Verstopfungen sind bei Katzen leider keine Seltenheit – besonders mittelalte bis alte Katzen und v.a. Kater sind häufig betroffen. 

In vielen Fällen ist dieses Problem bei unseren Miezen harmlos und einfach zu beheben. Schwere oder andauernde Verstopfungen können im schlimmsten Fall aber schwere Komplikationen nach sich ziehen. Es gilt also rechtzeitig zu reagieren, wenn die eigene Katze betroffen ist!

Erfahren Sie hier, wie Sie eine Verstopfung bei Ihrer Katze erkennen, welche Ursachen und Probleme dahinterstecken können, wie sie behandelt wird, was es mit einem Megakolon auf sich hat und wie Sie im besten Fall verhindern können, dass es bei Ihrer Mieze (erneut) zu einer Verstopfung kommt.

Beschreibung

Im Allgemeinen spricht man von einer Verstopfung (Konstipation), wenn eine Katze nur selten und unter Schwierigkeiten und Schmerzen trockenen, harten Kot absetzen kann. Manche Katzen können allerdings auch gar keinen Kot absetzen.

In vielen Fällen ist eine leichte Verstopfung kein Drama – tatsächlich erleben viele Katzen irgendwann in ihrem Leben ein oder zwei solcher Verstopfungsepisoden. Die Ursache ist dann oft eine mangelnde Wasseraufnahme. Häufig ist das Problem in solchen Fällen gut zu behandeln oder löst sich sogar von alleine wieder.

Kann Ihre Katze allerdings länger als ein bis zwei Tage nicht koten oder hält die Verstopfung über mehrere Tage an, sollten Sie auf jeden Fall mit Ihrem Tierarzt sprechen. Denn erstens könnte ein ernsthaftes Problem hinter den Kotabsatzschwierigkeiten stecken und zweitens kann eine unbehandelte Verstopfung sonst immer schlimmer und schlimmer werden – und sogar bis hin zu einer dauerhaften Schädigung der Darmmuskulatur führen.

Was passiert, wenn man die Verstopfung nicht (rechtzeitig) behandelt?

Wie schon erwähnt, kann eine andauernde und/oder schwere Verstopfung schwere Komplikationen nach sich ziehen:

Die Verstopfung wird immer schlimmer

Bei einer Verstopfung bleibt der Kot länger im Dickdarm – was diesem mehr Zeit gibt, die Flüssigkeit förmlich aus dem Stuhl „herauszusaugen“ (also zu resorbieren). Der Kot wird dadurch immer fester und trockener. Ein Teufelskreis, denn dann ist es für die Katze noch schwieriger, ihn auszuscheiden.

Im Laufe der Zeit kann sich so immer mehr kompakter, harter Kot im Darm ansammeln (genauer gesagt im sog. Kolon = Grimmdarm, einem Teil des Dickdarms). Für die Katze wird es damit so gut wie unmöglich, den Kot von alleine wieder loszuwerden – und auch für den Tierarzt wird es immer schwieriger. Aufwendige und letztlich auch teurere Behandlungen und sogar Klinikaufenthalte können die Folge sein.

Sehr schwere Fälle von Verstopfungen, bei denen die Katzen nicht mehr selbstständig Kot absetzen können, sprechen dann teilweise auch gar nicht mehr auf Behandlungen an – Tiermediziner sprechen hier von Obstipation. Man geht in solchen Fällen davon aus, dass es bereits zu einem unwiderruflichen Funktionsverlust des Kolons gekommen ist. Eine chirurgische Entfernung des betroffenen Darmstücks kann dann die einzige Möglichkeit sein, der Katze dauerhaft zu helfen.

Achtung: Obwohl es nicht 100% korrekt ist, werden die Begriffe Konstipation und Obstipation in der Praxis teilweise auch als Synonyme verwendet oder um verschieden schwere Fälle von Verstopfung zu bezeichnen.

Systemische Auswirkungen

Je länger die Verstopfung anhält, desto größer können auch die Auswirkungen auf den gesamten Körper der Katze sein. Es kann zur Austrocknung (Dehydratation) und zu gefährlichen Veränderungen der Blutsalze (Elektrolyte) kommen.

Außerdem dehnen die großen Mengen Kot den Darm immer weiter aus. Der Druck auf die Darmwand wird also immer höher. Dadurch kann sie geschädigt werden. Als Folge können Bakterien oder von Bakterien produzierte Giftstoffe in den Körper übertreten (bakterielle Translokation bzw. Endotoxämie).

Diese Komplikationen können für Ihre Katze im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein oder sogar tödlich enden.

Megakolon – mögliche Folge und Ursache von Verstopfungen

Als Folge wiederkehrender und/oder sehr schwerer Verstopfungen kann es bei Katzen aber auch zu einem weiteren Problem kommen: zu einem sogenannten Megakolon.

Darunter kann man sich im Grunde genommen genau das vorstellen, was der Name andeutet: ein „megagroßes Kolon“. Der Dickdarm ist durch die Anstauung von massenhaft Kot krankhaft erweitert, der Durchmesser also stark vergrößert.

Häufig entsteht ein solches Megakolon, wenn eine Katze einen Beckenbruch hatte, dieser aber schlecht verheilt ist und dadurch eine Engstelle geschaffen hat. Normal geformter Kot passt dann nicht mehr durch das verengte Becken durch – und sammelt sich davor an.

Aber auch verschiedene andere Probleme, wie Nervenschäden, Darmtumore oder schwere, langanhaltende oder wiederkehrende Verstopfungen können zu einem solchen Megakolon führen.

