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Flohbefall bei Hund und Katze

///Flohbefall bei Hund und Katze

Flöhe sind bei Hunden und Katzen ein häufiges Problem. Schon allein wenn man an die kleinen, blutsaugenden Parasiten denkt, juckt es die meisten Menschen schon am ganzen Körper! Leidet das Haustier an einem Flohbefall, ist es oft aufwendig und langwierig die Plagegeister wieder loszuwerden. Unser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie einen Flohbefall erkennen und wie er behandelt wird.

Lebenszyklus des Flohs

In Deutschland ist der Katzenfloh, Ctenocephalides felis felis, die mit Abstand am häufigsten vorkommende Flohspezies. Er befällt – anders als der Name vermuten lässt – nämlich nicht nur Katzen, sondern auch Hunde, Menschen und andere Säugetiere.

Flöhe sind ca. 1-4 mm kleine, braune, flügellose Insekten. Die ausgewachsenen Flöhe sitzen im Fell oder auf der Haut ihres Wirtes und ernähren sich durch Blutsaugen. In ihrem Leben (ca. 100 Tage) legt ein Floh-Weibchen etwa 2000 Eier. Die Eier fallen vom Wirtstier dort ab, wo es sich am meisten aufhält und schläft. Aus ihnen schlüpfen etwa 2 mm große Larven. Da die Floh-Larven es dunkel und ruhig mögen, ziehen sich sich in Bodenritzen/-spalten, Teppiche, Sofaritzen oder unter Möbel zurück.

Die Larven ernähren sich von Hautschuppen und Flohkot, die vom Tier zu Boden fallen. Nach wenigen Tagen verpuppen sich die Flohlarven. Aus den Puppen schlüpfen nach 5-140 Tagen die ausgewachsenen Parasiten, die bereit sind, auf das nächste vorbeikommende Tier zu springen. In ihrem Kokon können die Flöhe bis zu 140 Tage überleben und auf einen günstigen Zeitpunkt zum Schlüpfen warten.

Die ausgewachsenen Flöhe auf dem Hund oder der Katze machen also nur etwa 5 % der vorhandenen Population aus. Die restlichen 95 % setzen sich aus den Eiern, Larven und Puppen in der Umgebung zusammen.

Weil Floh-Larven relativ temperaturempfindlich sind, überleben sie im Winter nicht im Freien. In unseren beheizten Wohnräumen fühlen sich sich aber das ganze Jahr über pudelwohl.

Lebenszyklus eines Floh

Wie erkennen Sie einen Flohbefall?

Nicht selten wird ein Flohbefall erst relativ spät entdeckt. Zwar sind die kleinen, braunen Parasiten auch mit bloßem Auge sichtbar, sie können sich aber wunderbar im dichten Fell von Hund und Katze verstecken.

Den meisten Besitzern fällt zuerst ein ausgeprägtes Putzverhalten oder häufiges Kratzen und Schlecken auf. Schwarzes, krümeliges Material im Fell ist ein weiteres Anzeichen für Flohbefall. Es handelt sich dabei um den Kot der Flöhe, der sich im Fell festsetzt.

Während beim Menschen die Flohstiche auf der Haut deutlich als rote Punkte zu sehen sind, sind diese bei Hund und Katze unter dem Haarkleid kaum zu sehen. Durch das Kratzen und schlecken ist die Haut bei den Tieren aber manchmal großflächiger gerötet oder sogar verletzt.

Um einen Flohbefall sicher festzustellen gibt es eine einfache Methode:

Flohkamm

Mit einem Flohkamm ausgekämmter Flohkot. Der Kot färbt sich auf dem feuchten Tuch rötlich-braun.

Mit einem speziellen Flohkamm (im Zoofachhandel, in der Apotheke oder beim Tierarzt erhältlich) wird der Hund oder die Katze gründlich von vorne bis hinten gekämmt. Durch die eng stehend Zinken des Kammes bleiben die Flöhe und der Flohkot darin hängen.

Ob es sich bei dem ausgekämmten Material um Flohkot oder normalen Dreck handelt, ist einfach herauszufinden: Legt man das ausgekämmt Material auf ein feuchtes, weißes Küchenpapier und zerreibt es leicht, gibt der Flohkot eine rötlich-braune Farbe ab. Der Kot enthält nämlich verdautes Blut, das das Papier verfärbt. Normaler Dreck hingegen verändert sich nicht.

