Darf man Katzen die Krallen schneiden? Oder ist das ein „No Go“? Und wie kriegt man die Katzen dazu, beim Krallenschneiden lange genug still zu halten?

Erfahren Sie hier von einer Tierärztin und Katzenhalterin, was Sie über das Katzenkrallen schneiden wissen sollten und welche Methoden es gibt, um die Katze zur Mitarbeit zu „überreden“!

Kleine Katzenkrallenkunde

Bevor wir uns den oben genannten Fragen widmen, müssen wir uns einmal kurz anschauen, was es mit den Katzenkrallen auf sich hat:

Die Krallen von Katzen entsprechen ungefähr den Fingernägeln von uns Menschen. Sie wachsen ein Leben lang und bestehen zu einem großen Teil aus abgestorbenem Horn.

Dabei haben Katzen vorne i.d.R. an jeder Pfote fünf Krallen, hinten sind es dagegen nur vier.

Eine Besonderheit von Katzenkrallen ist, das sie aus verschiedenen Schichten bestehen.

Jeder Katzenhalter hat bestimmt schon mal eine solche – nennen wir es Krallenhülse – wie auf dem Bild gefunden. Krallenhülsen Katze

Und das ist auch völlig normal – und sinnvoll. Dabei handelt es sich nämlich um eine alte, stumpfe Krallenschicht, die die Katze „absichtlich“ abgestreift hat. Darunter hat dann schon eine neue, spitze und scharfe Krallenschicht gewartet. So ist die Katze wieder gut gerüstet fürs Jagen, Klettern und Kämpfen.

Das ist auch einer der Gründe, wieso Katzen an Kratzbäumen, Möbeln und Bäumen kratzen – die alte Schicht springt dann ab und die Krallen sind wieder „wie neu“.

Hinten lösen Miezen die alten Schichten oft, indem sie auf den Krallen herumkauen – das haben Sie bestimmt auch schon mal beobachtet.

Sollte man Katzen die Krallen schneiden?

Ob man Katzenkrallen schneiden sollte, führt immer wieder zu Diskussionen. Manche Katzenhalter und auch Tierärzte vertreten die Meinung, dass man Katzen eigentlich nie die Krallen schneiden sollte – außer natürlich, wenn es einen medizinischen Grund dafür gibt.

Ich persönlich sehe die Sache ein bisschen entspannter. Meiner Meinung nach gibt es ein ganzes Spektrum von Situationen, die von „auf keinen Fall“ bis zu „auf jeden Fall“ schneiden reichen – mit einer ganzen Menge Spielraum in der Mitte.

Dann sollte man Katzen die Krallen besser nicht schneiden

Wenn Ihre Katze ein Freigänger ist, dann ist sie auf scharfe Krallen angewiesen – z.B. um sich zu verteidigen oder vor Hunden auf Bäume zu flüchten.

Stumpfe Krallen können für Freigänger-Katzen daher lebensgefährlich oder zumindest ein großer Nachteil sein. Bei ihnen sollte man also tatsächlich eher aufs Krallenschneiden verzichten – außer natürlich, wenn es einen guten Grund dafür gibt und z.B. die Krallen einfach zu lang werden (s.u.).

Ähnliches gilt bei Wohnungskatzen, die viel klettern und sich weit oben aufhalten – ohne scharfe Krallen herrscht hier Verletzungsgefahr, weil sie sich plötzlich nicht mehr so gut festhalten können.

Dann sollte man bei Katzen auf jeden Fall die Krallen schneiden

Wenn sich Katzen nicht gut um ihre „Nagelpflege“ kümmern, können die Krallen sehr, sehr lang werden. Und weil diese in einem Halbkreis wachsen, kann es dann zu richtig üblen Verletzungen kommen.

Tierärzte sehen traurigerweise oft Bilder wie diese:

Zu lange und eingewachsene Katzenkrallen

Bilder mit freundlicher Genehmigung von Dr. Dagmar Pilling (www.tierarzt-garmisch.de, Instagram: @tierarztgarmisch).

Wie Sie sehen können, sind die Krallen hier so lang geworden, dass sie im Kreis gewachsen sind – und zwar in die Zehenballen hinein. Man mag sich gar nicht vorstellen, welche Schmerzen diese Mieze gehabt haben muss!