Wenn die Situation rechtzeitig erkannt wird und das Hindernis bzw. Problem beseitigt wird, kann sich der Darm i.d.R. komplett erholen.

Hält der Zustand aber über längere Zeit an, kann der Darm durch die Überdehnung dauerhaften Schaden nehmen: er ist dann richtiggehend „ausgeleiert“ und die Muskulatur geschädigt. Dadurch schafft er es nicht mehr, sich ausreichend zusammenzuziehen und den Kot Richtung „Ausgang“ zu transportieren. Dauerhafte oder wiederkehrende Verstopfungen sind die Folge.

In den meisten Fällen (in fast 2 von 3 Fällen) entsteht ein Megakolon bei Katzen aber tatsächlich ohne dass man weiß wieso – man spricht dann von einem sog. idiopathischen Megakolon (idiopathisch = „ohne bekannte Ursache“). Die betroffenen Katzen leiden unter einem dauerhaften Funktionsverlust der glatten Darmmuskulatur im Kolon – wie es dazu kommt ist leider unbekannt. Auch in diesem Fall ist der Darm aber krankhaft erweitert und es sammelt sich ständig bzw. immer wieder Kot an.

Sowohl bei einem idiopathischen Megakolon als auch bei einem sekundären Megakolon, bei dem die Darmmuskulatur aufgrund der anhaltenden, schweren Verstopfung unwiderruflich geschädigt ist, ist eine chirurgische Entfernung des betroffenen Darmstücks fast immer die beste Möglichkeit, der Katze dauerhaft zu helfen. Meist haben die Samtpfoten dann zunächst ein paar Wochen lang Durchfall. Langfristig können sie damit aber i.d.R. sehr gut leben.

Symptome bei Katzen mit Verstopfung

Katzen, die unter einer Verstopfung leiden,

  • setzen nur selten oder gar keinen Kot ab
  • zeigen Schmerzen beim Kotabsatz bzw. beim Versuch, Kot abzusetzen
  • produzieren – wenn überhaupt – nur wenige harte, trockene Kotballen (teilweise außerhalb des Katzenklos zu finden)

Häufig gehen die betroffenen Katzen immer wieder ins Katzenklo, schaffen es aber trotz größter Anstrengung und Pressen nicht, Kot abzusetzen. Andere sitzen einfach längere Zeit im Klo, ohne die typische „Hockhaltung“ einzunehmen. Manche Samtpfoten scharren auch sehr viel im Klo oder drücken ihre Schmerzen beim Kotabsatz durch Miauen oder Jammern aus.

Gelegentlich tritt bei Katzen mit (länger anhaltenden) Verstopfung beim Kotabsatz auch eine Flüssigkeit aus dem After aus. Das kann dann den irreführenden Eindruck vermitteln, als hätte die Katze Durchfall statt einer Verstopfung. Dem ist aber meist nicht so – stattdessen handelt es sich um eine Flüssigkeit, die der Darm aufgrund der Reizung durch den harten, angestauten Kot produziert.

Bei manchen Katzen kann auch etwas Blut aus dem After austreten bzw. auf dem Kot zu finden sein.

In schweren oder länger anhaltenden Fällen können Katzen mit Verstopfung auch die folgenden Symptome zeigen:

  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Teilnahmslosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Klebrige Schleimhäute (als Folge einer Austrocknung)
  • Bauchschmerzen (erkennbar z.B. an Abwehrreaktionen oder Schmerzäußerungen beim Berühren des Bauches)

Achtung!

Manchmal ist es schwer zu unterscheiden, ob eine Katze erfolglos versucht zu koten oder vielleicht doch Urin abzusetzen. Beobachten Sie also gut, ob ihre Katze normal pinkeln kann – falls nicht, handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall! Ein Harnröhrenverschluss, z.B. durch Harnsteine oder eine Harnwegserkrankung könnte die Ursache für ihre Symptome sein!

Ursachen von Verstopfungen bei Katzen

Es gibt viele verschiedene Probleme, die zu einer Verstopfung bei Katzen führen bzw. dazu beitragen können:

Übersicht möglicher Ursachen für Verstopfungen bei Katzen

Umweltbedingungen und Verhalten

  • Probleme mit dem Katzenklo (verschmutzt, zu wenige Klos, falscher Ort, falsche Streu)
  • Schlechte Erfahrungen mit dem Katzenklo
  • Bewegungsmangel
  • Veränderungen im Haushalt/Alltag

Schmerzen

  • Im Anal-/Darmbereich
    • Analbeutelentzündung/-abszess
    • Verletzung oder Entzündung im Analbereich (z.B. Bisswunde)
    • Verletzung im Darm (z.B. durch Fremdkörper wie Knochensplitter, Fieberthermometer)
  • Arthrose und andere orthopädische Probleme (dadurch Schmerzen beim Hinhocken zum Kotabsatz oder beim Betreten des Katzenklos)

Austrocknung (Dehydratation)

Medikamente

  • Opioide (starke Schmerzmittel)
  • Entwässernde Medikamente (Diuretika)
  • Und viele mehr

Ernährungsbedingt

  • Übermäßige Fütterung von Knochen („Knochenkot“)
  • Übermäßige Fütterung von Ballaststoffen

Stoffwechselerkrankungen

  • Übergewicht
  • Kaliummangel im Blut (Hypokaliämie)
  • Kalziumüberschuss im Blut (Hyperkalzämie)
  • Ernährungsbedingte Überfunktion der Nebenschilddrüse (sekundärer alimentärer Hyperparathyreoidismus), z.B. bei reiner Fleischfütterung
  • Schilddrüsenunterfunktion (selten bei der Katze)

