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Hundefutter mit Insektenprotein – hypoallergenes Futtermittel der Zukunft?

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///Hundefutter mit Insektenprotein – hypoallergenes Futtermittel der Zukunft?

Nicht nur in Asien gehören Insekten traditionell auf den Speiseplan vieler Menschen – in vielen Teilen der Welt gelten manche Insektenarten sogar als wahre Delikatesse. Wir Europäer tun uns mit der Vorstellung, Insekten zu essen, immer noch schwer. Dabei sind Insekten nicht nur eine hochwertige Proteinquelle, in Zeiten des Klimawandels sind sie auch ein äußerst umweltschonendes Lebensmittel. Denn bei der „Produktion“ stoßen Insekten kaum Treibhausgase aus und verbrauchen deutlich weniger Futter und Wasser als beispielsweise Rinder.

Bei uns Zweibeinern gehören Insekten zwar noch nicht zur alltäglichen Ernährung, doch bei unseren Vierbeinern sieht das schon etwas anders aus. Denn Hundefutter mit Insektenprotein gilt als hypoallergen und ist deshalb für futtermittelallergische Hunde eine echte Ernährungsalternative. Die wenigsten Hunde hatten bisher Kontakt zu Insektenprotein – und weil ein Hund nur gegen etwas allergisch sein kann, das er vorher schon einmal gefressen hat, reagieren die wenigsten Tiere allergisch auf Mehlwürmer und Co.

Kathrin Kühn, Sabrina Jaap und Dr. Ina Henkel; Gründerinnen von TeneTrio

Genau aus diesen Gründen bieten immer mehr Futtermittelhersteller hypoallergenes Hundefutter aus Insektenprotein an. Beim Besuch einer Messe haben wir die Gründerinnen von TeneTrio kennengelernt – ein junges StartUp aus der Nähe von Potsdam. TeneTrio produziert hypoallergene Hundeleckerlis mit Insektenprotein und ohne Weizen, Zucker, Zusatz- und Konservierungsstoffe. Das fanden wir so spannend, dass wir TeneTrio gebeten haben uns ein paar Fragen zu Insekten und ihren TenePops zu beantworten.

Unser Interview mit TeneTrio

fellomed:  Hundeleckerlis aus Insekten sind ja nicht ganz alltäglich. Wie seid ihr eigentlich auf die Idee gekommen so etwas herzustellen bzw. Insekten zu verwenden?

TeneTrio: Die Idee, Insekten nach Deutschland zu bringen und hier zu züchten und zu verarbeiten, kam Katrin und Ina während einer ihrer zahlreichen Dienstreisen, die sie als wissenschaftliche Mitarbeiterinnen am Institut für Ernährungswissenschaft der Uni Potsdam unter anderem nach Südostasien und Afrika brachten. Obwohl sie anfangs gar nichts mit essbaren Insekten zu tun hatten, kamen sie dort dennoch nicht um das Thema herum und probierten selbst auch zahlreiche Insektenarten und -gerichte in den verschiedensten Varianten aus. Schnell wussten sie, dass sie das enorme Potenzial von essbaren Insekten – vor allem in Hinblick auf die Nachhaltigkeit – auch in Deutschland nutzen wollten. Sabrina kam zum Team, als es darum ging, die Insektenidee konkret umzusetzen. Wir entschieden uns, unsere Insekten in Hundefutter/-leckerlis zu verarbeiten, da es auf dem Heimtierfuttermarkt viele Produkte gibt, deren Inhaltsstoffe nicht transparent deklariert sind. Oft enthalten Leckerlis Zucker oder Geschmacks- und Konservierungsstoffe, die Hunde krank machen können. Das wollten wir anders machen. Deshalb verarbeiten wir nur so viele Zutaten, wie wirklich nötig – in unserem ersten Produkt, den TenePops, sind das maximal drei.

Bürohund Fritz und die TenePops

Bürohund Fritz und die TenePops

fellomed:  Warum sind die TenePops in euren Augen besser als „normale“ Leckerlis aus Rind, Hühnchen und Co?

TeneTrio: Die TenePops beinhalten Mehlwürmer als alternative Proteinquelle. Mehlwürmer sind nährstoff- und vitaminreich und enthalten neben wertvollen Fettsäuren auch alle essentiellen Aminosäuren, die beim Aufbau von Proteinen im Körper wichtig sind. Rein von den Nährstoffwerten her lassen sich Insekten sehr gut mit herkömmlichen Proteinquellen, wie beispielsweise Rind und Huhn vergleichen, da die Mengen an Nähr- und Mineralstoffen in etwa dieselben sind. Worin sich essbare Insekten und unsere Mehlwürmer jedoch signifikant von Rindern, Hühnern und Co. unterscheiden, ist die Nachhaltigkeitskomponente. So verbrauchen Insekten in der Zucht nur einen Bruchteil an Wasser, Land und Futtermitteln, während sie gleichzeitig jedoch signifikant weniger CO2-Emissionen produzieren. Bei einer großen Tüte unserer TenePops (150g) sparen unsere Kunden somit 2,7kg Futtermittel, 1.340 Liter Wasser und 2,3kg Treibhausgase im Vergleich zu herkömmlichen Leckerlis.

fellomed:  Für welche Hunde sind eure Insekten-Leckerlis denn besonders gut geeignet? Und kann ich sie auch meinen Katzen geben?

