Einer Katze Tabletten geben? Für die meisten Katzenbesitzer die reinste Qual! Nicht selten werden Therapien sogar vorzeitig abgebrochen, weil die Katze die Tabletten einfach nicht einnehmen will!

Das muss aber nicht sein. Erfahren Sie hier in unserem ultimativen und ausführlichen Ratgeber alle Tipps und Tricks aus der Praxis, wie man Katzen Tabletten geben kann – im Idealfall sogar, ohne dass es die Mieze überhaupt mitbekommt!

Katzen Tabletten geben – eine Herausforderung!

Kaum ein Katzenhalter wird wohl durchs Leben kommen, ohne seiner Katze mal eine Tablette zu geben. Egal ob Entwurmung, Antibiotikum oder ein anderes Medikament – irgendwann trifft es eigentlich jeden.

Und das kann eine echte Herausforderung sein! Als langjährige Katzenhalterin und Tierärztin kenne ich dieses Problem nur zu gut.

Anders als Hunde sind die meisten Katzen nämlich nicht so leicht zu täuschen. Wo es beim Hund oft noch reicht, die Tablette in ein Stück Wurst zu verpacken, sind Katzen wahre Meister darin, das Leckerli zu verspeisen – und das ungeliebte Medikament wieder auszuspucken.

Was also tun? Vor allem wenn es sich um eine längerfristige – oder sogar lebenslange – Behandlung handelt, möchte man den Stress schließlich möglichst geringhalten und die Tablettengabe so unkompliziert wie möglich gestalten.

Zum Glück gibt es einige Tipps und Tricks, Hilfsmittel und Versteckmöglichkeiten, die es deutlich leichter machen, einer Katze Tabletten zu geben – selbst erprobt und mit Erfolg angewandt!

Im Großen und Ganzen haben Sie drei Möglichkeiten, Ihrer Katze Tabletten zu geben:

  • Sie verstecken sie so, dass Ihre Mieze gar nicht merkt, was da passiert
  • Sie geben sie Ihrer Katze direkt ins Maul
  • Sie mahlen die Tablette und geben Sie mit etwas Flüssigkeit direkt ins Maul

Methode 1: Der Katze die Tablette „versteckt“ geben

Katze Tablette geben: Versteckideen

Es gibt viele Möglichkeiten, Tabletten zu verstecken!

Wenn die Katze gar nicht merkt, dass sie ein Medikament bekommt, ist das natürlich die ideale Lösung! Aus diesem Grund versuche ich es meistens erst mal auf diesem Weg. Leider klappt das aber nicht immer. Je nachdem, wie stark der Eigengeschmack der Tablette ist, wie groß sie ist und ob man sie mörsern darf (dazu gleich mehr) – hat man hiermit mal mehr und mal weniger Erfolg. Außerdem darf nicht jedes Medikament zusammen mit Futter verabreicht werden – klären Sie vorher also mit Ihrem Tierarzt ab, ob eine „versteckte“ Gabe mit Futter in Ordnung ist.

Um die Tablette zu „tarnen“ gibt es wieder zwei Optionen: Man versteckt sie im Ganzen oder man zermahlt sie vorher.

Tablette im Ganzen verstecken

Wenn die Tablette nicht allzu groß ist und nicht sehr unangenehm schmeckt, kann man mit dieser Variante Erfolg haben – v.a. wenn es sich um eine einmalige Gabe handelt (z.B. Entwurmung).

Worin kann man Tabletten für Katzen verstecken?

Um Tabletten zu verstecken, bieten sich verschiedene Lebensmittel und Leckerlis an, die man womöglich sowieso schon im Haus hat, z.B. ein Stück Käse oder Wiener, Hackfleisch, ein Stück Lachs oder eine Katzensalami/ein Katzenstick.

Es gibt aber auch verschiedene „Spezialleckerlis“, die extra dafür gemacht sind, Katzen Tabletten zu geben. Mit diesen klappt es meiner Ansicht nach sogar noch etwas leichter als mit Lebensmitteln und normalen Leckerlis, weil sich die Tabletten darin besser verstecken lassen. In Deutschland konnte ich bisher diese Produkte finden:

Versteckmöglichkeiten für Tabletten: Easy Pill, Pill Pockets und Pill Masker

Verschiedene „Spezialleckerlis“, die es vereinfachen können, Katzen Tabletten zu geben.