Neurologische Probleme

  • Nerven- und Rückenmarksverletzungen, z.B. als Folge eines Autounfalls oder von „Am-Schwanz-Ziehen“
  • Rückenmarkserkrankungen (wie z.B. Cauda equina-Syndrom)
  • Dysautonomie (siehe unten)

Engstelle/Hindernis im Darm

  • Fremdkörper im Darm (z.B. Haarballen, Knochen, Pflanzenmaterial, Plastik)
  • Narben im Darm (z.B. aufgrund vorangegangener Verletzungen oder Entzündungen)
  • Gut- oder bösartiger Tumor im Darm
  • Zubildungen, die den Darm von außen verengen; z.B. Tumore, Abszesse (abgekapselte Eiteransammlungen) oder Granulome (abgekapselte Entzündungsherde) in Darm-Nähe
  • Schlecht verheilter Beckenbruch
  • Anatomische Veränderungen, wie z.B. Perianalhernie („Dammbruch“)
  • After von außen durch eine Fellmatte (verfilztes Fell) „verschlossen“

Megakolon

  • Idiopathisches Megakolon (Stark erweiterter Dickdarmabschnitt ohne bekannte Ursache)
  • Sekundäres Megakolon aufgrund starker/anhaltender Dehnung des Dickdarms

Umweltbedingungen und Verhalten

Viele Katzen sind ziemlich sensibel, was das Katzenklo angeht. Fühlen sie sich dort nicht wohl oder sicher, kann es passieren, dass sie lieber gar nicht aufs Klo gehen – mit der Folge, dass es zu einer Verstopfung kommt.

Der Grund für ihre Abneigung kann sein, dass ihnen das zu Klo zu dreckig ist, es zu wenig Klos gibt, diese an ungeeigneten Orten stehen (z.B. wo es sehr unruhig oder laut ist) oder dass sie die verwendete Katzenstreu nicht mögen.

Manche Katzen suchen das Katzenklo auch nicht mehr auf, weil sie eine schlechte Erfahrung damit verbinden (z.B. Schmerzen beim Pinkeln oder Angriff durch eine andere Katze beim Verlassen des Klos).

Und schließlich kann auch Bewegungsmangel dazu führen, dass im Darm nichts mehr recht vorangeht und es zur Verstopfung kommt.

Schmerzen

Irgendwie verständlich: Wenn eine Katze beim Kotabsatz Schmerzen hat, wird sie versuchen, diese zu vermeiden – und den Kot lieber in sich behalten.

Ursache der Schmerzen können Erkrankungen im Afterbereich (wie z.B. Analbeutelentzündungen/-abszesse, Wunden im Analbereich) oder im Darm selbst sein (z.B. Verletzungen im Darm durch Knochensplitter aus dem Futter).

Aber auch Schmerzen in völlig anderen Körperregionen können dazu führen, dass Katzen keinen Kot absetzen. So sind z.B. Gelenkschmerzen durch Arthrose gerade bei älteren Katzen keine Seltenheit (auch wenn die Erkrankung oft lange unbemerkt bleibt). Diese können dazu führen, dass die betroffene Samtpfote aufgrund der Schmerzen nicht mehr gut ins Katzenklo reinkommt oder ihr die Einnahme der typischen „Hockposition“ wehtut.

Austrocknung (Dehydratation)

Leidet eine Katze unter einem Flüssigkeitsmangel, wird ihr Körper als „Gegenmaßnahme“ versuchen, möglichst viel Feuchtigkeit aus dem Darminhalt herauszuziehen. Dadurch wird der Kot trocken und fest – was dann zu einer Verstopfung führen kann.

Die Ursache der Austrocknung kann ganz einfach sein, dass die Katze zu wenig Flüssigkeit aufnimmt – nicht ungewöhnlich bei unseren trinkfaulen Miezen und v.a. an heißen Tagen ein Problem.

Es kann aber auch sein, dass der Körper zu viel Flüssigkeit verliert und deswegen austrocknet. Das kommt z.B. bei Erbrechen vor, aber auch bei Krankheiten, bei denen die Katze den Urin nicht mehr ausreichend konzentrieren kann und dadurch übermäßig oft und viel pinkelt (sog. Polyurie, z.B. bei chronischer Niereninsuffizienz, Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion).

Bei ausgetrockneten Katzen sind die Schleimhäute im Maul i.d.R. klebrig-trocken, die Samtpfoten können insgesamt auch etwas schlapp wirken.

Medikamente

Auch verschiedene Medikamente können zu einer Verstopfung führen, z.B. Opioide (starke Schmerzmittel) und Entwässerungsmedikamente (Diuretika).

Ernährungsbedingt

Knochen können – gerade bei Rohfütterung (BARF) – ein wichtiger Bestandteil der Katzenernährung sein und als Kalziumquelle dienen.

Zu viele Knochen im Futter können allerdings zum Problem werden. Irgendwann ist der Körper der Katze nämlich mit Kalzium „gesättigt“. Der Rest des Mineralstoffs wird nicht mehr aufgenommen, sondern verbleibt im Darm. Dieser Knochenmasse wird im Dickdarm dann Flüssigkeit entzogen – und es entsteht ein sehr fester, zement- bis steinartiger Kot, der sog. Knochenkot.

Knochenkot ist für Katzen (und Hunde) sehr gefährlich: im harmlosesten Fall führt er nur zu einer Verstopfung. Er kann den Darm aber auch komplett blockieren und zu einem Darmverschluss führen – ein absolut lebensbedrohlicher Notfall! Ein weiteres Problem: es können sich Knochensplitter in den harten Kot „einbacken“, nach außen ragen und dadurch den Darm schwer verletzen.

