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Welche Katzen eignen sich für Allergiker?

Frage der Woche vom 18.02.2018

//Welche Katzen eignen sich für Allergiker?

Frage: Ich bin leider seit meiner Kindheit allergisch gegen Katzen, möchte aber eigentlich nicht länger auf einen Stubentiger in meinem Leben verzichten. Gibt es Katzenrassen die sich für Allergiker eignen?

Unsere Antwort:

Da die Katzenallergie zu den häufigsten Allergieformen zählt, wird die Frage nach Katzen für Allergiker – sogenannten hypoallergenen Katzenrassen – häufig gestellt. Um aber beantworten zu können, ob es solche hypoallergenen Katzen gibt, muss man sich zuerst die Frage stellen: Was an der Katze löst denn überhaupt die Allergie beim Menschen aus?

Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass die Katzenhaare der Auslöser der Allergie sind. Tatsächlich ist der Übeltäter aber ein Protein im Speichel und Talgdrüsensekret der Katzen. Die wissenschaftliche Bezeichnung dieses Allergens lautet Fel d 1. Fel d steht für Felis domesticus, der lateinische Name für Hauskatze, und da es das erste gefundene allergische Protein bei der Katze war, wurde die Zahl 1 hinzugefügt. Fel d 1 ist bei bis zu 90 % der Katzenallergiker für die Symptome verantwortlich. Das Protein verteilt die Katze beim Putzen auf dem Fell und – wenn sie haart – dadurch zwangsläufig auch im gesamten Wohnraum.

Eine hypoallergene Katze müsste also gar kein oder weniger Fel d 1 als eine „normale“ Katze produzieren oder weniger Haare verlieren. Einigen Katzenrassen – wie Cornish Rex, Devon Rex, Sibirische Katze, Balinese und Sphynx – werden diese Eigenschaften immer wieder nachgesagt. Wissenschaftlich bewiesen ist dies aber nicht.

Dagegen wurde in Studien festgestellt, dass weibliche Tiere weniger Fel d 1 produzieren als männliche und dass die Kastration bei Katern zu einer verminderten Ausscheidung des Allergens führt.

Manche Katzen scheiden also tatsächlich weniger allergenes Protein aus als andere. Abhängig ist das aber von dem individuellen Tier und weniger von der Rasse. Es gibt deshalb nicht die eine hypoallergene Katzenrasse, sondern jede Katze kann potentiell hypoallergen sein und wenig Fel d 1 ausscheiden. Den perfekten Stubentiger für Allergiker zu finden, ist deshalb ein bisschen wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Bevor Sie sich also für eine Katze entscheiden, sollten Sie davor so viel Zeit wie möglich mit dem potentiellen Mitbewohner verbringen und testen wie Sie auf ihn reagieren. Denn ist die Samtpfote erstmal eingezogen, ist es für beide Seiten schwer sich wieder zu trennen.

Wenn Sie beim Zusammenleben einige einfache Verhaltensweisen und Regeln beachten, kann das ebenfalls dabei helfen, die allergischen Symptome so gering wie möglich zu halten:

  • Regelmäßiges und häufiges Reinigen von Möbeln und Böden; am besten mit einem speziellen Allergiker-Staubsauger

  • Teppiche in den Wohnräumen so stark wie möglich reduzieren

  • Möbel am besten aus Leder oder Kunstleder

  • Die Schlafräume sollten für die Katze tabu sein

  • Spezielle Luftreiniger für Allergiker in den Wohnräumen aufstellen

  • Nach dem Kontakt mit der Katze nicht in Gesicht und Augen fassen, direkt danach Hände waschen

  • Kleidung nach dem Kontakt mit der Katze wechseln

  • Wenn es die Katze zulässt, kann regelmäßiges Baden die Allergenbelastung auf dem Tier reduzieren

Zusammengefasst würden wir Ihnen also dazu raten, nach einer Kätzin oder zumindest einem kastrierten Kater Ausschau zu halten und den Kandidaten vorher oft genug zu besuchen, um zu schauen wie Sie reagieren. Wenn Sie dann noch die Verhaltensweisen (bezüglich Reinigung und Einrichtung) beachten, besteht Hoffnung, dass bald ein tierischer Mitbewohner bei Ihnen einziehen kann!

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Antwort helfen konnten und drücken Ihnen die Daumen, dass Sie bald eine geeignete Katze finden!

Sie möchten unseren Tierärzten gerne selber eine Frage stellen? Dann hier entlang!
2018-06-08T11:27:45+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.