  • Easy Pill® Cat* (eine Mürbteig-ähnliche, braune Masse, die für mich nach Malz riecht; sollte möglichst wenig geknetet und erwärmt werden, um das Aroma zu erhalten; gibt es teilweise auch beim Tierarzt)
  • Greenies® Pill Pockets* (geschmeidige kleine Zylinder aus Leckerlimasse, mit einem Hohlraum, in dem die Tablette versteckt werden kann; gibt es in verschiedenen Geschmacksrichtungen, wie Lachs oder Hühnchen)
  • Tomlyn® Pill Masker* (eine etwas klebrige Paste in einem Gefäß; man entnimmt einfach die gewünschte Menge und knetet sie um die Tablette; riecht nach Speck).

Welches Produkt am besten funktioniert, ist sicherlich von der jeweiligen Katze abhängig (wir alle wissen, wie eigen Miezen sein können…). So war mein Kater beispielsweise monatelang zufrieden mit Easy Pill® (während meine Kätzin das gar nicht mochte), aktuell stehen aber die Greenies® Pill Pockets (Geschmacksrichtung Lachs) höher im Kurs. Die Greenies® Pill Pockets Hühnchen sind dagegen so gar nicht seins ist und beim Tomlyn® Pill Masker ist er sich noch nicht recht sicher…

Alle erwähnten Produkte sind aber auf jeden Fall sehr einfach und – mit leichten Einschränkungen beim Tomlyn® Pill Masker (dieser klebt etwas an den Fingern) – auch sehr angenehm in der Handhabung.

Wichtige Kriterien bei der Auswahl des passenden Verstecks:

Bei der Auswahl eines passenden Lebensmittels/Leckerlis zum Tabletten-Verstecken sollten Sie darauf achten, dass drei Kriterien erfüllt sind:

  • Ihre Katze muss wirklich wild auf das Lebensmittel/Leckerli sein. Nimmt die Katze es an sich schon eher zögernd oder nach längerem Nachdenken und Beschnuppern, wird es mitsamt Medikament ziemlich sicher nicht funktionieren.
  • Wenn es sich um ein Lebensmittel handelt, sollten Sie natürlich vorher überprüfen, dass es für die Katze nicht schädlich ist. Schokolade, Avocado und einige andere Lebensmittel sind also beispielsweise tabu.
  • Das Produkt sollte so beschaffen sein, dass Sie entweder eine kleine „Tasche“ als Versteck für die Tablette hineinschneiden können oder dass Sie sie mit dem Lebensmittel/Leckerli umhüllen können.

So geben Sie Ihrer Katze die versteckte Tablette

Haben Sie ein passendes Lebensmittel/Leckerli gefunden, schneiden Sie – wie eben schon erwähnt – entweder mit einem Messer eine kleine Tasche rein und stecken die Tablette dort hinein oder sie umhüllen die Tablette komplett mit dem Produkt.

Tablette in Spezialleckerli versteckt

Umhüllen einer Tablette mit dem Tomlyn® Pill Masker.

Je weniger die Katze die Medizin dann noch erkennen und riechen kann, desto besser. Dabei sollte das Leckerli inklusive Tablette idealerweise aber nicht so groß sein, dass die Katze es nicht am Stück und ohne es zu kauen schlucken kann.

Ist alles vorbereitet, wird es spannend:

  • Nehmen Sie die versteckte Tablette und zusätzlich einige Stücke des ursprünglichen Lebensmittels/Leckerlis.
  • Gehen Sie zu Ihrer Katze und versuchen Sie ganz entspannt zu bleiben (Katzen spüren, wenn wir nervös oder aufgeregt sind).
  • Jetzt geben Sie ihr erst mal ein, zwei Stück des unpräparierten „Versteckmaterials“. So verliert sie ihr Misstrauen und wird gierig nach mehr.
  • Schieben Sie ihr dann das Leckerli mit der versteckten Tablette unter (wenn Sie das Medikament in einer „Tasche“ versteckt haben, sollte deren Öffnung zu Ihnen zeigen) und halten ihr sofort danach wieder unpräparierte Leckerlis vor die Nase.

