Knoblauch, Zwiebel, Schnittlauch & Co: Giftig für Hunde und Katzen

Zwiebeln und Knoblauch: für viele leckere Gerichte ein Muss! Für unsere Haustiere sind die Lauchgewächse aber giftig! Erfahren Sie hier von einer Tierärztin, was die Folgen einer Vergiftung mit Lauch, Zwiebeln und Co sind und wie Sie sich im Ernstfall verhalten sollten.

Dürfen Hunde und Katzen Schnittlauch, Zwiebeln, Knoblauch und Co fressen?

So wohlschmeckend sie auch sind: Knoblauch, Zwiebeln, Schnittlauch und Co sind für Hunde und Katzen nicht geeignet – egal, ob frisch, getrocknet, als Pulver oder gekocht.

Denn genau wie z.B. Lauch/Porree, Schalotten, Bärlauch und Schnittlauch sind sie Lauch-Arten, die für unsere Haustiere allesamt giftig sind.

Allerdings gilt wie immer: die Dosis macht das Gift. Falls Ihre Katze oder ihr Hund ein kleines Stück Ihres mit Zwiebeln und Knoblauch zubereiteten Abendessens stibitzt, müssen Sie also nicht sofort zum Tierarzt aufbrechen.

Andererseits sollten Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch und Co auch nicht auf dem (regelmäßigen) Speiseplan Ihres Vierbeiners stehen – auch nicht als vermeintlich sicheres Hausmittel gegen Zecken, Flöhe und Würmer!

Außerdem sollten Sie selbstverständlich darauf achten, dass Ihr Tier nicht versehentlich eine größere Menge erwischt.

Wieso sind Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch und Co giftig für Hunde und Katzen?

Die beliebten Lauch-Arten enthalten einen Stoff, der vereinfacht gesagt die roten Blutkörperchen in unseren Hunden und Katzen angreift – und so letztlich zu ihrer Zerstörung führt. Die Folgen sind eine sog. hämolytische Anämie (Blutarmut) und damit eine Behinderung des Sauerstofftransports im Blut.

Außerdem entstehen bei der sog. intravasalen Hämolyse der Erythrozyten Abbauprodukte, die in großen Mengen – wie sie bei einer Vergiftung mit Lauch-Arten vorkommen – die Nieren schädigen können.

Welche Mengen Knoblauch, Zwiebeln und Co sind giftig für Hunde & Katzen?

Grundsätzlich gilt bei Hunden und Katzen, dass schon 5 g Zwiebeln oder Knoblauch pro kg Körpergewicht zu Vergiftungs-Symptomen führen können.

Bei einem 10 kg schweren Hund entspricht das etwa einer mittelgroßen Zwiebel, während für eine 4 kg schwere Katze schon eine mittlere Schalotte ein Problem darstellt (siehe Bild).

Und zum besseren Einordnen: eine ordentliche Knoblauchzehe – wie auf dem Foto – wiegt etwa 6 g.

Wie eingangs schon erwähnt, sind Zwiebeln, Knoblauch und Co allerdings in jeder Form giftig – egal, ob roh, gekocht, getrocknet oder in Pulverform.

Und dabei sind die letzten beiden Formen sogar besonders problematisch: durch den Entzug des Wassers liegt der giftige Inhaltsstoff nämlich in konzentrierter Form vor. So entspricht 1 Teelöffel Knoblauchpulver 8 frischen Zehen!

Dementsprechend erreicht man bei einem 10 kg schweren Hund schon mit einem einzigen Teelöffel Knoblauchpulver die toxische Dosis, bei einer Katze sogar schon mit weniger als einem halben Teelöffel.

Achtung:

Katzen sowie Shiba Inus und Akita Inus reagieren besonders empfindlich auf Lauch-Arten!

Zwiebel, Schalotte, Knoblauch im Vergleich: giftig für Hunde und Katzen

Was sind die Symptome einer Knoblauch-/Zwiebel-/Schnittlauch-Vergiftung bei Hunden und Katzen?

Wie bei den meisten Vergiftungen kann es nach der Aufnahme von Schnittlauch, Zwiebel und Co zu Verdauungsproblemen kommen – also Appetitlosigkeit, Speicheln, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall.

Charakteristisch sind aber die Folgen der Blutarmut: blasse Schleimhäute, eine erhöhte Atem- und Herzfrequenz sowie Schwäche und Depression.

Durch die Abbauprodukte der roten Blutkörperchen kann auch es zu einer Gelbsucht (Ikterus) mit gelblicher Haut und Schleimhäuten kommen; der Urin kann außerdem rötlich verfärbt sein (rötlicher Urin beim Hund/bei der Katze).

Zusätzlich trinken und pinkeln manche Hunde und Katzen besonders viel oder haben einen schwankenden/taumelnden Gang.

Dabei können die Symptome bereits einige Stunden nach der Aufnahme von Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch und Co auftreten, aber auch erst verzögert nach einigen Tagen (ca. 1-5 Tage).

Was tun, wenn mein Hund/meine Katze Schnittlauch/Knoblauch/Zwiebeln/Lauch gefressen hat?

Hat Ihr Hund oder Ihre Katze eine problematische Menge Schnittlauch, Zwiebeln, Knoblauch, o.ä. gefressen, gilt wie bei jeder Vergiftung: so schnell wie möglich zum Tierarzt.

Es gibt leider kein konkretes Gegenmittel gegen Lauch und Co. Innerhalb der ersten 1-2 Stunden nach der Aufnahme kann der Tierarzt Ihren Vierbeiner aber erbrechen lassen, so dass hoffentlich der Großteil der problematischen Lauch-Art wieder ausgeschieden wird.

Auch Aktivkohle kann u.U. dabei helfen, die giftigen Inhaltsstoffe zu binden. Je nachdem wie es Ihrem Tier geht, kann außerdem eine mehr oder weniger intensive Behandlung mit Infusionen oder sogar Bluttransfusionen nötig sein.

Die Prognose ist mit adäquater Behandlung aber glücklicherweise i.d.R. gut.

Wie kann ich eine Vergiftung mit Schnittlauch/Knoblauch/Zwiebeln bei meiner Katze/meinem Hund verhindern?

So wohlschmeckend Zwiebeln, Knoblauch und Co auch sind: im Futter unserer Hunde und Katzen haben sie nichts zu suchen – auch nicht als Zecken-, Floh- oder Wurmmittel.

Seien Sie auch vorsichtig, dass Ihr Vierbeiner keinen Zugang zu Ihren Essensresten hat und verstauen Sie Knoblauch- und Zwiebelpulver tiersicher.

Falls Ihr Hund oder Ihre Katze gerne an Pflanzen knabbert: Schnittlauch, aber auch die Blätter von Zwiebeln und Knoblauch, können schnell mit (Katzen-)Gras verwechselt werden. Achten Sie in einem solchen Fall also darauf, dass Ihr Vierbeiner nicht an die vermeintlich leckeren Pflanzen kommt.

Zur typischen Bärlauch-Zeit sollten Sie bei Spaziergängen außerdem aufpassen, dass Ihr Tier nicht an der saisonalen Spezialität knabbert.

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