Hat man keinen Flohkamm zur Hand, kann man die Katze oder den Hund alternativ auch über ein feuchtes, weißes Küchenpapier stellen und das Fell darüber gut ausrubbeln. Das im Fell enthaltene Material fällt auf das Tuch und man kann testen, ob es sich beim Zerreiben rötlich-braun verfärbt.

Folgen eines Flohbefalls

Flohbefall ist für die Tiere und den Menschen nicht nur lästig, sondern auch gefährlich. Denn die Flöhe verursachen nicht nur Juckreiz, sondern sie sind auch Überträger des sogenannten Gurkenkernbandwurms (Dipylidium caninum) – ein Parasit der auch auf den Menschen übertragbar ist. Außerdem können sie Bakterien wie Rickettsien, Bartonellen oder Mykoplasmen übertragen.

Manche Hunde und Katzen reagieren auch allergisch auf Flohstiche. Bei einer sogenannten Flohspeichelallergie löst oft schon ein einziger Flohstich sehr starken Juckreiz und Hautentzündungen bei den betroffenen Tieren aus. Lesen sie hier mehr zur Flohspeichel-Allergie beim Hund.

Bei Welpen kann ein ausgeprägter Flohbefall sogar zu einer Blutarmut (Anämie) führen.

Wie behandeln Sie einen Flohbefall?

Die blutsaugenden Plagegeister wieder loszuwerden, gestaltet sich unter Umständen schwierig und aufwändig.  Bei der Behandlung müssen deshalb immer die folgenden drei Punkte beachtet werden:

1) Flöhe auf dem betroffenen Tier bekämpfen

Zur Bekämpfung von Flöhen gibt es auf dem Markt unzählige, gut verträgliche Präparate mit unterschiedlichsten Wirkstoffen – und regelmäßig kommen neue hinzu. Hier das richtige Mittel auszuwählen ist für den Besitzer oft schwierig. Am besten sollte man mit dem Tierarzt zusammen besprechen, welche Voraussetzungen das Präparat erfüllen und gegen welche Parasiten es helfen soll.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen insektiziden (töten die Flöhe ab) und repellierenden Wirkstoffen (halten die Flöhe vom Tier fern). Eine repellierende Wirkung ist meist wünschenswert, weil der Parasit den Hund oder die Katze dann erst gar nicht beißen oder stechen kann. Es gibt auch Mittel, die durch die Kombination von Wirkstoffen sowohl eine insektizide als auch repellierende Wirkung besitzen.

Je nach Wirkstoff und Zusammensetzung töten manche Mittel neben Flöhen auch andere Parasiten, wie z.B. Zecken, Mücken oder Würmer, ab. So kann man mit einem Präparat gleich gegen mehrere Plagegeister vorgehen.

Neben den Wirkstoffen unterscheiden sich die Präparate vor allem in der Form der Anwendung:

  • Spot-On: Diese Mittel werden so genannt, weil sie an einer oder mehreren Stellen (Spots) direkt auf die Haut der Tiere aufgetragen werden. Meist ist das zwischen den Schulterblättern, weil der Hund oder die Katze es dort nicht abschlecken kann. Von dort verteilt sich die Flüssigkeit über den ganzen Körper oder wird über die Haut aufgenommen. Bei den meisten Präparaten hält die Wirkung etwa 4 Wochen an. Damit das Mittel nicht direkt wieder abgewaschen wird, sollte der Hund oder die Katze nach dem Auftragen zwei Tage lang nicht gebadet werden oder schwimmen gehen.
  • Tabletten: Alternativ gibt es auch verschiedene Tabletten, die zur Behandlung von Flohbefall eingesetzt werden. Schon kurz nach der Verabreichung werden die Flöhe beim Blutsaugen abgetötet. Die Wirkdauer ist je nach Tablette und Wirkstoff unterschiedlich. Manche Präparate wirken bis zu 3 Monate lang und töten die Flöhe auf dem Tier schnell und wirksam ab. Weil bei den Tabletten der Wirkstoff aber nicht auf die Haut aufgetragen wird, werden die Parasiten nur bei einem Biss abgetötet. Sie haben also keine repellierende Wirkung.
  • Halsbänder: Es gibt verschiedene Anti-Floh-Halsbänder mit insektizider oder repellierender Wirkung über einen längeren Zeitraum (meist mehrere Monate). Sie eignen sich vor allem zur Vorbeugung eines Flohbefalls. Bei einem starken Befall oder bei Flohspeichel-allergischen Hunden kann die Wirkung jedoch manchmal nicht ausreichend sein.
  • Shampoos: Der Nutzen von Anti-Floh-Shampoos ist fraglich. Zwar töten sie die Parasiten auf dem Hund oder der Katze zuverlässig ab, die Anwendung ist aber aufwendig (15 min Einwirkzeit) und die Wirkung hält nicht über einen längeren Zeitraum an.