Idealerweise ist Ihre Katze bei diesem Vorgehen dann so wild auf die Leckerlis, dass sie die Tablette ohne groß zu überlegen schluckt.

Tipp: Manchmal sind zwei Halbe besser als eine Ganze

Tablette mit Messer teilen

Tablette teilen mit einem Messer.

Falls die Tablette groß ist, kann es Sinn machen, sie vorher zu halbieren oder zu vierteln und auf mehrere, kleine Leckerlis zu verteilen. Natürlich geht das Zerteilen mit einem scharfen Messer, es gibt aber auch spezielle Tablettenteiler*, die einem das Leben leichter machen: mit ihnen geht es schneller und die Tabletten zersplittern seltener beim Zerteilen.

Klären Sie vorher aber unbedingt mit Ihrem Tierarzt ab, ob Sie die Tabletten teilen dürfen: Manche weisen eine Beschichtung auf, die verhindert, dass die Wirkstoffe von der Magensäure zersetzt werden (Magensaft-resistente Tabletten). Durch das Zerteilen geht die Schutzschicht kaputt, so dass die Wirkung dann beeinträchtigt sein kann.

Tablette zu Pulver mahlen und mit Futter/Leckerlis mischen

Einer Katze eine Tablette zu geben ist oft deutlich einfacher, wenn man sie vorher zu einem Pulver zermahlt und dann mit etwas besonders Leckerem mischt. Der große Vorteil ist dann nämlich, dass die Katze den komischen Fremdkörper nicht „aussortieren“ kann.

Die Methode hat aber auch zwei Nachteile: Wenn das Medikament sehr widerwärtig schmeckt und riecht, wird man die Katze auch nicht mit vielen guten Worten und dem leckersten Schmackofatz-Fressen davon überzeugen, das Tablettenpulver aufzunehmen. Außerdem sind nicht alle Tabletten dazu geeignet, zermahlen zu werden. Haben sie beispielsweise einen speziellen Überzug, der sie vor der Magensäure schützen soll, geht dieser beim Mörsern natürlich verloren – im schlimmsten Fall wirkt das Medikament dann nicht mehr. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt also unbedingt vorher, ob Sie Ihrer Katze die Tablette auch als Pulver geben dürfen.

Wie zermahle ich die Tabletten für meine Katze?

Wenn Sie einen Mörser haben, können Sie das Medikament natürlich einfach darin zermahlen. Es gibt aber auch spezielle Tablettenmörser* aus Plastik, in die man die Tablette einfach hineinlegt. Dann wird der Mörser zugedreht und fertig ist das Pulver!

Worin kann ich das Tabletten-Pulver für meine Katze verstecken?

Auch hier gelten bei der Auswahl des Materials zum Verstecken wieder einige Kriterien:

  • Es sollte Ihrer Katze richtig gut schmecken
  • Das Pulver sollte sich darin auflösen oder damit mischen lassen
  • Es sollte der Katze aufgrund der Inhaltsstoffe selbstverständlich nicht schaden

Geeignet sind z.B.

So geben Sie Ihrer Katze das versteckte Tabletten-Pulver

Gemischt mit Futter/Soße
Tablette für Katze mit Futter mischen

Mit Flüssigsnacks lässt sich Tablettenpulver ganz einfach mischen!

Wenn Sie das Pulver mit etwas Futter oder Soße mischen, achten Sie darauf, dass Sie das Pulver gut unterrühren. Streichen Sie dann auch den letzten Rest Soße vom Löffel in die Schüssel bzw. auf den Teller, so dass tatsächlich das gesamte Tablettenpulver darin ist. Dann geben Sie Ihrer Katze die Mischung einfach so, wie Sie ihr auch „normales“ Futter geben würden.

Wichtig: Wenn Sie das Pulver mit flüssigen Snacks oder mit Katzenfutter mischen, sollten Sie keine zu große Menge herstellen. Frisst die Katze dann nämlich nicht alles auf, wissen Sie nicht, wieviel von der Tablette sie bereits genommen hat. Besser ist es also, wenn Sie es nur in eine kleine Portion einmischen.