Knochenkot hat oft ein typisches Aussehen: er ist sehr hell – die Farbe kann von ockerfarben oder gräulich bis hin zu kreideweiß reichen – und hat eine trocken-krümelige bis steinartige Konsistenz.

Aber auch Ballaststoffe können nicht nur gegen Verstopfungen eingesetzt werden, sondern im Übermaß auch selbst für dieses Problem verantwortlich sein. Besonders hoch ist dieses Risiko bei Katzen, die zu wenig trinken. Aber auch Samtpfoten, bei denen die Darmmuskulatur bereits geschädigt ist (z.B. weil sie unter einem Megakolon leiden) sind sehr anfällig für Verstopfungen durch Ballaststoffe. Häufig erhalten diese Katzen deswegen auch ein bewusst ballaststoffarmes, hochverdauliches Futter.

Stoffwechselerkrankungen

Leider ist Übergewicht bei unseren Katzen heutzutage ein großes Problem. Dass das verschiedene Folgen – wie ein erhöhtes Risiko für Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) – haben kann, ist den meisten Tierbesitzern bewusst. Die betroffenen Vierbeiner leiden aber auch häufiger an Verstopfungen.

Verschiedene andere Stoffwechselstörungen, wie ein erhöhter Kalziumspiegel im Blut, ein Kaliummangel, eine Schilddrüsenunterfunktion (bei Katzen wesentlich seltener als beim Hund) oder eine ernährungsbedingte Überfunktion der Nebenschilddrüse (als Folge einer fehlerhaften Ernährung mit einem falschen Verhältnis zwischen Kalzium und Phosphat im Futter oder insgesamt zu wenig enthaltenem Kalzium; kann z.B. bei reiner Fleischfütterung vorkommen) können ebenfalls dazu führen, dass Katzen eine Verstopfung entwickeln.

Neurologische Probleme

Viele Nerven sind daran beteiligt, dass im Darm alles so funktioniert, wie es soll. Kommt es zu einer Schädigung oder Störung dieser Strukturen, kann der Darm z.B. in seiner Beweglichkeit eingeschränkt sein. Der Kot wird dann nicht mehr richtig weitertransportiert – und es kommt zur Verstopfung.

Solche Nervenschädigungen können die Folge von Unfällen oder Verletzungen sein (z.B. Autounfall, „Am-Schwanz-Ziehen“). Aber auch (degenerative) Erkrankungen des Rückenmarks, wie das sog. Cauda equina-Syndrom, können zu diesem Problem führen. Beim Cauda equina-Syndrom werden die aus dem Rückenmark austretenden Nervenwurzeln am Übergang der Lendenwirbelsäule zum Kreuzbein gequetscht. Diese Erkrankung tritt v.a. bei älteren Tieren auf und ist die Folge degenerativer Umbauvorgänge an den dort vorhandenen Strukturen, wie Wirbeln und/oder Bandscheiben.

Selten kann die Verstopfung bei Katzen auch Folge einer sog. Dysautonomie sein. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung ohne bekannte Ursache, bei der es zu einer Störung des vegetativen Nervensystems kommt, also der Anteile des Nervensystems, die die unwillkürlichen Körperprozesse, wie Verdauung, Tränenproduktion und Urinabsatz, steuern. Die betroffenen Katzen zeigen i.d.R. noch weitere Symptome, wie einen Vorfall des dritten Augenlids, erweiterte Pupillen, Harnabsatzstörungen und/oder Erbrechen.

Engstelle/Hindernis im Darm

Ist der Darm an einer Stelle verengt, staut sich der Kot davor an – und es kommt zur Verstopfung.

Dabei kann die Engstelle oder das Hindernis im Darm selbst liegen (z.B. Fremdkörper wie Haare bzw. Haarballen, Knochen oder Plastik; Narben aufgrund früherer Verletzungen; ein Darmtumor).

Andererseits kann der Darm aber auch von außen zusammengedrückt werden, z.B. durch einen schlecht verheilten Beckenbruch, einen Tumor, einen Abszess (eine abgekapselte Eiteransammlung) oder ein Granulom (ein abgekapselter Entzündungsherd).

Ähnliches passiert bei einem sog. Dammbruch (Perianalhernie). Hierbei fällt der Darm durch eine „Lücke“ in der Körperwand in den Afterbereich vor (er liegt dann mehr oder weniger direkt unter der Haut) und wird dort eingeklemmt.

Vor allem bei langhaarigen Katzen kann die Ursache aber sogar außerhalb des Körpers liegen: bei mangelnder Fellpflege können die Haare im Afterbereich verfilzen und im Lauf der Zeit eine richtige Fellmatte bilden. Diese kann so dicht sein, dass die Katze schlichtweg keinen Kot mehr absetzen kann – weil der After durch die Fellmatte verschlossen ist.

Megakolon

Wie oben schon beschrieben, kann es bei Katzen – ohne dass man weiß wieso – zu einer krankhaften Erweiterung des Kolons (also einem Teil des Dickdarms) kommen (idiopathisches Megakolon). Bei diesen Katzen liegt ein dauerhafter Funktionsverlust der glatten Muskulatur im Kolon vor, der Darm ist also wie „ausgeleiert“ und kann den Kot nicht mehr richtig weitertransportieren. Er sammelt sich deshalb immer wieder dort an und führt zur Verstopfung.

Ein Megakolon kann aber auch die Folge wiederkehrender, schwerer und/oder länger andauernder Verstopfungen sein.

