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Braucht mein Hund im Winter einen Mantel?

Frage der Woche vom 16.12.2018

//Braucht mein Hund im Winter einen Mantel?

Frage:

Ich hatte letzten Winter den Eindruck, dass meine Dalmatiner-Hündin manchmal beim Spaziergang gefroren hat. Sie ist oft recht steif gelaufen und hat sogar ab und zu gezittert. Jetzt habe ich überlegt ihr für diesen Winter einen Mantel oder Pullover zu kaufen. Meint Mann meint aber, dass ein Mantel nicht notwendig ist – ein Hund braucht sowas nicht. Ist ein Hundemantel wirklich nur „Chichi“ und unnötiges Accessoire?

Unsere Antwort:

Wie so oft, gibt es auch auf diese Frage keine pauschale Antwort. Tatsächlich sind viele Hunde durch ihr dichtes Fell und die Unterwolle ausreichend gegen die kalten Temperaturen geschützt. Es gibt aber durchaus Vierbeiner, die im Winter frieren und deshalb einen Mantel benötigen.

Ob ein Hund im Winter schnell friert, hängt von mehreren Faktoren ab. Einen sehr großen Einfluss darauf hat z.B. die Fellbeschaffenheit. Am besten schützt die Vierbeiner nämlich die sogenannte Unterwolle – das sind feine, krause Haare die rund um die langen Primärhaare wachsen und eine isolierende Schicht bilden. Rassen mit kurzem Fell und ohne Unterwolle, wie z.B. Labrador Retriever, Dobermann, Weimaraner oder eben der Dalmatiner, fehlt diese isolierende Schicht und sie kühlen deshalb schneller aus. Hier ist ein Hundemantel also kein reines Accessoire, sondern übernimmt die wärmende Rolle der fehlenden Unterwolle.

Doch nicht nur Tieren ohne Unterwolle wird in den Wintermonaten schnell kalt, sondern auch jungen oder alten Hunden. Bei ihnen funktioniert die Temperaturregulation noch nicht oder nicht mehr so gut und es fällt ihnen schwer sich warm zu halten. Auch kranken Vierbeiner, die beispielsweise an Arthrose leiden, macht die Kälte oft zu schaffen und der Einsatz eines Mantels macht bei solchen Hunden durchaus Sinn.

Und dann gibt es – genau wie bei uns Menschen – auch unter den Hunden die ein oder andere Frostbeule. Jedes Tier hat ein individuelles Temperaturempfinden und friert unterschiedlich schnell. Vor allem Vierbeiner, die sich hauptsächlich in der Wohnung und in gut beheizten Räumen aufhalten, sind auf die warmen Innentemperaturen eingestellt und tun sich manchmal mit den großen Temperaturschwankungen schwer.

Beobachten Sie also beim Winterspaziergang Ihren Hund genau und sollten Sie den Eindruck haben, dass er friert, ist ein Hundemantel nicht mehr nur modisches Accessoire, sondern durchaus sinnvoll. Ein steifer Gang und ein aufgekrümmter Rücken, ein eingezogener Schwanz oder Muskelzittern sind z.B. Anzeichen dafür, dass es Ihrem Vierbeiner ohne Mantel zu kalt ist.

Achten Sie aber beim Kauf eines Hundemantels darauf, dass der Mantel gut sitzt. Rücken und Bauch sollten ausreichend bedeckt sein und der Mantel sollte auf keinen Fall zu eng sein, da sich sonst keine isolierende Luftschicht darunter bilden kann.  Auch das Material sollte seinen Zweck erfüllen. Pullis aus Baumwolle z.B. halten nicht wirklich warm und saugen sich bei Schnee oder Regen regelrecht voll und kühlen den Hund dann sogar aus. Auf Taschen, Applikationen oder Bänder sollten Sie lieber verzichten, denn diese sehen zwar schick aus, bergen aber ein unnötiges Verletzungsrisiko. Am besten lassen Sie sich beim Kauf von einer qualifizierten Fachkraft beraten.

Ein Hundemantel ist in vielen Fällen wirklich nicht nur Chichi, sondern kann Ihrem Vierbeiner die Spaziergänge in den frostigen Wintermonaten deutlich angenehmer machen.

In unserem Ratgeberartikel „10 Tipps, die Hundebesitzer bei kaltem Wetter kennen sollten!“ haben wir noch mehr Tipps für die kalte Jahreszeit zusammengetragen.

Sie möchten unseren Tierärzten gerne selber eine Frage stellen? Dann hier entlang!

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Achtung:

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Bei Fragen zu akuten Fällen oder Problemen wenden Sie sich bitte an Ihren Tierarzt. Sollte ihr Tier akut krank sein oder Symptome zeigen, sollten Sie in jedem Fall einen Tierarzt aufsuchen und nicht abwarten!

2019-01-17T15:43:35+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.