Gemischt mit Pasten

Auch bei der Gabe mit Malz- oder Vitaminpasten sollten Sie selbstverständlich darauf achten, dass das Pulver gut untergemischt ist und die komplette Menge enthalten ist. Die Paste können Sie Ihrer Katze dann vom Finger oder einem Teller anbieten. Alternativ können Sie ihr die Paste auch oben auf eine Pfote schmieren – die meisten Katzen lecken sie dann ab, um sich sauber zu halten. Dies ist meiner Meinung nach aber nicht die ideale Lösung, da einem nicht alle Katzen diesen Gefallen tun – im schlimmsten Fall hat man dann eine Katze, die immer noch ihre Tablette kriegen muss – und noch dazu dreckige, klebrige Pfoten hat.

Gemischt mit Spezialleckerlis

Wenn Sie Ihrer Katze das Tablettenpulver mit den oben beschriebenen „Spezialleckerlis“ geben wollen, verkneten Sie das Pulver einfach mit einer kleinen Menge der Leckerli-Masse. Bei ganz mäkeligen Katzen oder eklig schmeckenden Medikamenten kann man dann noch die Pulver-Leckerli-Mischung mit einer dünnen Schicht Spezialleckerli umhüllen – fertig. Auch hier sollten Sie – wie bei der Gabe von ganzen Tabletten mit Leckerlis – darauf achten, dass das „Endprodukt“ nicht zu groß ist. Das Vorgehen beim Verabreichen des so präparierten Leckerlis kann dann genauso ablaufen wie oben schon beschrieben („So geben Sie Ihrer Katze die versteckte Tablette“). Manchmal kann es aber auch Sinn machen, ihr vorher nichts vom unpräparierten Spezialleckerli zu geben: Hat das Tablettenpulver nämlich einen (starken) Eigengeschmack, fällt ihr sonst vielleicht auf, dass es anders schmeckt als das Leckerli davor – und sie spuckt es wieder aus.

Methode 2: Der Katze die Tablette direkt ins Maul geben

Manchmal klappt es einfach nicht, der Katze das Medikament unterzumogeln. In einem solchen Fall – oder wenn andere Gründe gegen eine versteckte Tabletteneingabe sprechen – bleibt einem oft nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und der Katze das Medikament direkt ins Maul einzugeben.

Auch hier gibt es aber einige Tipps, die die Tablettengabe deutlich erleichtern können! Tatsächlich ist es manchmal sogar einfacher und mit weniger Stress verbunden einmal die Katze zu ihrem „Glück zu zwingen“ als ein Dutzend Mal zu probieren, ihr das Medikament versteckt unterzujubeln – irgendwann werden unsere Samtpfoten nämlich misstrauisch und verweigern jegliches Leckerli.

Will man einer Katze eine Tablette direkt eingeben, ist die richtige Technik entscheidend – dann kann die Gabe in wenigen Sekunden erledigt sein.

In diesem Video wird die Technik der direkten Tabletteneingabe bei Katzen ganz hervorragend, langsam und nachvollziehbar demonstriert:

Im nachfolgenden Text können Sie aber auch alles noch mal genau nachlesen – und ein paar zusätzliche Tipps erfahren!

Katze Tablette direkt eingeben – die richtige Grundtechnik

Damit Ihre Katze die Tablette auch wirklich schluckt, ist es wichtig, dass Sie diese nicht einfach irgendwo in ihr Maul schieben. Dann ist die Chance nämlich sehr groß, dass Ihre Katze die Tablette direkt wieder mit der Zunge aus ihrem Mäulchen herausschiebt. Stattdessen sollten Sie sie ganz hinten auf der Zunge (auf dem sogenannten Zungengrund) platzieren. Dann hat Ihre Katze fast keine andere Wahl, als das ungeliebte Medikament zu schlucken.

Am einfachsten gelingt das, wenn Sie bei der Tablettengabe zu zweit sind: einer hält die Katze fest, der andere gibt die Tablette ein. Aber auch alleine ist eine direkte Eingabe möglich. Nehmen Sie Ihre Katze dann am besten auf dem Boden zwischen die Beine (Katzenpopo zu Ihnen gerichtet), so dass der „Rückwärtsgang“ Ihrer Katze ausgeschaltet ist und Ihre Arme eine seitliche Flucht verhindern.