Dann sollten Sie zum Tierarzt

Typischerweise setzen Katzen einmal pro Tag Kot ab. Legt Ihre Mieze mal einen Tag Pause ein, ist das in aller Regel kein Drama (solange es ihr sonst gut geht). Kann sie allerdings länger als 1-2 Tage nicht koten oder hält die Verstopfung mehrere Tage an, sollten Sie aber auf jeden Fall mit Ihrem Tierarzt sprechen.

Nicht abwarten, sondern sobald wie möglich Ihren Tierarzt kontaktieren, sollten Sie allerdings, wenn

  • Ihre Katze beim Kotabsatz offensichtlich Schmerzen hat,
  • es ihr insgesamt schlecht geht,
  • dem ausgeschiedenen Kot Blut anhaftet oder
  • sie weitere Symptome, wie Erbrechen, Bauchschmerzen oder Teilnahmslosigkeit zeigt (v.a. wenn diese plötzlich aufgetreten sind).

In einem solchen Fall könnte nämlich eine schwere oder sogar lebensbedrohliche Ursache hinter dem Problem stecken – wie z.B. ein Fremdkörper, eine (Darm)Verletzung oder ein lebensgefährlicher Darmverschluss!

Darmverschluss – ein absoluter Notfall!

Bei einem Darmverschluss ist der Darm komplett „dicht“ und unpassierbar. Das hat fatale Folgen für den Körper: unbehandelt wird der Darm irgendwann reißen und seinen Inhalt – also den Kot – in die Bauchhöhle ergießen. Eine Situation, die für die Katze leider meist tödlich endet. Ein Darmverschluss ist also immer ein absoluter Notfall, bei dem Sie sofort handeln sollten!

Die Ursache für den Darmverschluss kann sein, dass sich der Darm um sich selbst dreht oder ineinanderschiebt. Dadurch wird seine Blutversorgung abgeschnürt und er stirbt ab. Die Ursache kann aber auch im Inneren des Darms liegen. So kann er beispielsweise durch einen großen Fremdkörper oder Knochenkot blockiert sein.

Typischerweise sind die betroffenen Katzen in einem schlechten Allgemeinzustand, d.h. es geht ihnen offensichtlich schlecht. Meist zeigen sie auch noch weitere Symptome wie Erbrechen (teilweise wirkt das Erbrochene wie Kot), einen sehr schmerzhaften, hart gespannten und evtl. aufgeblähten Bauch, einen aufgekrümmten Rücken, Unruhe oder Teilnahmslosigkeit.

Übrigens: Wenn es Ihre Katze noch schafft, etwas Kot abzusetzen, schließt das einen Darmverschluss nicht völlig aus. Es könnte nämlich hinter der „Blockade“ (also Richtung After) noch etwas Kot im Darm gewesen sein.

Achtung Verwechslungsgefahr

Schauen Sie auch genau hin, ob das Problem wirklich der Kotabsatz oder vielleicht doch der Urinabsatz ist. Wenn Katzen nicht pinkeln können, handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall – ein Harnröhrenverschluss, z.B. durch Harnsteine, könnte die Ursache sein!

Untersuchungen und Diagnose bei Katzen mit Verstopfung

Zunächst wird der Tierarzt versuchen, möglichst viel über den Vorbericht der Katze zu erfahren: Wann haben die Probleme angefangen? Welche Symptome zeigt Ihre Katze? Gab es irgendwelche Veränderungen in ihrem Umfeld? Was bekommt Ihre Katze zu fressen? Erhält sie Medikamente?

Im Anschluss folgt eine allgemeine klinische Untersuchung. Beim Abtasten des Bauches fühlt der Tierarzt dann oft schon die dicken, festen Darmschlingen. Manchmal kann es allerdings schwer zu unterscheiden sein, ob es sich dabei um angestauten Kot oder z.B. um einen Tumor handelt.

Bei der klinischen Untersuchung wird sich der Tierarzt auch genau die Afterregion anschauen (finden sich Hinweise auf eine Entzündung oder Verletzung?) und überprüfen, ob die Katze ausgetrocknet ist.

Bei jeder Katze mit Verstopfung sollte anschließend eine sog. rektale Untersuchung durchgeführt werden. Hierbei werden der Enddarm und die umliegenden Strukturen mit einem durch den After in den Darm eingeführten Finger abgetastet. Für diese – etwas unangenehme – Prozedur ist es i.d.R. nötig, der Katze ein Beruhigungsmittel zu geben oder sie sogar in Narkose zu legen. Trotzdem ist die rektale Untersuchung unerlässlich, um Probleme mit den Analdrüsen, Engstellen durch Beckenbrüche, Fremdkörper, Tumore und verschiedene anatomische Veränderungen auszuschließen bzw. zu erkennen.

Weitere Untersuchungen

In manchen Fällen ist es sinnvoll – oder sogar nötig – noch weitere Untersuchungen durchzuführen. Ob und welche Zusatzuntersuchungen bei Ihrer Katze durchgeführt werden, hängt davon ab

  • in welchem Zustand sie ist
  • wie lange die Verstopfung schon besteht und wie stark sie ausgeprägt ist
  • wie häufig Ihre Katze unter Verstopfungen leidet (erste Episode vs. wiederkehrende Verstopfung)
  • welche Ursachen nach den bisherigen Untersuchungsergebnissen und dem Vorbericht Ihrer Katze am wahrscheinlichsten sind.

Eine Röntgenuntersuchung des Bauchraums und der Wirbelsäule kann dabei helfen, den Schweregrad der Verstopfung festzustellen, (schlecht verheilte) Brüche zu erkennen, Veränderungen der Wirbelsäule zu identifizieren (z.B. beim Cauda equina-Syndrom) oder Hinweise auf Tumore zu erhalten.