Mehr zu den einzelnen Wirkstoffen der Parasitenmittel können Sie in der offiziellen „Leitlinie Verhinderung der Erregerübertagung durch blutsaugende Parasiten beim Hund“ von 2007 nachlesen. Die neuesten Wirkstoffe fehlen in dieser Leitlinie jedoch leider.

2) Alle Kontakttiere im Haushalt mitbehandeln

Für eine erfolgreiche Flohbekämpfung ist es unerlässlich, dass alle im Haushalt lebenden Kontakttiere ebenfalls mit einem geeigneten Mittel gegen die Parasiten behandelt werden. Ansonsten infizieren sich die Tiere immer wieder neu und die ganze Arbeit war umsonst.

3) Flohstadien in der Umgebung abtöten

Am aufwendigsten ist es, die Umgebung von allen Flohstadien (Flöhen, Larven und Floheiern) zu befreien. Da sich aber 95% der Flohpopulation in der Umgebung des Tieres aufhalten und nicht auf dem Hund oder der Katze, ist eine Umgebungsbehandlung unerlässlich.

Der erste Schritt ist eine gründliche Reinigung der Bereiche in denen sich das Tier aufhält. Alle Teppiche, Sofas und Sessel sollten täglich sorgfältig abgesaugt werden. Den Staubsaugerbeutel sollte man direkt entsorgen. Am besten in einer Plastiktüte, da sonst die aufgesaugten Eier oder Larven aus dem Beutel entkommen können.

Decken, Kissen oder ähnliches sollten einmal wöchentlich bei mindestens 60 °C gewaschen werden. Alternativ dazu kann man die Sachen auch einfrieren um die Flohbrut abzutöten. Und was nicht unbedingt gebraucht wird, am besten direkt entsorgen.

Zusätzlich ist es ratsam auch spezielle Sprays oder Vernebler/Fogger zur Umgebungsbehandlung einzusetzen. Die darin enthaltenen Wirkstoffe hindern die Flohstadien daran sich zu entwickeln. Der Tierarzt hilft ihnen dabei, ein geeignetes Produkt auszuwählen. In ganz schlimmen Fällen kann es notwendig sein, einen professionellen Schädlingsbekämpfer zu Rate zu ziehen.

Vergessen Sie bei der Umgebungsbehandlung auch Orte wie Auto, Garage, Balkon, Zwinger, Terrasse oder andere Bereiche nicht, an denen sich das betroffene Tier aufhält.

Wie können Sie einem Flohbefall vorbeugen?

Besonders gefährdet für einen Flohbefall sind Hunde, die häufig mit vielen anderen Hunden Kontakt haben oder viel im Unterholz stöbern – denn nicht selten sind Igel die Überträger der blutsaugenden Plagegeister.

Die sicherste Flohprophylaxe erreicht man durch die regelmäßige Anwendung der oben beschriebenen Antiparasitenmitteln.

Neben den kommerziellen Antiparasitenmitteln schwören viele Besitzer auf alternative „Hausmittel“ wie Knoblauchpulver, Kokosöl oder Schwarzkümmelöl. Allerdings gibt es leider keine wissenschaftlichen Studien zu deren Wirksamkeit. Teebaumöl sollte aber auf keinen Fall bei Tieren angewendet werden. Bereits geringe Mengen davon sind vor allem für Katzen hoch giftig.

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Quellen

09. Februar 2018

Von Dr. Stefanie Mallmann

2018-10-27T21:08:38+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.