Vor allem bei Katzen sind Probleme mit dem Kotabsatz leider keine Seltenheit – aber auch Hunde können natürlich von Verstopfungen betroffen sein.

Wir geben Ihnen hier einen Überblick darüber, welche Mittel zur Behandlung eingesetzt werden (Abführmittel, Einläufe, Klistiere und Ballaststoffe wie Flohsamenschalen), was bei der Behandlung von Verstopfungen beachtet werden muss und wie Sie Ihren Hund bzw. Ihre Katze mit einigen Hausmitteln und Maßnahmen zusätzlich unterstützen können.

Verstopfungen bei Hunden und Katzen – nicht nur unangenehm

Hier gelangen Sie zu den vollständigen Artikeln über Verstopfungen bei Hunden und Katzen – mit Informationen zu Ursachen, Symptomen, Diagnose und Vorbeugung:

Verstopfung bei der Katze
Verstopfung beim Hund

Leiden Katzen oder Hunde unter einer Verstopfung, haben sie Probleme Kot abzusetzen. Die betroffenen Tiere zeigen häufig Schmerzen beim „großen Geschäft“, sie pressen richtig und dennoch kommt entweder gar kein Kot oder sie schaffen es nur, einige kleine, harte Kotballen auszuscheiden.

In vielen Fällen ist eine solche Verstopfung harmlos und z.B. nur die Folge einer unzureichenden Wasseraufnahme. Teilweise löst sie sich dann mit einigen unterstützenden Maßnahmen (wie eine Steigerung der Wasseraufnahme und etwas zusätzlicher Bewegung) von alleine wieder.

Rechtzeitig handeln

Kann Ihr Hund bzw. Ihre Katze allerdings länger als 1-2 Tage nicht koten oder halten die Probleme mit dem Kotabsatz mehrere Tage an, sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Tierarzt sprechen. Das ist wichtig, denn:

  • Unbehandelte Verstopfungen können schwerwiegende Folgen haben

    Besteht die Verstopfung über längere Zeit, sammelt sich immer mehr harter, eingedickter Kot im Darm. Dadurch wird es immer schwieriger, diesen doch noch herauszukriegen – sowohl für das Tier als auch für den Tierarzt. Aufwendigere – und letztlich auch teurere – Behandlungen, bis hin zu mehrmaligen Einläufen unter Narkose und Klinikaufenthalte können die Folge sein.

    Zusätzlich sind bei anhaltenden Verstopfungen auch schwere Stoffwechselstörungen möglich – und es kann sogar passieren, dass Giftstoffe aus dem Darm in das Blut übertreten (Endotoxämie), eine lebensbedrohliche Situation.

    Gerade bei Katzen kann es aufgrund der anhaltenden Überdehnung des Darms durch den Kot aber auch zu einer dauerhaften Schädigung der Darmmuskulatur kommen (sog. Megakolon). Der Darm ist dann wie „ausgeleiert“ und kann sich nicht mehr richtig zusammenziehen. Die Folge sind wiederkehrende oder sogar dauerhafte Verstopfungen. Als einzige Behandlung bleibt dann oft nur, den betroffenen Darmabschnitt chirurgisch zu entfernen.

  • Die Ursache der Verstopfung sollte gefunden werden

    Es gibt viele verschiedene Gründe, wieso es bei Hunden und Katzen zu Verstopfungen kommen kann – von „harmlosen“ Problemen (wie ungünstige Katzenklo-Situation bei Katzen bzw. zu seltenes Ausführen bei Hunden) über schmerzhafte Zustände (wie Arthrosen und Analbeutelentzündungen) bis hin zu gefährlichen Erkrankungen, die so schnell wie möglich behoben bzw. behandelt werden sollten (z.B. Fremdkörper oder Tumor im Darm).

    Wenn eine Verstopfung länger anhält und sich nicht schnell von alleine bessert, sollte also unbedingt nachgeforscht werden, ob sie eine ernste Ursache hat.

Achtung:

Geht es Ihrem Tier offensichtlich schlecht und/oder zeigt es neben der Verstopfung noch zusätzliche Symptome, wie Erbrechen, Teilnahmslosigkeit oder Bauchschmerzen, sollten Sie selbstverständlich nicht abwarten und so bald wie möglich Ihren Tierarzt aufsuchen! Auch wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Hund/Ihre Katze erfolglos versucht Kot oder womöglich stattdessen Urin abzusetzen, sollten Sie handeln. Kann ein Tier nicht pinkeln, handelt es sich nämlich um einen lebensbedrohlichen Notfall!

