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Wie viel sollte ein Hund täglich trinken?

Frage der Woche vom 03.06.2018

//Wie viel sollte ein Hund täglich trinken?

Frage:

Ich würde gerne von Ihnen wissen, wie viel ein Hund am Tag trinken sollte? Gibt es dafür einen festen Wert? Ich habe ein bisschen Sorge, dass mein Hund bei den derzeitigen Temperaturen viel zu wenig trinkt.

Unsere Antwort:

Vielen Dank für Ihre Frage, die wir natürlich gerne beantworten. Es ist super, dass Sie sich darüber Gedanken machen, denn auch für unsere Vierbeiner ist Trinken extrem wichtig. Wie viel ein Hund trinken sollte, richten sich nach dem Körpergewicht. Der normale Wasserbedarf eines Hundes liegt etwa zwischen 50-100 ml pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Ein 10 kg schwerer Hund sollte in 24 Stunden also ca. 500-1000 ml trinken.

Der Wasserbedarf eines Hundes kann aber durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, z. B. durch die Fütterung. Feuchtfutter besteht, wie der Name schon sagt, zu ca. 80% aus Wasser, Trockenfutter enthält hingegen lediglich 10% Feuchtigkeit. Frisst der Hund also hauptsächlich Feuchtfutter, wird sein Flüssigkeitsbedarf zu einem gewissen Anteil bereits über das Futter gedeckt. Er muss also nicht mehr so viel trinken, wie ein Hund, der hauptsächlich Trockenfutter bekommt.

Genau wie bei uns Menschen, steigt der Flüssigkeitsbedarf an, wenn der Hund sich viel bewegt und ein hohes Aktivitätslevel hat. Natürlich ist auch das Wetter ein Faktor, der den Wasserbedarf unserer Vierbeiner beeinflusst. Mit steigenden Temperaturen (über 20 °C) erhöht sich auch die benötigte Flüssigkeitsmenge.

Deswegen ist es gerechtfertigt, dass Sie sich über Trinkmenge Ihres Hundes bei diesen Temperaturen Gedanken machen. Ihr Vierbeiner sollte natürlich immer Zugang zu frischem Wasser haben, im Sommer sollten Sie ihm aber auch regelmäßig aktiv Wasser anbieten.

Wie kann ich überprüfen, ob mein Hund genügend trinkt?

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Hund genug trinkt, können Sie seine Trinkmenge einfach bestimmen: Messen Sie die Wassermenge, die Sie dem Hund in den Napf geben vorher ab und notieren Sie die Menge. Nach 24 Stunden messen Sie die Wassermenge die noch im Napf vorhanden ist. Die Differenz aus den beiden Werten ergibt die aufgenommene Flüssigkeitsmenge.

Wichtig ist aber, dass der Hund nur aus dem Wassernapf trinkt, bei dem Sie die Wassermenge vorher bestimmt haben. Außerdem sollte natürlich kein anderes Tier aus dem Napf trinken und er sollte nicht in der Sonne stehen, da sonst ein Teil des Wassers verdunstet.

Wie trinkt mein Hund mehr?

Wenn Ihr Hund nicht genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, gibt es ein paar einfache Tipps und Tricks um die Wasseraufnahme zu steigern:

  • Verteilen Sie mehrere Näpfe an unterschiedlichen Stellen, dann kann sich der Vierbeiner seinen Lieblingsplatz zum Trinken selbst aussuchen.

  • Mischen Sie ein bisschen Flüssigkeit unter das Hundefutter. Die meisten Hunde fressen die Mahlzeit trotzdem mit Vergnügen und Sie steigern ganz einfach die Wasseraufnahme.

  • Mit einem kleinen Schuss Fleischbrühe oder Karottensaft finden viele Hunde das Wasser deutlich schmackhafter und trinken deutlich mehr.

  • Für den Sommer haben wir noch einen tollen Tipp: Machen Sie Ihrem Hund doch mal ein Hundeeis selber. Mischen Sie einfach z.B. ein bisschen Hüttenkäse oder pürierte Wassermelone mit Wasser und frieren Sie dies in kleine Förmchen ein. Das Eis ist nicht nur eine tolle Abkühlung bei heißen Temperaturen, sondern ganz nebenbei nimmt das Tier auch Flüssigkeit auf.

Übrigens: Hunde können auch zu viel trinken! Wenn ein Hund mehrere Tage ohne erkennbaren Grund (also normale Temperaturen, keine besondere Auslastung) mehr als 100 ml pro Kilogramm Körpergewicht trinkt, sollten Sie Ihr Tier bei einem Tierarzt durchchecken lassen. Denn vermehrtes Trinken – und dadurch auch vermehrtes Pinkeln – kann ein Hinweis für verschiedene Krankheiten sein. Lesen Sie in unserem Artikel „Hund trinkt viel und pinkelt viel“ mehr dazu.

Sie möchten unseren Tierärzten gerne selber eine Frage stellen? Dann hier entlang!
2018-06-21T07:29:26+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.