Wenn Ihre Katze wehrhaft ist, ihre Pfoten einsetzt oder extrem viel herumzappelt, hilft es, die Katze einzuwickeln. Legen Sie eine Decke oder ein Handtuch vor sich, setzen Sie die Katze dort drauf und wickeln Sie das Handtuch um sie herum. Im oben empfohlenen Video wird dieser „Katzenwrap“ genauer gezeigt.

Tipp: Spezielle Tabletteneingeber erleichtern die Gabe und erhöhen die Sicherheit

Tabletteneingeber um Katzen Tabletten zu geben

Spezieller Tabletteneingeber für Katzen mit weicher Spitze.

Auch wenn es natürlich möglich ist, Katzen Tabletten ohne weitere Hilfsmittel zu geben, macht man sich das Leben sehr viel leichter, wenn man dazu einen speziellen Tabletteneingeber* verwendet.

Dieser verfügt über eine flexible, weiche Spitze, in der man Tabletten und Kapseln „einspannen“ kann. Durch Druck auf den hinteren Teil (den Stempel) wird das Medikament im Maul der Katze dann wieder freigesetzt. Er funktioniert also wie eine Verlängerung der eigenen Hand und macht das Platzieren der Tablette auf dem Zungengrund der Katze sehr viel genauer, schneller, einfacher und ungefährlicher, da die eigenen Finger weitestgehend aus dem Maul der Katze draußen bleiben.

Für die direkte Medikamentengabe kann ich ihnen einen solchen Tabletteneingeber deswegen wirklich nur ans Herz legen! Wenn ich – meinen oder fremden – Katzen Tabletten direkt ins Mäulchen eingeben muss, verwende ich immer einen Tabletteneingeber – und ich vermute, dass die meisten meiner Kollegen das genauso machen. Die kleine Investition lohnt sich also auf jeden Fall!

Katze Tablette geben – so geht’s!

Halten Sie die Tablette zwischen Zeigefinger und Daumen Ihrer „starken“ Hand (bei Rechtshändern also die rechte Hand). Bei Verwendung eines Tabletteneingebers halten Sie diesen – samt eingespanntem Medikament – so in Ihrer starken Hand, dass Ihr Zeigefinger im oberen Ring liegt.

Schieben Sie nun einen Finger Ihrer „schwachen“ Hand direkt hinter dem spitzen Eckzahn in die zahnlose Lücke und öffnen Sie vorsichtig das Maul der Katze. Der Kopf Ihrer Katze sollte leicht nach oben gerichtet sein.

Katze Tablette eingeben: Die richtige Technik

In dieser Position hat man die Katze gut im Griff!

Falls Sie keinen Tabletteneingeber verwenden, drücken Sie nun mit dem Mittelfinger Ihrer starken Hand das Kinn Ihrer Katze – ebenfalls vorsichtig – nach unten und legen Sie die Tablette zügig ganz hinten auf den Zungengrund. Wichtig: Führen Sie Ihre Finger immer von vorne zwischen den Eckzähnen hindurch in das Maul Ihrer Katze ein und nicht von der Seite aus! Sonst kann es zu (unabsichtlichen) Verletzungen durch die Zähne der Katze kommen.

Sofern Sie einen Tabletteneingeber verwenden, schieben Sie diesen einfach in das Maul der Katze, so dass die flexible Spitze hinten am Zungengrund positioniert ist. Dann lösen Sie die Tablette durch Druck mit dem Zeigefinger auf den Stempel.

Sobald die Tablette auf dem Zungengrund platziert ist, lassen Sie den Kopf Ihrer Katze los und lassen sie schlucken. Sie können mit einer Spritze (ohne Nadel) etwas Wasser ins Mäulchen Ihrer Katze nachgeben, so dass sie schlucken muss (immer nur einige Tropfen auf einmal, zwischendurch immer wieder schlucken lassen). Alternativ erfüllt ein freiwillig aufgenommenes „Belohnungsleckerli“ oft aber den gleichen Zweck.

Tipp: Tablette mit etwas Butter gleitfähiger machen

Gerade große Tabletten oder Kapseln können schwierig zu schlucken sein. Indem Sie ein Ende mit ein klein wenig Butter bestreichen, können Sie es Ihrer Katze erleichtern, das Medikament abzuschlucken.