Eine neurologische Untersuchung – also eine Untersuchung der Reflexe, der Sensibilität und der Koordination des Körpers – kann wichtig sein, um Hinweise auf Nervenschädigungen zu erhalten.

Mithilfe einer Blutuntersuchung können Veränderungen wie ein erniedrigter Kalium- oder ein erhöhter Kalziumspiegel festgestellt werden. Sie kann aber auch Hinweise auf andere Erkrankungen geben, die möglicherweise zur Verstopfung geführt haben (z.B. chronische Niereninsuffizienz).

Gerade bei älteren Katzen kann eine orthopädische Untersuchung (also eine Untersuchung des Bewegungsapparats) sinnvoll sein, um z.B. Gelenkschmerzen durch Arthrosen zu erkennen.

Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums kann dabei helfen, Tumore und Entzündungsprozesse im Darm als auch außerhalb festzustellen. Im Rahmen dieser Untersuchung können u.U. auch Zellen aus den veränderten Bereichen gewonnen werden – und zwar mithilfe einer langen Nadel, die durch die Bauchdecke gestochen wird (das hört sich dramatischer an, als es ist). Werden diese Zellen dann untersucht (zytologische Untersuchung), kann die Art der Veränderung genauer bestimmt werden (Handelt es sich um eine Entzündung oder um einen Tumor? Und wenn es ein Tumor ist – ist er gut- oder bösartig?).

Besteht der Verdacht, dass es sich um Veränderungen im Darm selbst handelt, kann eine Endoskopie des Darms (Darmspiegelung) sinnvoll sein. Hierbei führt der Tierarzt eine schlauchförmige Kamera in den After der Katze ein. So kann er Veränderungen im Darm noch wesentlich besser erkennen als mit Ultraschall- oder Röntgenuntersuchungen.

Im Rahmen einer Darmspiegelung können auch Gewebestücke (Biopsien) für eine genaue pathologische Untersuchung entnommen werden – diese ist noch genauer als die zytologische Untersuchung.

Und schließlich kann auch ein sog. Kontrastmittelröntgen des Darms durchgeführt werden. Hierbei erhält die Katze einen Einlauf mit einem Kontrastmittel und wird anschließend geröntgt. Das Kontrastmittel sieht auf dem Röntgenbild ganz hell aus. Da es den Darm „auskleidet“, können damit Engstellen und Aussackungen im Darm dargestellt werden.

Behandlung von Verstopfungen bei Katzen

Bei Katzen, die unter einer Verstopfung leiden, hat die Behandlung immer zwei Ziele:

  1. Die Verstopfungs-Ursache zu beheben
  2. Die Verstopfung selbst zu lösen (also den Kot aus der Katze zu entfernen)

Behandlung der Verstopfungs-Ursache

Eigentlich versteht sich das von selbst: Wenn eine konkrete Ursache für die Verstopfung gefunden wurde, sollte diese – wann immer möglich – natürlich auch behandelt werden. Und auch Faktoren, die zum Problem beigetragen haben könnten, sollten nach Möglichkeit verbessert werden.

Wenn man also beispielsweise vermutet, dass die Katzenklosituation die Ursache gewesen sein könnte, sollte diese verbessert werden. Liegt eine Verletzung (z.B. eine Bisswunde) im Analbereich vor, muss diese medizinisch versorgt werden. Und bekommt die Katze Medikamente, die zur Verstopfung geführt haben könnten, sollte mit dem Tierarzt besprochen werden, ob man möglicherweise die Dosis reduzieren oder auf ein anderes Arzneimittel wechseln kann.

Behandlung der Verstopfung

Die Behandlung der Verstopfung selbst – das heißt, die Entfernung des angestauten Kots – hängt stark von deren Schweregrad, Dauer und Ursache ab.

Die Behandlung kann von sehr einfachen Maßnahmen, wie Steigerung der Wasseraufnahme, zusätzlicher Bewegung und Fütterung von Ballaststoffen, über verschiedene Abführmittel und Einläufe bis hin zur chirurgischen Entfernung des betroffenen Darmabschnitts reichen.

  • Erstmalige, leichte Verstopfung

    Ist es das erste Mal, dass eine Katze unter diesem Problem leidet und handelt es sich nur um eine leichte, erst seit kurzem bestehende Verstopfung, ist teilweise gar keine spezielle Behandlung nötig – die Verstopfung löst sich oft von selbst oder mit einfachen unterstützenden Maßnahmen (wie eine Steigerung der Wasseraufnahme, zusätzlicher Bewegung und evtl. einer Fütterung von Ballaststoffen).

  • Leichte bis mittelschwere und/oder wiederholte Verstopfung

    Wenn die Verstopfung hartnäckiger ist und/oder die Katze vorher schon mal das gleiche Problem hatte, ist es i.d.R. nötig einzugreifen. Die Katze sollte dann gut mit Flüssigkeit versorgt werden (ggf. mittels Flüssigkeitsgaben unter die Haut oder in die Vene) und dem Darm muss etwas „auf die Sprünge“ geholfen werden, z.B. mit einem Einlauf/Klistier, Abführmitteln und/oder Medikamenten, die die Darmmotorik anregen. Auch eine Fütterung von Ballaststoffen kann bei diesen Katzen sinnvoll sein (bei manchen aber auch eher schaden).

  • Schwerer Fall von Konstipation

    Leidet eine Katze unter einem schweren Fall von Konstipation, kann es nötig sein, sie für kurze Zeit beim Tierarzt bzw. in der Klinik unterzubringen. So kann sie ideal mit Flüssigkeit und Elektrolyten versorgt werden. Außerdem muss der festsitzende Kot meist mithilfe von (mehrmaligen) Einläufen unter Narkose – und ggf. gleichzeitiger „Darmmassage“ (von außen) – aus dem Darm entfernt werden.

