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Wie schwitzen Katzen und Hunde eigentlich?

Frage der Woche vom 29.07.2018

//Wie schwitzen Katzen und Hunde eigentlich?

Frage:

Können Katzen und Hunde eigentlichen schwitzen bzw. wie regeln sie ihre Körpertemperatur? Diese Frage hören wir immer wieder von Freunden und Bekannten. Bei den derzeitigen Temperaturen haben wir uns gedacht, dass sich diese Frage bestimmt auch viele andere Tierbesitzer stellen und deshalb wollen wir uns damit in der heutigen Frage der Woche beschäftigen.

Unsere Antwort:

Um im Sommer mit den hohen Temperaturen zurechtzukommen, hat unser Körper eine effektive Strategie entwickelt – wir schwitzen. Die meisten von uns empfinden das zwar als unangenehm, tatsächlich ist Schwitzen für unseren Körper aber gerade im Sommer überlebenswichtig. Denn wenn ein Teil des Schweißes verdunstet, entzieht das der verbleibenden Flüssigkeit Wärmeenergie und kühlt dadurch die Hautoberfläche und darunterliegende Blutgefäße.

Hunde und Katzen können aber nicht in dem Maße schwitzen wie wir. Im Gegensatz zu uns Menschen besitzen sie nämlich nur sehr wenige Schweißdrüsen. Bei unseren Vierbeinern sitzen die Schweißdrüsen fast ausschließlich an der unbehaarten Haut der Pfotenballen und im Zwischenzehenbereich. Erkennen kann man das manchmal an den feuchten Pfotenabdrücken, die sie im Sommer auf dem Boden hinterlassen. Vermutlich sind die Schweißdrüsen bei Hund und Katze nicht primär für die Thermoregulation vorhanden, sondern um den Ballen Griffigkeit zu verleihen und um Duftstoffe abzusondern, die die Umgebung markieren.

Doch wenn Hunde und Katzen nicht wirklich schwitzen können, welche Mechanismen nutzen sie dann um im Sommer nicht zu überhitzen und ihre Körpertemperatur konstant halten?

Hunde regeln ihre Körpertemperatur größtenteils über das Hecheln. Beim Hecheln steigt die Atemfrequenz an (bis zu 300 Züge pro Minute) und führt dazu, dass viel Luft über die Nase ein- und über das Maul wieder ausströmt. Die Feuchtigkeit auf den Schleimhäuten in der Nase und im Maul verdunstet dabei und es entsteht genau wie beim Schwitzen Verdunstungskälte. Die unter den Schleimhäuten liegenden Blutgefäße werden dabei gekühlt und die Körpertemperatur so gesenkt.

Die Oberfläche der Nasenschleimhaut ist beim Hund in ganz viele Falten gelegt und extrem groß (bis zu 200 Quadratzentimeter). Dadurch kann viel Feuchtigkeit verdunsten und so genügend Verdunstungskälte entstehen, um den Hund meist ausreichend zu kühlen. Bei sogenannten brachyzephalen Rassen, also extrem kurzschnäuzigen Hunden (wie z.B. Mops oder Französische Bulldogge), ist die Oberfläche der Nasenschleimhaut durch die Deformation des Schädels deutlich geringer. Aus diesem Grund haben solche Rassen extreme Probleme ihre Körpertemperatur im Sommer niedrig zu halten und erleiden deshalb sehr schnell einen Hitzschlag.

Bei Katzen ist die Sache ein wenig anders: Sie hecheln nämlich im Normalfall nicht um sich bei Hitze abzukühlen. Wenn Katzen hecheln steckt meist ein Problem dahinter: z.B. eine Erkrankung, Schmerzen, großer Stress oder eine drohende Überhitzung. Wenn sich das Hecheln nicht legt, nachdem Sie die Katze an einen kühlen Ort gebracht haben, sollten Sie deswegen einen Tierarzt konsultieren.

Als Alternative zum Schwitzen lecken sich Katzen mit der Zunge das Fell ab, um es zu befeuchten. Durch das Verdunsten des Speichels tritt das gleiche Phänomen wie beim Schwitzen ein: die Verdunstungskälte kühlt die Katze ab.

Weil Hunde und Katzen also nicht wie wir schwitzen können, ist es für unsere Vierbeiner vor allem bei extremer Hitze schwierig ihre Körpertemperatur niedrig zu halten. Aus diesem Grund müssen wir ihnen manchmal bei der Abkühlung helfen und sollten sie nie unnötig hohen Temperaturen aussetzen (z.B. im Auto).

Tipps, wie Sie bei Ihrer Katze für Abkühlung sorgen können und wie Sie eine Überhitzung erkennen, finden Sie hier.

Sie möchten unseren Tierärzten gerne selber eine Frage stellen? Dann hier entlang!
2018-08-29T12:12:19+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.