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Darf ein Hund bei dieser Kälte länger draußen bleiben?

Frage der Woche vom 04.03.2018

//Darf ein Hund bei dieser Kälte länger draußen bleiben?

Frage:

Mein Berner Sennenhund liegt eigentlich ganztägig im Garten. Auch bei der Eiseskälte möchte er nicht gern in der warmen Wohnung sein. Kann ich ihn draußen lassen (er hat hier eine thermoisolierte Decke)?

Mehr zu diesem Thema?

Hier gehts zu unseren 10 Tipps, die Hundebesitzer bei kaltem Wetter kennen sollten!

Unsere Antwort:

Manche Hunde haben wirklich ihren eigenen Kopf. Da denkt man, man tut ihnen etwas Gutes und holt sie in die kuschlige Wärme – und sie wollen lieber wieder raus!

Ich kann Ihre Frage sehr gut nachvollziehen. Als ich jünger war, hatten wir einen Australischen Schäferhund, der es geliebt hat, draußen zu schlafen. Er hatte dort ein Körbchen und bestand auch im Winter darauf, dort die Nacht zu verbringen (auch wenn er jederzeit selbstständig rein konnte).

Berner Sennenhund im Schnee

Durch ihre Größe und ihr warmes Fell sind Berner Sennenhunde gut gegen kaltes Wetter gewappnet!

Wie Menschen haben auch Hunde unterschiedliche Kältetoleranzen – abhängig von Größe, Fell, Ernährungs- und Gesundheitszustand. Manch ein Hund verträgt es kälter, andere mögens lieber warm. Dabei kommen größere Hunde grundsätzlich besser mit niedrigen Temperaturen zurecht als kleine – und ein langes, dichtes Fell hilft natürlich auch.

Insofern ist ihr Hund eigentlich so gut wie möglich gewappnet, um dem kalten Wetter zu trotzen. Dennoch kann natürlich auch ein Berner Sennenhund eine Unterkühlung (Hypothermie) oder Erfrierungen erleiden – gerade bei den aktuellen Temperaturen! Idealerweise sollte er also nicht die ganze Zeit draußen verbringen.

Wenn ihr Hund aber darauf besteht, draußen zu bleiben, sollten Sie ihm – um auf Nummer Sicher zu gehen – einen geschützten, zumindest einigermaßen warmen Platz schaffen. Wir haben unserem Hund damals eine mit Styropor isolierte Holzhütte gebaut. Ganz simpel – nur einen Boden, vier Wände (eine Wand natürlich mit einem ausreichend großen Eingang) und eine weitere Holzplatte als Dach. Dann mit etwas dickeren Styroporplatten auskleiden und fertig war die Schutzhütte. Vor den Eingang haben wir eine dicke Wolldecke gehängt, damit der Wind nicht reinzieht und die Wärme in der Hütte bleibt. Wer sich nicht so gerne handwerklich betätigt, findet online auch jede Menge fertige Hütten – einfach nach „isolierte Hundehütte“ suchen. Beim Aufstellen der Hütte ist es wichtig, dass der Eingang immer vom Wind abgewandt sein sollte.

Heizlüfter, Rotlicht und Heizdecken sollten besser nicht eingesetzt werden, um die Hütte zu beheizen. Einerseits können sie unüberwacht zu einem Brand führen, andererseits können sich die Hunde daran verbrennen. Auch bei speziellen Heizkissen und -matten für Haustiere ist Vorsicht geboten. Oft reicht schon deren geringe Temperatur, um Verbrennungen zu verursachen (Tierhaut ist da sehr empfindlich). Wenn, dann sollte sie mit einer Decke abgedeckt werden, so dass die Hundehaut nicht direkt mit dem Heizkissen in Berührung kommt.

Falls Sie nicht die Möglichkeit haben, eine Hütte zu bauen, zu kaufen oder aufzustellen, sollten Sie folgende Hinweise beachten:

  • Vom Boden geht jede Menge Kälte aus. Deswegen ist es wichtig, dass der Hund nicht direkt auf dem Boden liegt. Eine thermoisolierte Decke ist ein guter Anfang, ich würde allerdings noch einen Schritt weiter gehen. Um Ihren Hund vor der Bodenkälte zu schützen, wäre eine Art Holzpodest gut geeignet, aber auch eine Styroporplatte unter der Hundedecke sollte funktionieren. Möglicherweise könnte man diese in einen großen Müllsack oder eine Plane einpacken, um sie vor der Witterung und vor Verunreinigungen zu schützen.

  • Der Liegeplatz Ihres Hundes sollte vor der Witterung geschützt sein – also natürlich vor Schnee (bzw. Regen), aber auch vor Wind. Möglichst nah an der Hauswand ist es normalerweise am wärmsten.

  • Kontrollieren Sie die Hundedecke täglich und wechseln Sie sie aus, wenn sie feucht oder dreckig ist (gilt natürlich auch für Decken in einer Hundehütte).

  • Damit Ihr Hund ständig Zugang zu frischem, nicht eingefrorenem Wasser hat, sollten Sie das Wasser entweder häufig wechseln oder einen speziellen, beheizten Hundenapf verwenden.

Klar, dass das nicht überall funktioniert, aber am besten wäre es natürlich, wenn Ihr Hund jederzeit und nach Belieben ins Haus kommen könnte (wenn es ihm doch mal zu kalt wird). Ansonsten sollten Sie regelmäßig nach ihm schauen und „nachfragen“, ob er rein will. Wenn er schwach wirkt oder zittert sollten Sie ihn allerdings auf jeden Fall ins Warme bringen!

Sie wollen mehr zu diesem Thema wissen?

Dann lesen Sie unbedingt unsere 10 Tipps, die Hundebesitzer bei kaltem Wetter kennen sollten!

Sie möchten unseren Tierärzten gerne selber eine Frage stellen? Dann hier entlang!
2018-07-03T09:27:09+00:00

Über den Autor:

Als ursprüngliche Schwäbin bin ich 2007 nach München gezogen um Tiermedizin an der LMU zu studieren. Anschließend hab ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München geschrieben – über eine neue Art der Immuntherapie bei Hunden mit Umweltallergie. Meine Lieblingsbereiche sind die Dermatologie, die Innere Medizin und Infektionskrankheiten. Ich bin stolze Dosenöffnerin für meine beiden Miezen Nini und Clyde, liebe alle Tiere (Katzen aber natürlich besonders) und habe eine Schwäche für Kuchen.