  • Sehr schwere Verstopfung (Obstipation) und idiopathisches Megakolon

    In sehr schweren Fällen von Verstopfung, die nicht auf die gängigen Behandlungen ansprechen (Obstipation), und bei Katzen mit (idiopathischem) Megakolon ist die Therapie oft schwierig. Es kann eine Behandlung mit Medikamenten versucht werden, die die Darmmotorik anregen. Häufig bleibt schließlich aber nur, den betroffenen Darmabschnitt chirurgisch zu entfernen. Viele Katzen haben anschließend eine Zeit lang Durchfall, die meisten können langfristig aber sehr gut mit dem verkürzten Darm leben.

Mehr Informationen zur Behandlung

Falls Sie noch mehr über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und Medikamente (Abführmittel, Einläufe, Klistiere, Ballaststoffe) erfahren wollen: In unserem Artikel „Abführmittel bei Katze und Hund: Lactulose, Einläufe, Hausmittel und Co.erklären wir Ihnen genauer, welche Mittel zur Behandlung eingesetzt werden, wie Sie Ihre Katze mit einigen Maßnahmen und Hausmitteln bei einer Verstopfung unterstützen können und worauf Sie achten müssen, um die Situation nicht ungewollt noch zu verschlimmern.

Achtung:

In den wirklich allermeisten Fällen ist es keine gute Idee, zu versuchen, das Problem bei der Katze eigenständig zu lösen (außer evtl. bei einer leichten, erstmaligen Verstopfung durch Steigerung der Wasseraufnahme und zusätzlicher Bewegung). Je nach Schweregrad und Ursache der Verstopfung könnten Sie die Situation damit im schlimmsten Fall nämlich noch weiter verschlimmern – selbst mit scheinbar „harmlosen“ Hausmitteln wie Lactulose und Flohsamenschalen. Mehr Informationen dazu finden Sie im eben erwähnten Artikel „Abführmittel bei Katze und Hund: Lactulose, Einläufe, Hausmittel und Co.“.

Vorbeugung

Tatsächlich gibt es einige Maßnahmen, die dabei helfen können, das Risiko für Verstopfungen zu verringern – eine gute Idee vor allem bei Katzen, die älter sind oder sogar schon mal eine Verstopfung hatten!

Steigerung der Wasseraufnahme

Katzen, die nicht genug trinken, sind anfälliger für Verstopfungen. In dem Fall wird ihr Körper nämlich versuchen, möglichst viel Flüssigkeit aus dem Nahrungsbrei herauszuziehen – und das führt zu einem trockeneren, festeren Kot.

Aber nicht nur das Risiko für Verstopfungen steigt bei Katzen, die zu wenig trinken – auch das für andere Erkrankungen, wie Harnsteine, Blasenentzündungen und chronische Niereninsuffizienz, ist erhöht. Eine Steigerung der Wasseraufnahme ist also eigentlich bei (fast) allen Katzen eine gute Idee!

Nun sind unsere Miezen aber notorisch trinkfaul. Wie soll man sie also dazu bringen, mehr Flüssigkeit aufzunehmen?

Am einfachsten – und wirksamsten – ist tatsächlich der Wechsel von Trocken- auf Dosenfutter. So nimmt der Stubentiger ganz nebenbei deutlich (!) mehr Flüssigkeit auf. Wenn man das Feuchtfutter dann noch mit etwas Wasser mischt, verstärkt sich der Effekt sogar noch.

Ebenfalls sehr hilfreich: mehrere Wassernäpfe in der Wohnung verteilen. Denn je öfter die Katze über eine Trinkgelegenheit stolpert, desto öfter wird sie auch trinken.

Manche Katzen – vor allem, wenn sie gerne fließendes Wasser trinken – können auch durch spezielle Katzenbrunnen (wie z.B. den Lucky-Kitty Katzenbrunnen*) zu einer häufigeren Wasseraufnahme angeregt werden.

Man kann der Katze das Trinken im wahrsten Sinne des Wortes aber auch „schmackhaft“ machen, indem man ihr etwas verdünnte Brühe (ohne Zwiebeln, Lauch und Knoblauch) oder spezielle Katzendrinks* anbietet.

Sie wollen noch mehr zu diesem Thema erfahren? Dann lesen Sie hier weiter: 11 Tipps, wie Ihre Katze garantiert mehr trinkt!

Katzenklosituation optimieren

Viele Katzen sind heikel mit ihren Katzenklos. Stehen sie nicht an der richtigen Stelle, sind sie zu dreckig oder gibt es einfach zu wenig von ihnen, können sie von unseren Vierbeinern verschmäht werden. Eine Verstopfung, aber auch Unsauberkeit, kann dann die Folge sein.

Bei Katzen, die anfällig für Verstopfungen sind, gilt es also, die Katzenklo-Situation so ideal wie möglich zu gestalten. Wie das funktioniert und was Sie dabei beachten sollten, erfahren Sie hier!

Gerade bei älteren Miezen kann es mit den Katzenklos aber noch ein anderes Problem geben: möglicherweise haben sie einfach Schwierigkeiten, überhaupt hineinzukommen (z.B. aufgrund von Gelenkschmerzen). Ältere Katzen mit Verstopfungsproblemen könnten es Ihnen also danken, wenn Sie ihnen Klos mit einem niedrigen Einstieg zur Verfügung stellen.

