Ausbildung zum Trüffelhund: SPaß für Hund und HalterMit dem Hund spazieren zu gehen ist schön. Das Laub raschelt unter den Füßen, der erdige Geruch der Natur erfüllt die Luft, die Vögel singen ihre Lieder. Der Hund kann sich austoben und man selbst vom Alltag durchatmen.

Aber wäre es nicht toll, wenn ein Spaziergang gleichzeitig eine Schatzsuche wäre?

Bei einer Trüffelsuche mit Hund passiert genau das: man ist die ganze Zeit voller Spannung und Vorfreude! Gleichzeitig hat der Trüffelhund großen Spaß an der Aufgabe – eine prima Möglichkeit also, den Vierbeiner zu fordern und auszulasten!

Ich selbst habe vor einiger Zeit an einem Trüffelsuch-Seminar teilgenommen und fand es sehr spannend. Grund genug also, Ihnen hier von dieser außergewöhnlichen Beschäftigung für Hund und Halter zu berichten.

Ausbildung zum Trüffelhund: Lohnend für Hund und Halter!

Ein Trüffeljäger sieht die Natur mit anderen Augen: er hält Ausschau nach Stellen, an denen Trüffeln wachsen könnten, er nähert sich mit dem Hund – die Spannung steigt! Begeistert schnuppert der Trüffelhund um eine Eiche herum, läuft vorwärts, dreht wieder um, scharrt mit der Pfote in der Erde. Ein Fund! Schnell hin und nachschauen, was er erschnuppert hat. Vorsichtig ein bisschen graben – tatsächlich, schwarzes Gold! Der Hund hat eine Trüffel gefunden!

Wie? Sie glauben, das geht hier ja sowieso nicht, weil es in Deutschland und Umgebung keine Trüffeln gibt? Falsch gedacht. Denn was auch mir nicht klar war: auch bei uns ist der Boden voll von unterirdisch wachsenden, knollenartigen Pilzen der Gattung Tuber – echten Trüffeln also!

Zugegeben: die begehrten und teuren weißen Alba-Trüffeln oder schwarzen Périgord-Trüffeln wird man in Deutschland vergeblich suchen. Die geschmacklich etwas weniger intensiven, aber trotzdem sehr leckeren Burgunder- oder Sommertrüffeln (Tuber uncinatum) kommen hierzulande allerdings durchaus vor! Und mit einem Kilopreis von 400-800 € sind diese immer noch kulinarischer Luxus.

Wenn Sie Ihrem Hund die Trüffelsuche beibringen, könnte zukünftige Spaziergänge also mehr werden als nur Bewegung an der frischen Luft. Wäre das nicht toll? Der Hund hat Spaß und wird durch Nasenarbeit gefordert, dem Menschen winkt neben der Freude an der Suche sogar noch ein kulinarischer Hochgenuss.

Das Problem mit der Trüffelsuche in Deutschland

Blöderweise kommt jetzt allerdings ein großes „Aber“: die deutsche Gesetzgebung macht uns hier einen Strich durch die Rechnung. Aus dem Annahme heraus, dass Trüffeln in Deutschland (fast) ausgestorben sind, wurden sie unter Artenschutz gestellt – wer hierzulande entgegen dem Sammelverbot Trüffeln ausgräbt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Also aus der Traum von der Suche nach dem schwarzen Gold? Jein. Wenn Sie in der Schweiz oder in Österreich leben könnten Sie Glück haben. In Deutschland sollte man dagegen tatsächlich die Finger von der Trüffelsuche lassen.

Weil die Ausbildung zum Trüffelhund und die Nasenarbeit aber sehr viel Spaß machen, lohnt es sich trotzdem, den vierbeinigen Gefährten für die Trüffelsuche zu trainieren. Zur Schatzsuche können Sie dann zum Beispiel nach Österreich oder in die Schweiz fahren. Sie sollten hierbei allerdings unbedingt die Pilzsammelbestimmungen der einzelnen Kantone bzw. Bundesländer beachten.

Welche Hunde sind für die Ausbildung zum Trüffelhund geeignet?