Vor allem ältere Katzen und Samtpfoten mit chronischen Schmerzen sind gefährdet, solche langen Krallen und Verletzungen zu entwickeln.

Wie bemerkt man, dass die Katzenkrallen zu lang sind?

Ein Hinweis auf zu lange Krallen ist es, wenn die Katze beim Laufen „Klick-Geräusche“ macht. Normalerweise berühren die Krallen unserer lautlosen Jäger beim Laufen nämlich nicht den Boden. Sobald Sie hören können, dass Ihre Katze den Raum betritt, stimmt also etwas nicht und die Krallen sind vermutlich zu lang.

Auch wenn Ihre Mieze mit den Krallen immer wieder in Textilien (z.B. Decken, Teppich, Sofa) hängen bleibt, kann das ein Hinweis darauf sein, dass die Krallen zu lang sind (allerdings nicht zwangsläufig).

Spätestens wenn Ihre Katze humpelt oder komisch läuft, sollten Sie allerdings auf jeden Fall einen Blick auf die Krallen werfen (oder zur Abklärung der Ursache direkt zum Tierarzt gehen).

Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollte man aber grundsätzlich die Länge der Krallen im Blick behalten. Achten Sie einfach gelegentlich mal bewusst darauf, ob da noch alles in Ordnung ist, z.B. wenn Ihre Katze entspannt neben Ihnen liegt.

Ganz besonders wichtig ist das bei den Daumenkrallen (die Krallen an den innersten Zehen der Vorderpfoten, die unseren Daumen entsprechen). Da diese ein bisschen höher sitzen und beim Laufen nicht den Boden berühren, bekommt man nämlich keinen Hinweis auf eine „Überlänge“ durch Klickgeräusche. Außerdem können Katzen diese auch nicht so einfach selbst „pflegen“, z.B. am Kratzbaum.

Dann kann man bei Katzen die Krallen schneiden – wenn man will

Und dann gibt es noch ganz viele Situationen, in denen man seiner Mieze die Krallen schneiden kann, aber nicht muss.

Mein Kater braucht seine Krallen beispielsweise nicht wirklich. Er ist kein großer Kletterer, lebt in der Wohnung und bekommt seine Nahrung im Napf serviert.

Bei ihm spricht also nichts dagegen, die Krallen zu schneiden. Dagegen gibt es einige Punkte, die definitiv dafürsprechen:

Clydes Angewohnheit

  • Er kümmert sich selbst nicht besonders gut um seine Krallen (v.a. hinten werden sie sehr lang)
  • Er liebt es, sich in meine Haare zu wühlen, hineinzubeißen und seine Krallen in meine Kopfhaut zu rammen. Das ist zwar einerseits sehr niedlich, tut aber andererseits ganz schön weh und hat schon mehr als einmal blutige Kratzer an meinem Kopf hinterlassen.
  • Er bleibt ständig in Decken hängen. Das nervt ihn augenscheinlich selbst. Außerdem ist mir das Verletzungsrisiko zu groß. Seine Schwester ist mit ihrer Kralle mal im Sofa hängengeblieben und hat sich beim Befreiungsversuch die Kralle herausgerissen. Das war ein ganz schönes Blutbad – und bestimmt schmerzhaft für sie.
  • Er zieht beim Toben Fäden aus dem Polster unseres neuen Sofas. Ja, das ist nur ein materielles Ding. Aber es wäre mir trotzdem lieber, wenn wir das vermeiden könnten.

Auch wenn Ihre Katze z.B. unter einer Allergie leidet und sich selbst kratzt, kann es helfen, die Krallen zu kürzen. Ohne die extrem scharfe Spitze kann sie sich dann nicht so leicht selbst verletzen.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das Krallenschneiden ist bei Katzen kein Grund, zukünftig den ungeliebten Kratzbaum abzuschaffen! Das Kratzen dient nämlich nicht nur dem Schärfen der Krallen, sondern ist auch ein wichtiges Grundbedürfnis, dass der Katze sozusagen im Blut liegt. So markiert die Mieze damit z.B. auch ihr Revier und den Bereich, der „zu ihr“ gehört.

Wie schneidet man Katzenkrallen?

Bevor wir uns der Frage widmen, wie man die Katze zur Mitarbeit überredet, schauen wir uns erst mal an, wie das Krallenschneiden aus „technischer“ Sicht funktioniert.

Mit was?

