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Kann ich meiner Katze Ibuprofen oder Paracetamol geben?

Frage der Woche vom 20.01.2019

//Kann ich meiner Katze Ibuprofen oder Paracetamol geben?

Beispielfrage:

Darf ich meiner Katze Ibuprofen oder Paracetamol geben, wenn sie Schmerzen hat (z.B. aufgrund einer leichten Verletzung oder vorübergehenden Lahmheit)?

Unsere Antwort:

Es ist wirklich gut, dass Sie sich vor der Medikamentengabe informieren, denn was viele Besitzer nicht wissen: Ibuprofen oder Paracetamol sind für Katzen hochgiftig und im schlimmsten Fall sogar tödlich! Geben Sie Ihrer Katze deswegen bitte auf keinen Fall Ibuprofen, Paracetamol oder ein anderes Schmerzmittel, das nicht von einem Tierarzt verschrieben wurde.

Wir Menschen vertragen Schmerzmittel wie z.B. Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac, Naproxen oder Aspirin in aller Regel gut. Dementsprechend haben viele von uns auch eines oder mehrere dieser Medikamente in der eigenen Hausapotheke vorrätig. Daher liegt die Vermutung verständlicherweise nahe, dass diese Mittel auch unseren Vierbeinern helfen können. Doch bei Medikamenten ist Vorsicht geboten! Paracetamol, Ibuprofen und Co. können bei Katzen – und im Übrigen auch bei Hunden – schon in kleinen Mengen lebensgefährliche Vergiftungen auslösen. Organe wie Leber, Nieren, Magen oder Darm können durch die Schmerzmittel geschädigt werden. Manche Wirkstoffe zerstören die roten Blutkörperchen oder hemmen die Blutgerinnung.

Katzen reagieren äußerst empfindlich auf gewisse Wirkstoffe – und bei Paracetamol oder Ibuprofen können schon 10 mg pro kg Körpergewicht der Katze ernsthaft gefährlich werden. Bei einer etwa 4 kg schweren Katze können also 40 mg Ibuprofen oder Paracetamol ausreichen, um schwere Vergiftungserscheinungen auszulösen – das entspricht nicht einmal einem Zehntel einer handelsüblichen Paracetamol-Tablette mit 500 mg Wirkstoff.

Symptome einer Vergiftung mit Ibuprofen oder Paracetamol können je nach Dosis bereits nach wenigen Stunden auftreten. Ibuprofen löst bei den betroffenen Katzen meist Magen-Darm-Blutungen mit Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und blutigem Kot aus. Zudem werden bei höheren Dosierungen auch die Nieren schwer geschädigt, was dazu führt, dass die Katzen plötzlich extrem viel trinken und pinkeln. Aber auch neurologische Störungen, Krämpfe und Anfälle könne bei einer Vergiftung mit Ibuprofen auftreten, im schlimmsten Fall endet die Intoxikation sogar tödlich.

Paracetamol schädigt bei der Katze vor allem das Hämoglobin in den roten Blutkörperchen. Als Folge können diese keinen Sauerstoff mehr im Körper transportieren und die Katze zeigt typische Symptome wie blaue Schleimhäute, Atemnot, Kurzatmigkeit, Benommenheit und einen beschleunigten Herzschlag. Im weitern Verlauf führt eine Paracetamolvergiftung zu einer Schädigung von Leber und Nieren.

Die gut gemeinte Hilfe mit einem Schmerzmittel aus der eigenen Hausapotheke kann also schwerwiegende Folgen für Ihren Vierbeiner haben. Sprechen Sie deshalb immer vor einer Schmerzmittelgabe mit Ihrem Tierarzt und verwenden Sie ausschließlich Schmerzmittel, die für Hund und Katze gedacht und zugelassen sind. Bewahren Sie Tabletten und Medikamente immer gut verschlossen und außerhalb der Reichweite Ihres Tieres auf – so kann kein neugieriger Stubentiger versehentlich etwas Schädliches fressen.

Sollte es doch einmal passiert sein, dass Ihre Katze versehentlich gefährliche Medikamente aufgenommen hat, dann warten Sie nicht ab, sondern bringen Sie Ihren Vierbeiner schnellstmöglich zum Tierarzt. Ist noch nicht viel Zeit vergangen, kann der Tierarzt das Tier nämlich erbrechen lassen und die Wirkstoffe können erst gar nicht oder nur unvollständig aus dem Magen-Darm-Trakt ins Blut gelangen.

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2019-02-08T20:32:30+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.