Behandlung von Verstopfungen: Auf die Katze bzw. den Hund abgestimmt

Wie schon erwähnt, kann eine Verstopfung viele verschiedene Ursachen haben und auch unterschiedlich schwer ausgeprägt sein.

Es gibt dementsprechend auch nicht „die“ Behandlung bei Katzen und Hunden mit Verstopfung. Stattdessen muss sie immer genau auf das einzelne Tier und den Schweregrad, die Dauer und die Ursache der Verstopfung abgestimmt werden.

So kann es bei einer erstmaligen, leichten Verstopfung reichen, die Wasseraufnahme zu erhöhen und ggf. Ballaststoffe zu füttern. Eine mittelschwere bzw. wiederholte Verstopfung erfordert dann meist zusätzlich den Einsatz von Abführmitteln und/oder Einläufen bzw. Klistieren. Oft ist es auch sinnvoll, der Katze bzw. dem Hund etwas zusätzliche Flüssigkeit unter die Haut oder direkt in die Vene zu geben.

Wenn ein Tier unter einer schweren Verstopfung leidet, ist es eventuell nötig, dass es einige Zeit stationär beim Tierarzt bzw. in der Klinik bleibt. In einem solchen Fall kann es nämlich erforderlich sein, den harten, festsitzenden Kot mithilfe mehrerer Einläufe unter Narkose aufzuweichen und vorsichtig zu lösen. Und auch Flüssigkeitsgaben in die Vene (Infusionen) sind i.d.R. angezeigt.

Ist die Darmmuskulatur unwiderruflich geschädigt, ist eine Behandlung mit Abführmitteln, Einläufen, Futterumstellung und Co auf lange Sicht oft nicht erfolgreich. Die einzige Möglichkeit ist dann, das betroffene Darmstück in einer OP zu entfernen. Häufig haben die betroffenen Tiere nach dem Eingriff eine Zeit lang Durchfall, langfristig können sie aber i.d.R. sehr gut mit einem verkürzten Darm leben.

Welches Vorgehen bei Ihrer Katze bzw. Ihrem Hund am sinnvollsten ist, wird der Tierarzt mit Ihnen besprechen.

Achtung:

Wir verstehen, dass man als Tierbesitzer nicht gleich zum Tierarzt gehen will, nur weil der Hund oder die Katze mal ein, zwei Tage lang keinen Kot abgesetzt hat. Dennoch raten wir davon ab, selbst mit scheinbar „harmlosen“ Hausmitteln und Abführmitteln (wie Flohsamenschalen oder Lactulose) zu versuchen, das Problem selbstständig zu behandeln. Denn auch damit könnten Sie die Situation ungewollt noch verschlimmern.

Das gleiche gilt selbstverständlich erst recht für „stärkere“ Medikamente sowie für Abführmittel und Klistiere, die eigentlich für uns Menschen gedacht sind – im schlimmsten Fall können diese bei Hunden und Katzen tödliche Folgen haben! So kann beispielsweise die Behandlung mit einem Medikament, das die Darmtätigkeit anregt (was mehr oder weniger fast alle Abführmittel machen), lebensbedrohliche Schäden anrichten, wenn der Darm z.B. durch einen Fremdkörper blockiert ist.

Aus diesem Grund sollten Sie vor dem Einsatz von Abführmitteln, Flohsamen und Co bei Ihrer Katze oder Ihrem Hund zumindest mit Ihrem Tierarzt sprechen, ob möglicherweise etwas gegen deren Einsatz spricht.

Behandlung der Verstopfungs-Ursachen und begünstigenden Faktoren

Egal, wie schwer die Verstopfung ist – es gilt eigentlich immer, dass die Ursache für die Probleme so gut wie möglich behandelt bzw. entfernt werden sollte.

Vermutet man beispielsweise, dass die Katzenklos das Problem waren (verschmutzt, zu wenig, zu klein), sollte die „Klosituation“ verbessert werden. Liegt eine Analbeutelentzündung vor, muss diese behandelt werden. Und stehen Medikamente im Verdacht, zur Verstopfung geführt zu haben, sollte mit dem Tierarzt über eine Alternative gesprochen werden.