Hier kommt eine gute Nachricht: jeder Hund kann lernen Trüffel aufzustöbern! Zwar gilt der Lagotto Romagnolo als „klassischer“ Trüffelhund, aber tatsächlich ist jede Rasse für die Trüffelsuche geeignet – selbst kurznasige Rassen wie der Mops.

Von Vorteil ist es, wenn Ihr Hund gerne spielt und mit der Nase arbeitet und keinen allzu stark ausgeprägten Jagdtrieb hat.

Wie trainiert man einen Hund für die Trüffelsuche?

Zunächst wird der Hund auf den typischen Trüffelgeruch konditioniert – das heißt, er muss lernen, dass es super ist, etwas mit Trüffelduft zu finden. Sie als Besitzer freuen sich dann und er kriegt eine ganz tolle Belohnung.

Sobald er Trüffelduft und Belohnung gedanklich verknüpft hat, folgt die Arbeit mit Duft-Attrappen: Gegenstände (z.B. Holzdübel) mit ein bisschen Trüffelöl werden im Gelände verteilt, später auch vergraben, und dann vom Hund gesucht. Jedes Mal, wenn er etwas findet, gibt’s eine Belohnung. Statt mit solchen Duft-Attrappen kann die Ausbildung auch mit echten Trüffelstückchen stattfinden – das geht aber verständlicherweise etwas ins Geld.

Das Prinzip ist also recht einfach – erfordert aber viel Geduld und Training. Erst nach vielen Monaten (oder sogar einem Jahr) ist ein Hund in der Lage Trüffel zuverlässig aufzustöbern. Das Training macht aber viel Spaß und ist ganz einfach in Spaziergänge zu integrieren – Holzdübel können Sie zum Beispiel einfach während des Laufens vor sich auf den Weg werfen. Und wenn der Hund sie nicht findet, ist das kein Problem: das Holz verrottet mit der Zeit einfach.

Was muss man für die Trüffelsuche wissen?

Nicht nur der Hund muss ausgebildet werden – auch Sie selbst als Hundebesitzer müssen einiges lernen, um erfolgreich nach den wertvollen Knollen suchen zu können. Denn damit der Hund die Trüffeln finden kann, müssen Sie ihn zur richtigen Zeit an die richtigen Orte bringen.

Dazu müssen Sie zunächst lernen, wann welche Trüffelart vorkommt, wie Sie die wichtigsten Arten unterscheiden können und wie der „ideale“ Trüffelstandort aussieht – also welche Bäume, Böden, Lichtverhältnisse etc. Trüffel benötigen, um zu wachsen.

So sind Burgundertrüffeln zum Bespiel oft unter Eichen, Haselnusssträuchern, Hain- und Rotbuchen zu finden – allerdings spielen viele weitere Faktoren eine Rolle. Die Burgundertrüffel mag es warm, feucht und halblicht – und Kalksteinboden soll es sein, bitteschön.

Wo kann man sich und seinen Hund zur Trüffelsuche ausbilden lassen?

Es gibt keine „offizielle“ Ausbildung – allerdings werden in Deutschland mittlerweile einige Kurse angeboten, in denen Mensch und Hund lernen, was es zu beachten gibt. Neben der Theorie (z.B. Naturschutz, rechtliche Bestimmungen, Erkennen des richtigen Standorts, Unterscheidung der Trüffelarten) werden dort gemeinsam mit dem eigenen Hund praktische Übungen durchgeführt.

Sehr zu empfehlen sind die Kurse von Passion Trüffel (www.passion-trueffel.de). Dort wird mit viel Fachwissen und auf sehr unterhaltsame Weise vermittelt, was es zu wissen gibt. Ich habe mit meiner Familie selbst an einem ihrer Kurse teilgenommen (inklusive sehr leckerem Trüffelkochkurs) und wir alle waren von der Erfahrung sehr begeistert! Da wir selbst keinen Hund haben – und Katzen nur begrenzt für die Trüffelsuche geeignet sind –, haben uns die Trainer netterweise ihre eigenen Vierbeiner für den Kurs ausgeliehen!

Vielleicht ist diese besondere Art des Hundetrainings ja auch etwas für Sie? Bestimmt steckt auch in Ihrem Vierbeiner ein Trüffelhund!

Ihre Dr. Iris Wagner-Storz

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