Zunächst einmal brauchen Sie ein passendes Werkzeug. Das kann eine spezielle Krallenschere* sein, aus meiner Sicht funktioniert aber auch ein normaler Nagelklipser* für Menschen sehr gut (der passt auch gut in die Hosentasche, was – wie Sie später sehen werden – ein großer Vorteil sein kann).

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Wichtig: das Werkzeug sollte richtig scharf sein. Stumpfe Krallenscheren können dazu führen, dass die Kralle gequetscht wird oder splittert. Investieren Sie also lieber ein paar Euro mehr.

Nagelscheren sind übrigens nicht zu empfehlen, hier ist das Verletzungsrisiko zu groß.

Dagegen können Sie mit einer Nagelfeile die Schnittstelle nach dem Kürzen noch etwas glätten – falls Ihre Katze dabei mit macht.

Wie oft?

Sie können die Krallen schneiden, wann immer Sie es für nötig halten. Bei viele Katzen funktioniert es gut, wenn man ca. alle 6-8 Wochen eine „Maniküre“ vornimmt.

Wie?

Nehmen Sie die Krallenschere, den Nagelklipser o.ä. in Ihre starke Hand (als Rechtshänder also z.B. in die rechte).

Mit Ihrer „schwachen“ Hand halten Sie die Pfote vorsichtig fest und drücken leicht auf das Gelenk der jeweiligen Zehe – dabei stützt der Zeige- oder Mittelfinger die Zehe von unten, von oben wird mit dem Daumen vorsichtig Druck ausgeübt. Die Kralle fährt dann aus der Krallentasche heraus.

Nun können Sie loslegen. Bei Nagelklipsern wird von einigen Experten empfohlen, diesen quer zur Kralle zu halten – also von oben nach unten zu schneiden. Angeblich ist das Risiko so geringer, dass die Kralle splittert.

Ich persönlich halte ihn immer andersrum (quasi hochkant) und schneide dementsprechend von Seite zu Seite. Damit hatte ich nie Probleme. Möglicherweise hängt das ein wenig vom Nagelklipser und der individuellen Krallenstruktur ab. Probieren Sie einfach aus, was für Sie und die Krallen Ihrer Katze am besten funktioniert.

Vergessen Sie beim Krallenschneiden auch auf keinen Fall die Daumenkrallen!

Wie viel?

Wieviel Sie nun von der Kralle abschneiden, hängt ein bisschen von der Situation ab. Wenn es Ihnen nur darum geht, dass sich Ihre Katze nicht mehr in Polstern verhakt, kann es reichen nur den vordersten Millimeter abzuschneiden. Sind die Krallen sehr lang, kann es sein, dass einiges ab muss.

Wenn Sie viel abschneiden, sollten Sie allerdings vorsichtig sein. Hinten an der Kralle ist nämlich „das Leben“, wie es immer so schön bezeichnet wird. In diesem Bereich befinden sich Blutgefäße und Nerven. Wenn man da hineinschneidet, fängt die Kralle an zu bluten – und es tut auch weh. Näher als etwa 2 mm sollten sie daher nicht an „das Leben“ heranschneiden. Zum Glück sind die Krallen der meisten Katzen hell, so dass man diesen Bereich sehr gut also rosafarbene Struktur erkennen kann.

Falls Sie doch mal zu weit schneiden und die Kralle blutet – keine Panik. Üblicherweise hört die Blutung nach ein paar Minuten von alleine auf.

Katzenkrallen schneiden: 5 Methoden

So weit, so einfach. Jetzt ist nur noch die Frage, wie man die Katze dazu bringt mitzumachen und still zu halten.

Ich habe im Lauf der Jahre fünf Methoden kennengelernt, die ich Ihnen hier vorstellen möchte.

Aber egal für welche der Varianten Sie sich entscheiden, drei Punkte sollten Sie immer beachten:

  • Schneiden Sie die Krallen, wenn Ihre Katze entspannt ist. Es bringt nichts, das bei einer aufgedrehten Mieze zu versuchen, die grade auf Krawall gebürstet ist.
  • Bleiben Sie selbst entspannt. Ihre Anspannung wird sich nämlich ganz schnell auf Ihren Stubentiger übertragen.
  • Denken Sie immer daran: Sie müssen nicht alle Krallen auf einmal schneiden. Das wird vielen Katzen zu viel! Wenn Sie nur eine Pfote schaffen oder auch nur zwei Krallen ist das völlig in Ordnung. Dann machen Sie zu einem späteren Zeitpunkt einfach weiter.

