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Darf ich meinem Hund Ibuprofen gegen Schmerzen geben?

Frage der Woche vom 22.07.2018

//Darf ich meinem Hund Ibuprofen gegen Schmerzen geben?

Frage:

Hallo, mein Hund ist letzte Woche in unserem Garten auf eine Biene getreten und wurde in die Pfote gestochen. So ging es ihm gut, aber er ist den Tag über natürlich gehumpelt, weil ihm die Pfote wehgetan hat. Jetzt habe ich mich gefragt, ob ich ihm Ibuprofen als Schmerzmittel geben kann, wenn das nochmal passiert?

Unsere Antwort:

Vielen Dank für Ihre Frage, die bestimmt für viele Hunde-, aber auch Katzenbesitzer, interessant und hilfreich ist. Denn gleich zu Beginn müssen wir sagen: Bitte geben Sie Ihrem Tier auf keinen Fall Ibuprofen oder andere Schmerzmittel, die nicht vom Tierarzt verschrieben wurden.

Medikamente wie z.B. Ibuprofen, Paracetamol, Aspirin oder Diclofenac sind für uns in aller Regel gut verträglich – für Hunde und Katzen sind sie jedoch oft sehr giftig. Schon kleine Mengen der Schmerzmittel können bei den Tieren zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen und Organe wie Magen, Darm, Nieren oder Leber schädigen. Teilweise stören die Schmerzmittel bei Hund und Katze auch die Blutgerinnung oder zerstören die lebenswichtigen roten Blutkörperchen.

Ibuprofen beispielsweise löst bei unseren Vierbeinern Magen-Darm-Blutungen aus und schädigt die Nieren. Typische Symptome bei einer Vergiftung mit Ibuprofen sind Erbrechen und Durchfall, Bauchschmerzen, blutiger Kot, vermehrter Durst und Harnabsatz bis hin zu neurologischen Störungen und Anfällen. Im schlimmsten Fall endet eine Vergiftung sogar tödlich.

Bereits etwa 20-25 mg Ibuprofen pro Kilogramm Körpergewicht können für einen Hund ernsthaft gefährlich werden – das heißt, für einen 20 kg schweren Hund kann eine Tablette Ibuprofen 400 schon ausreichen um schwere Vergiftungserscheinungen hervorzurufen. Katzen reagieren sogar noch empfindlicher auf Ibuprofen und Co!

Wenn Ihr Tier also einmal Schmerzmittel braucht, sollten Sie ihm wirklich nur Medikamente geben, die Sie mit Ihrem Tierarzt abgesprochen oder von ihm bekommen haben. Damit Ihr Vierbeiner nicht unabsichtlich gefährliche Medikamente aufnimmt, bewahren Sie sicherheitshalber alle Arzneimittel außer Reichweite auf oder sperren Sie sie am besten weg.

Sollte Ihr Hund oder Ihre Katze versehentlich Medikamente gefressen haben, ist es wichtig, dass Sie mit Ihrem Vierbeiner so schnell wie möglich zum Tierarzt oder in eine Tierklinik fahren. Ist die Aufnahme nämlich noch nicht zu lange her, kann der Tierarzt das Tier erbrechen lassen – die Arzneimittel werden dann eventuell nicht oder nur unvollständig aus dem Magen in den Organismus aufgenommen. Zusätzlich kann durch Aktivkohle die Resorption der Wirkstoffe aus dem Darm verringert und durch eine Infusion der Kreislauf stabilisiert werden.

Sie möchten unseren Tierärzten gerne selber eine Frage stellen? Dann hier entlang!
2018-08-29T12:13:22+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.