Methode 3: Die Tablette mahlen und mit Flüssigkeit direkt eingeben

Wenn es weder gelingt, Ihrer Katze die Tablette versteckt in Futter oder Leckerlis zu geben, noch sie direkt ins Maul einzugeben (z.B. weil sie sie immer wieder herausschiebt), gibt es noch eine dritte Möglichkeit: Sie mahlen die Tablette zu einem feinen Pulver und geben sie – gemischt mit etwas Flüssigkeit – über eine stumpfe Spritze direkt ins Maul Ihrer Katze ein.

Katze Tablette mit Flüssigkeit über Spritze geben-Anleitung

Die richtige Technik sorgt dafür, dass beim Mischen nichts daneben geht.

Hier ist der Vorteil, dass die Katze das Medikament weder verweigern noch aus ihrem Maul herausschieben kann. Wie oben schon beschrieben (siehe „Tablette zu Pulver mahlen und mit Futter/Leckerlis mischen“) darf allerdings nicht jede Tablette gemahlen werden. Sprechen Sie also unbedingt vorher mit Ihrem Tierarzt ab, ob die Gabe als Pulver in Ordnung ist.

Außerdem brauchen Sie für dieses Vorgehen eine Spritze – die Sie aber sicher gerne von Ihrem Tierarzt bekommen. Alternativ gibt’s aber natürlich auch Spritzen zu kaufen*.

So bekommen Sie das Tablettenpulver in die Spritze

Mahlen Sie die Tablette zu einem feinen Pulver (z.B. in einem normalen Mörser oder einem speziellen Tablettenmörser*). Sie können das Pulver nun einfach mit etwas Flüssigkeit mischen und die Mischung mit einer Spritze (ohne Nadel) aufziehen. Das Problem bei diesem Vorgehen ist, dass man es meist nicht schafft, die gesamte Flüssigkeitsmenge – und damit auch die gesamte Tablette – aufzuziehen.

Wer das vermeiden will, kann auch so vorgehen (siehe Bild; eine genaue Demonstration finden Sie auch in unserem Video ganz oben): Ziehen Sie den Stempel aus der Spritze heraus und verschließen Sie die kleinere Öffnung der Spritze mit einem Finger. Geben Sie nun das Pulver hinein (gut klappt das, wenn man ein kleines Stück Papier knickt, so dass eine Rinne entsteht; dann gibt man das Pulver auf das Papier und lässt es über die Rinne in die Spritze rieseln).

Anschließend schieben Sie den Stempel vorsichtig wieder in die Spritze rein. Sobald alles sicher sitzt (Sie hören und spüren eine Art „Einrasten“), können Sie die Spritze umdrehen (Öffnung nach oben). Schieben Sie den Stempel nun noch ein Stück nach vorne (damit Sie ihn im nächsten Schritt wieder zurückziehen können, um Flüssigkeit anzusaugen).

Ziehen Sie nun vorsichtig (damit das Pulver nicht herausfällt) ein wenig Flüssigkeit auf. Verschließen Sie die Öffnung wieder mit einem Finger und schütteln Sie die Spritze, bis sich das Pulver gut gelöst bzw. verteilt hat. Halten Sie die Spritze jetzt senkrecht (Öffnung nach oben) und entfernen Sie Ihren Finger, während Sie leicht am Stempel ziehen – sonst kann es sein, dass etwas von der Mischung herausspritzt.

Alternativ können Sie auch zuerst etwas Flüssigkeit aufziehen und dann das Pulver in die Spritze geben (so kann das Pulver beim Aufsaugen der Flüssigkeit nicht herausfallen). In diesem Fall gehen Sie so vor: Flüssigkeit aufziehen – Spritze senkrecht halten (Öffnung nach oben) und so viel Luft einsaugen, bis der Stempel in der hintersten Position ist – Finger auf obere Öffnung legen und Spritze umdrehen – Stempel entfernen – Pulver hineingeben – Stempel wieder vorsichtig einsetzen – Spritze umdrehen – gut schütteln.

Tipp: Futterbrei statt Wasser

Selbstverständlich können Sie einfach Wasser nehmen, um das Tablettenpulver einzugeben. Manchmal löst sich das Pulver aber so schlecht darin, dass es sich sofort absetzt und bei der Gabe ins Maul in der Spritze zurückbleibt. Das ist natürlich nicht so ideal.