Steigerung der Wasseraufnahme

Eine ausreichende Wasseraufnahme kann sowohl dabei helfen, angesammelten, trockenen Kot im Darm aufzuweichen als auch (wiederkehrenden) Verstopfungen vorzubeugen. Eine Steigerung der Wasseraufnahme sollte also bei praktisch allen Katzen und Hunden mit Verstopfung (oder mit einer Neigung dazu) auf dem Programm stehen.

Das gilt ganz besonders, wenn Abführmittel oder Ballaststoffe eingesetzt werden sollen. Wenn die betroffenen Tiere nicht ausreichend mit Flüssigkeit versorgt sind, können diese Mittel nämlich nicht so gut wirken – oder die Verstopfung im schlimmsten Fall sogar noch verstärken!

Zugegeben: manchmal ist es gar nicht so einfach, Katzen und Hunde dazu zu bringen, mehr Flüssigkeit aufzunehmen. Am unkompliziertesten – und dabei glücklicherweise auch am wirksamsten – ist aber die Gabe von Dosen- statt Trockenfutter. So erhält das Tier „ganz nebenbei“ deutlich mehr Flüssigkeit. Um den Effekt zu verstärken, kann das Dosenfutter sogar noch mit Wasser verdünnt werden.

Sie können auch versuchen, Ihrem Hund bzw. Ihrer Katze verdünnte Fleisch- oder Fischbrühe anzubieten. Wichtig in jedem Fall: mehrere, im Haus bzw. in der Wohnung verteilte Wassernäpfe aufstellen. Wenn Ihr Tier immer wieder über Wasser „stolpert“, wird es auch häufiger trinken.

Bei Katzen kann es auch sehr erfolgreich sein, spezielle Trinkbrunnen aufzustellen (z.B. den Lucky-Kitty Katzenbrunnen aus Keramik*) – vor allem, wenn die Samtpfote fließendes Wasser bevorzugt.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier: 11 Tipps, wie Ihre Katze garantiert mehr trinkt! (die meisten Tipps funktionieren auch für Hunde).

Umstellung der Fütterung: Flohsamenschalen und andere Ballaststoffe

Wie eben schon erwähnt, ist es bei Katzen und Hunden mit Verstopfung (oder Verstopfungsneigung) fast immer sinnvoll, von Trocken- auf Nassfutter umzustellen.

Zusätzlich können in manchen, leichten Fällen aber auch Ballaststoffe im Futter (wie z.B. Flohsamenschalen) dabei helfen, den Kot weich zu halten.

Achtung:

Nicht in jedem Fall von Verstopfung sind Ballaststoffe eine gute Idee. Abhängig vom Schweregrad und der Ursache können sie sogar eher schaden als nutzen.

So setzt man bei Hunden und Katzen mit einer schwereren Verstopfung – und v.a. bei Tieren mit Megakolon (also einem „ausgeleierten“ Darm) – sogar ein Futter ein, dass hoch-verdaulich ist, also einen besonders niedrigen Anteil unverdaulicher Stoffe, wie Ballaststoffe, enthält.

Auch bei Verdacht auf einen Darmverschluss (lebensbedrohliche Situation, bei der der Darm komplett blockiert ist) sollten Ballaststoffe auf keinen Fall eingesetzt werden – denn diese könnten die Situation noch zusätzlich verschlimmern!

Das richtige Futter sollte also gemeinsam mit dem Tierarzt ausgewählt werden.

Ballaststoffe als „natürliches Abführmittel“

Bei Ballaststoffen handelt es sich um weitgehend unverdauliche, meist pflanzliche Futterbestandteile. Vor allem wasserunlösliche Vertreter, wie z.B. Flohsamen/Flohsamenschalen*, Weizenkleie* oder geschrotete Leinsamen*, werden oft bei verstopften Katzen und Hunden eingesetzt.

Sie binden als „Quellmittel“ nämlich Wasser und steigern so den Wassergehalt im Kot. Dadurch steigern sie auch das Kotvolumen, was wiederum die Darmmotilität (also die Darmbewegungen) anregt und die Darmpassage beschleunigt. So bleibt dem Körper nicht so viel Zeit, Flüssigkeit aus dem Nahrungsbrei herauszuziehen. Der Kot bleibt durch die Ballaststoffe also insgesamt weicher und feuchter und kann leichter abgesetzt werden.