Nun aber zu den erwähnten fünf Methoden:

1) „Der Ninja“

Diese Methode habe ich immer bei meiner Katze Nini angewandt. Wie der Name schon andeutet, geht es hier darum, dass Ihre Mieze gar nicht so recht mitbekommt, was los ist.

Sie eignet sich deshalb ganz besonders für Katzen, die nicht sonderlich kooperativ sind, aber durchaus gerne bei Ihnen liegen – oder Ihre Nähe zumindest gut dulden.

  • Rüsten Sie sich mit einem Nagelklipser (oder einer Krallenschere) aus. Sie sollten ihn immer dabeihaben (z.B. in der Hosentasche), wenn Sie Zeit mit Ihrer Katze verbringen.
  • Wenn Ihre Katze grade sehr entspannt neben Ihnen liegt – oder noch besser: schläft – zücken Sie Ihr Werkzeug, nähern sich möglichst lautlos der ausgewählten Kralle und schneiden sie.
  • Dabei ist es wichtig, dass Sie sie bei der Annäherung möglichst nicht bzw. so wenig wie möglich berühren. Sonst könnten Sie Ihren Stubentiger schnell aufschrecken.

Diese Methode sollte bei vielen, wenn nicht sogar bei den meisten Katzen funktionieren, hat aber einige Einschränkungen:

  • Man schafft eigentlich immer nur ein bis maximal drei Krallen am Stück, bevor die Katze realisiert, was da grad passiert – und die Pfote unter den Körper zieht oder aufsteht und geht. Man braucht also ein bisschen Geduld, bis alle Krallen gekürzt sind.
  • Es ist etwas Geschick nötig, um die Kralle gleich richtig zu erwischen bzw. den Nagelklipser in die richtige Position zu bringen.
  • An den Hinterpfoten funktioniert die Methode besser als vorne, weil man die Krallen da i.d.R. nicht erst ausfahren muss. Vorne haben Sie nur wenig Zeit zwischen „Pfote in die Hand nehmen“ und Kralle schneiden, bevor die Katze den Braten riecht und die Pfote wegzieht oder aufsteht. Hier müssen Sie also schnell sein.

2) „Die Bestechung“

Meine bevorzugte Methode bei meinem Kater Clyde: So lange es etwas richtig Leckeres zum Essen gibt, ist ihm nämlich eigentlich ziemlich egal, was ich mit seinen Krallen mache.

Wenn ich alleine bin, lege ich mir die Krallenschere bzw. den Nagelklipser schon mal bereit und positioniere dann eine gute Menge Leckerlis vor ihn – am besten etwas erhöht. So habe ich dann genug Raum zum „Arbeiten“.

Zu zweit geht das natürlich noch leichter. Da kann eine Person dann vorne für den Leckerli-Nachschub sorgen und die Mieze oder ihr Bein eventuell sogar noch „in Position“ halten.

Je nach Katze kann die Leckerei unterschiedlich aussehen. Wichtig ist, dass die Katze sie richtig, richtig gerne mag und auch nicht schon nach 10 Sekunden aufgefressen hat. Etwas auf einen Teller geschmierte Malzpaste oder Katzenleberwurst kann daher richtig gut funktionieren.

Sobald Clyde mit dem Fressen beschäftigt ist (und zwar erst dann!), lege ich mit dem Krallenschneiden los. Man muss sich dann allerdings schon etwas beeilen – sonst ist das Futter weg, bevor man richtig angefangen hat. Ich schaffe meist ein bis zwei komplette Pfoten, bevor Clyde beschließt, dass es ihm jetzt zu bunt wird und weggeht.

Diese Methode klappt sicher nicht bei allen Katzen – aber wenn sie funktioniert, ist die Sache recht schnell erledigt. Falls Ihr Stubentiger eher verfressen und recht tolerant und entspannt ist, könnten Sie damit gute Chancen haben.

3) „Die Gewöhnung“

Die eleganteste Lösung, die allerdings einen gewissen Aufwand erfordert. Grade bei ängstlichen Katzen ist diese Methode aber oft die beste und schonendste Möglichkeit.