Um das zu vermeiden, kann es helfen, eine Flüssigkeit mit mehr „Substanz“ zu verwenden. So können Sie z.B. die oben schon beschriebenen Flüssigsnacks (wie Vitakraft® Liquid Snack, Felix® FunSauces, Miamor Cat Snack) mit etwas Wasser mischen und als Träger für das Tablettenpulver nutzen. Alternativ können Sie aber auch einfach etwas Katzenfutter und Wasser mit einem Stabmixer pürieren.

Die Mischung sollte relativ flüssig sein – und fein genug, um sich gut aus der Spritze herausdrücken zu lassen. Am besten probieren Sie Ihre Mischung einmal „pur“ mit der Spritze aus, bevor Sie sie mit dem Tablettenpulver vermischen und eingeben.

Achtung: Nicht jedes Medikament darf gemeinsam mit Futter verabreicht werden. Bitte klären Sie also vorher mit Ihrem Tierarzt ab, ob Sie die Tabletten mit „Futterbrei“ geben dürfen.

So geben Sie Ihrer Katze das Tablettenpulver-Flüssigkeits-Gemisch ins Maul ein

Grundsätzlich gehen Sie so vor, wie wenn Sie Ihrer Katze eine ganze Tablette ins Maul eingeben wollen: Setzen Sie die Katze am besten auf den Boden vor sich hin – zwischen Ihre Knie – so dass ihr Popo zu Ihnen zeigt. Halten Sie mit einer Hand den Kopf Ihrer Katze so, dass sie ihn nicht wegdrehen kann und dieser leicht nach oben gerichtet ist. Mit der anderen Hand schieben Sie nun die Öffnung der Spritze hinter dem Eckzahn ein wenig ins Maul Ihrer Katze. Drücken Sie mit dem Stempel nun nach und nach die Flüssigkeit aus der Spritze heraus – immer nur ein klein wenig, zwischendurch sollten Sie Ihre Katze unbedingt schlucken lassen (dabei den Griff um den Kopf etwas lockern und ihrer Bewegung folgen).

Einige Tipps zum Schluss

Abschließend möchte ich Ihnen noch einige allgemeine Tipps zur Tablettengabe bei Katzen auf den Weg mitgeben:

  • Bleiben Sie ruhig und entspannt. Katzen spüren sofort, wenn wir selbst nervös oder aufgeregt sind und werden dann misstrauisch. Versuchen Sie also, die Tabletteneingabe als nichts Besonderes anzusehen.
  • Bleiben Sie geduldig. Wenn eine Variante nicht funktioniert hat und die Tablettengabe nicht dringend ist, machen Sie am besten eine Pause, bevor Sie die nächste Methode ausprobieren. Je mehr und länger man versucht, Katzen zu etwas zu zwingen, desto unkooperativer können sie werden.
  • Falls Sie es geschafft haben, Ihrer Katze die Tablette zu geben: Herzlichen Glückwunsch! Kontrollieren Sie aber bitte trotzdem noch mal die Umgebung der Katze, ob Sie nicht irgendwo eine angesabberte Tablette finden. Manche Katzen sind so raffiniert, dass sie sie erst nach einiger Zeit wieder ausspucken.
  • Falls es Ihnen einfach nicht gelingt, Ihrer Katze Tabletten zu geben: Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt! Verheimlichen Sie Ihm nicht, dass Sie es nicht schaffen, ihr das Medikament zu geben. Tierärzte wissen, wie schwierig es sein kann und werden Sie auf keinen Fall dafür verurteilen! Bei vielen Medikamenten gibt es aber auch andere Verabreichungsformen (z.B. Saft, Spritze), die eine besser funktionierende Alternative sein können. Um den Behandlungserfolg richtig beurteilen zu können, ist es für den Tierarzt außerdem wichtig zu wissen, ob die Tabletten überhaupt in der Katze gelandet sind.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Erfolg bei der Tablettengabe! Und falls Sie noch mehr Tipps und Tricks kennen, schreiben Sie uns gerne über das Kontaktformular eine Nachricht!

Ihre Dr. med. vet. Iris Wagner-Storz

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