, Bambus, viele Orchideenarten oder Kamelien. Eine ausführliche Liste mit den für Katzen unbedenklichen Pflanzen finden Sie auf der Seite der ASPCA (American Society for the Prevention of Cruelty to Animals).

Auf jeden Fall empfiehlt es sich, einen kleinen Topf mit unbedenklichem Katzengras in der Wohnung aufzustellen  – dort können die Vierbeiner dann ihren Appetit nach Grünzeug stillen und kommen gar nicht erst in Versuchung die giftigen Pflanzen anzuknabbern.

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Quellen

12. Februar 2019

Von Dr. Stefanie Mallmann

2019-02-14T16:40:35+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.