TeneTrio: Die Pops sind prinzipiell für alle Hunde toll geeignet, egal welche Rasse oder Größe. Jeder Hund kann von den wertvollen Inhaltsstoffen der Mehlwürmer profitieren. Vor allem für Hundehalter, denen eine nachhaltige Ernährung ihrer Lieblinge besonders wichtig ist, sind unsere Leckerlis gut geeignet. Wir haben aber auch vegane und vegetarische Kunden, die ihre Hunde trotz ihrer eigenen Lebens- und Ernährungsweise nicht gänzlich ohne tierisches Protein ernähren wollen, aber ungern zu tierischen Proteinquellen von Säugetieren greifen. Auch für die Hunde dieser Kunden sind insektenbasierte Produkte eine tolle Alternative. Da unsere TenePops zudem nur aus einer Protein- und einer Kohlenhydratquelle bestehen, sind sie hypoallergen. Das heißt, allergiebelastete Hunde zeigen in der Regel keine Reaktion auf diese Produkte. Da wir Insekten verarbeiten, die als Proteinbasis noch neu sind und nicht so häufig verarbeitet werden, bedeutet das für die meisten Hundehalter, deren Hund eine Allergie auf zum Beispiel Rinderprotein hat, dass sie unsere Leckerlis als Ersatz für rindfleischbasierte Produkte füttern können. Da jedes unserer Pops weniger als 1 Kilokalorie beinhaltet, können diese auch ausgezeichnet bei Hunden mit Neigung zu Übergewicht oder adipösen Tieren eingesetzt werden.

Katzen haben eine andere Ernährungsphysiologie, was die Verarbeitung von Proteinen im Körper und den Bedarf an Nährstoffen anbelangt. Daher können die Pops nicht ohne weiteres auch an Katzen verfüttert werden. Prinzipiell ist aber die Fütterung von Insekten an Katzen unbedenklich und auch wir schließen nicht aus, in Zukunft auch Nahrungsmittel für Katzen auf den Markt zu bringen.

fellomed:  Woher kommen eigentlich die Mehlwürmer für die Hundeleckerlis? Züchtet ihr die selber?

Mehlwürmer

Mehlwürmer – ein gewöhnungsbedürftiger Anblick, aber nahrhaft und gut für die Umwelt

TeneTrio: Unsere Mehlwürmer kaufen wir momentan noch über einen deutschen Zulieferer ein und züchten sie danach selbst hier bei uns am Standort in Potsdam auf. Wir arbeiten aber am Aufbau der kompletten Zucht, damit wir auf keine Zulieferer angewiesen sind. Zurzeit stammen die Würmchen noch von Züchtern aus europäischen Nachbarländern und wachsen bei uns in Potsdam danach ein paar Wochen auf. Dabei bekommen sie nur das beste Futter, sodass wir genau wissen, was an Nährstoffen in den Würmchen steckt, bevor wir sie dann weiterverarbeiten und unsere Produkte herstellen.

fellomed:  Was waren die größten Schwierigkeiten, die ihr bei der Entwicklung der TenePops hattet?

TeneTrio: Bei der Entwicklung der TenePops kam es uns natürlich darauf an, dass es den Hunden schmeckt und gleichzeitig gut tut. Wir verzichten auf den Zusatz von Geruchs- und Geschmacksstoffen und unser Leckerli riecht nicht so „streng“, wie das bei manch anderen Produkten der Fall ist. Außerdem ist die luftige Konsistenz doch etwas anders, als das bei gepressten Kroketten häufig zu sehen ist. Einige der Testfresser mussten sich daran erst gewöhnen. Wir haben dann in zahlreichen Tests bei Hundeschulen eine Vielzahl an Rezepturen probiert, um herauszufinden, welche Sorte bei den Hunden am besten ankommt. Das zu stemmen ist in einem kleinen Team und geringen Kapazitäten häufig die größte Schwierigkeit. Die nächsten Herausforderungen für unser Team sind es nun, die Zucht unserer Mehlwürmer soweit voranzutreiben, dass wir genug eigenen Rohstoff produzieren können, um unsere Leckerlis herzustellen, ohne die Würmchen von anderen Zulieferern kaufen zu müssen. Außerdem arbeiten wir in einer Manufaktur und wollen natürlich immer eine gleichbleibende und hohe Qualität sicherstellen. Manchmal kann es jedoch passieren, dass unsere Produkte optisch etwas abweichen, aber auch das versuchen wir von Produktion zu Produktion zu optimieren. Gerade entwickeln wir mit Hochdruck neue Produkte und sind gespannt auf die Reaktionen unserer Testesser und Kunden.

Vielen Dank an TeneTrio für das Interview!

Hündin Rosalie mit TenePops

Hinweis: Für den Beitrag haben wir von TeneTrio keine finanzielle Gegenleistung erhalten, wir fanden einfach das Thema spannend und wollten darüber berichten. Allerdings haben wir von TeneTrio eine Probe der TenePops zugeschickt bekommen, daher die Kennzeichnung als Anzeige. Im Rahmen einer Kooperation ist auf dem Blog von TeneTrio auch ein Interview mit uns erschienen. 

2018-10-08T13:57:06+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.