Bewegung & Gewichtsabnahme

Sowohl Übergewicht als auch Bewegungsmangel sind Risikofaktoren für die Entwicklung von Verstopfungen. Wenn Ihre Katze also etwas zu viel Speck auf den Rippen hat, wird es Zeit dem entgegenzuwirken – einerseits mit einer Diät, andererseits aber auch mit viel Bewegung! So kümmern Sie sich auf einen Schlag um zwei Probleme, die zu Verstopfungen führen können.

Für die Diät verwenden Sie am besten ein Futter, das speziell für diesen Zweck gedacht ist. Die Methode „Friss-die-Hälfte“ hat nämlich zwei Nachteile: Erstens ist sie deutlich schwieriger durchzuhalten. Bei dieser Variante wird Ihre Katze nämlich ständig Hunger haben – und wer kann schon „Nein“ sagen, wenn er von seiner Katze mit großen Augen um Futter angebettelt wird?

Zweitens erhält die Katze bei dieser Methode nicht nur die Hälfte an Kalorien, sondern auch nur die Hälfte wichtiger Nährstoffe, wie Vitamine und Spurenelemente. Mangelerscheinungen könnten daher die Folge sein.

Mit einem speziellen „Abnehmfutter“ für Katzen haben Sie diese Probleme nicht. In diesem ist nämlich von vornherein weniger Energie enthalten, so dass Sie Ihrer Mieze eine normale Menge füttern dürfen. Häufig sind auch quellende Ballaststoffe enthalten, die einerseits für sich schon Verstopfungen entgegenwirken können, andererseits aber auch zu einer stärkeren Sättigung führen.

Sie können übrigens recht einfach zuhause herausfinden, ob Ihre Katze zu dick ist: Fahren Sie mit den Fingern über den Brustkorb ihrer stehenden Mieze. Sie sollten die Rippen als kleine Erhebungen spüren (aber nicht sehen) können. Von oben betrachtet sollten Sie außerdem eine schöne, eingezogene Taille erkennen. Wenn Sie die Rippen nicht spüren und keine Taille sehen, ist Ihre Katze leider zu dick.

Regelmäßig Bürsten

Wenn sich Katzen putzen, nehmen sie dabei eine ganz schöne Menge Haare auf – und die landen dann natürlich im Darm. Nicht gerade ideal, wenn sie sowieso schon Probleme mit Verstopfungen haben.

Indem Sie Ihre Katze regelmäßig bürsten, können Sie lose Haare entfernen, bevor Ihre Mieze das mit ihrer Zunge tut. Also bei allen Katzen, v.a. aber bei langhaarigen Samtpfoten, eine gute Idee!

Achten Sie bei diesen auch besonders darauf, dass im Pobereich keine verfilzten Fellplatten entstehen. Lässt sich Ihre Langhaarkatze dort nicht bei der Fellpflege helfen und neigt sie zu Verfilzungen, kann es sinnvoll sein, sie zumindest in diesem Bereich scheren zu lassen.

Futter mit Ballaststoffen

Bei Ballaststoffen handelt es sich um weitgehend unverdauliche, meist pflanzliche Futterbestandteile. Bekannte Vertreter sind z.B. Flohsamenschalen, Leinsamen, Weizenkleie oder Cellulose.

Bei Katzen, die zu Verstopfungen neigen, können Ballaststoffe im Futter dabei helfen, den Kot weich und geschmeidig zu erhalten. Als Quellmittel binden diese nämlich Wasser und halten den Kot so feuchter. Außerdem steigern sie das Kotvolumen, wodurch die Darmbewegungen angeregt werden.

Ballaststoffe können dem normalen Dosenfutter ganz einfach zugesetzt werden, z.B. in Form von Flohsamenschalen*, geschroteten Leinsamen* oder Weizenkleie* (teilweise müssen diese vorher noch quellen). Es gibt aber auch spezielles Fertigfutter, das schon einen hohen Anteil an Ballaststoffen hat.

Bei der Verwendung von Ballaststoffen sollten Sie allerdings einige Punkte beachten:

1) Sie sollten nur gefüttert werden, wenn die Katze gut hydriert, also mit ausreichend Flüssigkeit versorgt, ist. Ansonsten können sie nämlich nicht so gut wirken oder im schlimmsten Fall sogar selbst zu einer Verstopfung führen. Katzen, die Ballaststoffe erhalten, müssen also unbedingt dazu gebracht werden, genug Flüssigkeit aufzunehmen!

2) Auf die richtige Menge kommt es an. Handelt man nach dem Motto „viel hilft viel“, kann das Übermaß an Flohsamen, Leinsamen und Co sonst nämlich seinerseits zu einer Verstopfung führen! Also lieber vorsichtig beginnen und die Menge langsam steigern.

3) Nicht für jede Katze mit Verstopfungsneigung sind Ballaststoffe eine gute Idee – bei Katzen, die unter schweren Verstopfungen gelitten oder bereits ein Megakolon entwickelt haben, können sie sogar mehr schaden als nutzen. Bei diesen geht man nämlich davon aus, dass die Darmmuskulatur im Kolon geschwächt ist oder gar nicht mehr funktioniert. Ballaststoffe machen es den Darmmuskeln dann noch schwerer, den Kot Richtung Ausgang zu transportieren – Verstopfungen können als sogar noch gefördert werden! Um das zu vermeiden setzt man bei diesen Katzen tatsächlich oft eine besonders hochverdauliche, ballaststoffarme Diät ein.

Wir empfehlen Ihnen also, vor dem Einsatz von Ballaststoffen mit Ihrem Tierarzt Rücksprache zu halten, ob aus seiner Sicht etwas dagegenspricht.

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Quellen

22. Mai 2019

Von Dr. Iris Wagner-Storz