Ballaststoffe werden dementsprechend als natürliches Abführmittel sowohl zur Behandlung als euch zur Vorbeugung gegen erneute Verstopfungen verwendet. Bei vielen Hunden und Katzen mit einer leichten Verstopfung reichen sie schon aus, um den angestauten Kot zu lösen. Vor allem in schwereren Fällen sind dazu allerdings in aller Regel noch weitere Medikamente und Maßnahmen nötig (z.B. Einläufe oder andere Abführmittel).

Ballaststoffe können dem normalen Dosenfutter ganz einfach zugesetzt werden (teilweise sollten sie vorher quellen, z.B. Flohsamenschalen), es gibt aber auch spezielles Futter mit hohem Ballaststoffanteil.

Ganz wichtig ist allerdings, dass Hunde und Katzen vor dem Einsatz von Ballaststoffen mit ausreichend Flüssigkeit versorgt sind. Denn nur so können sie ihre ganze Wirkung entfalten. Wenn ein Hund bzw. eine Katze ausgetrocknet ist, können Flohsamenschalen und Co die Verstopfung sogar noch verschlimmern.

Einläufe und Klistiere/Klysmen

Bei Einläufen wird eine Flüssigkeit über den After in den Darm eingeleitet. Dadurch kommt es im Idealfall zu einer raschen Erweichung des Stuhls und in der Folge zur Auslösung des sog. Defäkationsreflexes, d.h. die Katze bzw. der Hund „muss mal“. Einläufe und Klistiere eignen sich somit gut, festsitzenden Kot aus dem Darm zu entfernen.

Für den Einlauf können z.B. Wasser oder Kochsalzlösung verwendet werden. Es gibt aber auch spezielle Flüssigkeiten, die zusätzliche Effekte haben (z.B. den Darmausgang etwas gleitfähiger zu machen).

Die Flüssigkeit kann vom Tierarzt mit einem Schlauch verabreicht werden. Andererseits gibt es aber auch spezielle Einmal-Präparate mit einem Quetschbeutel und einem abgerundeten Applikator (zur Einführung in den After). Je nach enthaltener Flüssigkeitsmenge wird hier zwischen Klistieren und kleineren Mikroklistieren (meist 5 ml Flüssigkeit) unterschieden.

Vor allem Mikroklistiere können Katzen und Hunden gegebenenfalls auch recht gut zuhause gegeben werden – selbstverständlich sehr vorsichtig (um die empfindliche Darmwand nicht zu verletzen) und nur nach Absprache mit dem Tierarzt! Idealerweise lassen Sie sich die Verwendung auch einmal von ihm zeigen, so dass Sie genau wissen, worauf Sie achten müssen. Übrigens kann der Effekt bei einem (Mikro-)Klistier recht schnell eintreten – bei Hunden also am besten draußen und bei Katzen in der Nähe ihres Klos verwenden.

Achtung: Einläufe für Menschen können für unsere Tiere gefährlich sein!

Bei Katzen und Hunden mit Verstopfung kommt man schnell in die Versuchung, an den eigenen Medikamentenschrank oder in die Apotheke zu gehen, und ein für uns Menschen gedachtes Medikament als „Hausmittel“ zu verwenden.

Das ist aber eigentlich immer – egal, welches Problem das Tier hat – eine schlechte Idee (siehe Paracetamol beim Hund, Ibuprofen beim Hund, Ibuprofen und Paracetamol bei der Katze). Denn selbst wenn man mal davon absieht, dass idealerweise immer ein Tierarzt konsultiert werden sollte, um die Ursache der Verstopfung abzuklären, kann bei einer eigenmächtigen Behandlung sehr viel schief gehen.

Denn: Was bei uns gut funktioniert und gut verträglich ist, kann für unsere Hunde und Katzen sehr gefährlich sein!

Es gibt zwar Klistiere und Mikroklistiere aus der Humanmedizin, die bei unseren Haustieren häufig verwendet werden – aber eben auch welche, die schlimme Folgen haben können.

So werden bei uns Menschen beispielsweise Klistiere und Einläufe mit Phosphat (z.B. in der Form von Natriumdihydrogenphosphat oder Dinatriumhydrogenphosphat) verwendet, um Verstopfungen zu behandeln. Bei Hunden und Katzen können diese Mittel aber lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisungen zur Folge haben! Sie sollten also auf keinen Fall bei ihnen eingesetzt werden.

„Klassische“ Abführmittel zur Behandlung von Katzen und Hunden mit Verstopfung

Auch wenn Klistiere, Einläu