Das Ziel

Das Ziel ist hierbei, die Katze langsam und behutsam ans Krallenschneiden zu gewöhnen. Schritt für Schritt trainiert man erst das Berühren der Pfoten, dann das Festhalten und schließlich das Ausfahren der Krallen.

Auch die Gewöhnung an die Krallenschere bzw. den Nagelklipser ist Teil des Trainings. Hierbei kann – man glaubt es kaum – eine rohe Spaghetti hilfreich sein. Knapst man davon ein Stück mit der Krallenschere ab (in der Nähe der Katze), klingt das nämlich ein wenig wie das Schneiden einer Kralle und die Mieze gewöhnt sich an das Geräusch.

So funktioniert‘s

Das Training muss – wie schon erwähnt – sehr behutsam erfolgen. Jeden Tag bauen Sie immer wieder einige Elemente in den Tagesablauf ein. Liegt Ihre Katze entspannt neben Ihnen, streicheln sie z.B. anfangs nur kurz die Pfote. Dann belohnen Sie Ihre Mieze mit einem Leckerli oder einer Steicheleinheit.

Die Pfotenberührung dehnen Sie dann immer länger aus. Wenn das gut klappt, versuchen Sie die Pfote kurz mit der Hand zu umschließen. Wenn auch das funktioniert, heben Sie die Pfote kurz an – und so weiter. Bis Sie schließlich die Pfote in die Hand nehmen und eine Kralle ausfahren können.

Dann gewöhnen Sie Ihre Katze an das „Einfädeln“ der Kralle in die Nagelschere bzw. den Nagelklipser und schließlich auch an einen leichten Druck an der Kralle durch die Nagelschere.

Erst wenn all das problemlos funktioniert, sollten Sie versuchen, die Kralle auch tatsächlich zu schneiden.

Während des Trainings wird jeder Erfolg belohnt. Bestraft oder getadelt wird dagegen nie.

Wie bei jedem Tiertraining ist das Timing ganz entscheidend. Idealerweise lösen Sie die Situation (z.B. das Halten der Pfote) auf, kurz bevor es Ihrer Katze zu viel wird und sie z.B. die Pfote zurückzieht. Passiert genau das, wollten Sie etwas zu viel. Gehen Sie im Training dann wieder einen Schritt zurück und verkürzen Sie die Dauer, z.B. des Pfotehaltens.

Auch Klickertraining kann sehr sinnvoll sein und sogar so weit gehen, dass die Katze Ihnen am Ende die Pfote freiwillig gibt!

4) „Der Katzenwrap“

Diese Methode ist nicht so schön wie die anderen Varianten, da sie mit Zwang und Stress für die Katze verbunden ist.

Es gibt aber Situationen, in denen es einfach nicht anders geht – z.B. weil die Katze Menschen nicht gut kennt oder bei Manipulationen ausrastet.

Hierbei wird die Katze in ein Handtuch oder eine Decke eingewickelt (je nach Aggressivität der Katze unter Umständen inklusive Kopf). Dabei muss natürlich immer darauf geachtet werden, dass die Katze noch genug Luft kriegt!

Es wird dann jeweils nur eine Pfote aus der Decke befreit, so dass die Krallen gefahrlos – und ohne, dass die Katze weglaufen kann – geschnitten werden können.

Hierbei ist es verständlicherweise hilfreich, wenn man zu zweit ist.

5) „Der Profi“

Wenn Ihre Katze einfach nicht kooperieren will – denken Sie immer daran, dass Tierärzte (oder spezielle „Groomer“) so etwas auch übernehmen!

Wenn die Krallen bereits eingewachsen sind und Verletzungen verursacht hat, ist ein Tierarztbesuch verständlicherweise sogar die einzige Option. Da muss dann ein Profi ran, der die Wunden ordentlich versorgt.

Fazit zum Krallen schneiden bei Katzen

In vielen Fällen ist es absolut in Ordnung oder sogar sinnvoll, Katzen die Krallen zu schneiden.

Mit dem richtigen Werkzeug und der passenden Methode ist das auch zuhause bei den meisten Miezen kein Problem – so lange man dabei Geduld hat und entspannt bleibt.

Aber egal ob Sie nun die Krallen schneiden wollen oder nicht – eine regelmäßige Kontrolle der Krallenlänge ist in jedem Fall sinnvoll!

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