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Wie häufig soll ich meinen Hund baden?

Frage der Woche vom 26.08.2018

//Wie häufig soll ich meinen Hund baden?

Frage:

Wie häufig sollte bzw. darf man seinen Hund baden? Meine Hündin wälzt sich beim Spaziergang öfters in übelriechenden Sachen und manchmal auch Kadavern. Deswegen muss ich sie ca. alle 2 Wochen baden. Ist das zu oft?

Unsere Antwort:

Leider kenne ich dieses Problem nur zu gut! Meine Hündin Lotta „parfümiert“ sich auch liebend gerne mit stinkenden Gerüchen.

Zu Ihrer Frage: Wie häufig man einen Hund baden sollte, kann man gar nicht so pauschal beantworten – wie so oft ist die Antwort: „Es kommt darauf an“. Es spielen dabei nicht nur Fellbeschaffenheit, Haltung und Verhalten eine Rolle, sondern auch gesundheitliche Aspekte, wie z.B. eine Allergie.

Vielleicht trifft es die Aussage „So häufig wie nötig, so wenig wie möglich“ am besten. Sehr häufiges Baden kann die Haut natürlich austrocknen und zu Hautirritationen, Rötungen und Schuppen führen. Wenn sich Hunde allerdings in Dreck und Schlamm wälzen, ist die Reinigung der Haut jedoch nicht nur aus geruchlichen Gründen wichtig, sondern auch um Bakterien und Hefepilzen keinen Lebensraum zu bieten. Bei Tieren mit einer Allergie und/oder Infektion der Haut mit Bakterien oder Hefepilzen ist häufiges Baden sogar Teil der Therapie. Die Behandlung mit desinfizierenden Shampoos ist bei einer Hautinfektion in den meisten Fällen sogar effektiver als eine Antibiotikatherapie.

Tatsächlich ist es weniger entscheidend wie oft man seinen Hund badet, sondern eher mit welchem Shampoo und wie. Es ist sehr wichtig ein gutes und hochwertiges Hundeshampoo zu verwenden und nicht einfach auf Menschenshampoo zurückzugreifen. Ein großer Unterschied der Hundehaut zu der des Menschen liegt nämlich im pH-Wert. Während auf der Haut von uns Menschen mit einem pH-Wert von etwa 5 ein eher saures Milieu herrscht, hat die Hundehaut einen nahezu neutralen pH-Wert (etwa 7). „Menschenshampoos“ sind daher zu sauer und würden die Haut der Vierbeiner reizen und irritieren. Weil die Hundenase deutlich empfindlicher ist als unsere, empfehlen wir außerdem auf stark duftende oder parfümierte Shampoos zu verzichten.

Neben dem richtigen Shampoo ist es aber auch sehr wichtig, dieses  gründlich auszuspülen (über 10 Minuten) – denn sonst bleiben im Fell schnell Shampooreste zurück, die zu Reizungen führen können. Um der Haut und dem Fell nach dem Waschen wieder Feuchtigkeit zurückzugeben, gibt es auch spezielle Conditioner und Hautpflegemittel für Hunde. Zusätzlich kann man auch essentielle Fettsäuren in Form von z.B. Fischöl, Schwarzkümmelöl oder Leinöl über das Futter geben (ca. 1 Esslöffel pro 10 kg Körpergewicht; Menge langsam steigern), um so die Hautbarriere von innen zu stärken.

Fazit:

Baden Sie Ihre Hündin ruhig so häufig, wie es nötig ist. Solange man das richtige Shampoo verwendet und dieses anschließend gründlich ausspült, spricht nichts dagegen, einen Hund – wenn nötig – auch häufiger zu baden. Pflegeprodukte können zusätzlich dabei helfen, die Haut gesund zu erhalten.

Sie möchten unseren Tierärzten gerne selber eine Frage stellen? Dann hier entlang!
2018-08-30T15:31:25+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.