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Plattenepithelkarzinom der Maulhöhle bei der Katze

Orales Plattenepithelkarzinom

///Plattenepithelkarzinom der Maulhöhle bei der Katze

Ein Plattenepithelkarzinom ist der häufigste bösartige Tumor in der Maulhöhle bei der Katze. Betroffene Katzen haben in der Regel leider eine schlechte Prognose, da diese Tumorart kaum auf Behandlung anspricht. Lesen Sie im Folgenden mehr zu den Symptomen, der Diagnose und den Risikofaktoren.

Orales Plattenepithelkarzinom (Katze): Zusammenfassung

  • Häufigkeit der Erkrankung: Selten

  • Schwere der Erkrankung: Sehr schwer

  • Vorkommen: V.a. bei älteren Katzen, aber Katzen aller Rassen und Altersstufen können erkranken

  • Ansteckungsgefahr: Nicht ansteckend für Tiere oder Menschen

  • Typische Symptome: nicht heilendes Geschwür in der Maulhöhle, übler Maulgeruch, Appetitlosigkeit, Schmerzen beim Öffnen des Mauls

  • Verlauf: Akut bis chronisch

  • Diagnose: Probenentnahme aus dem Tumor (Biopsie)

  • Behandlungsmöglichkeiten: Chirurgische Entfernung; palliative Behandlung

  • Prognose: Schlecht

  • Zuständige Spezialisten: Spezialisten für Tumor-/Krebserkrankungen (Onkologie)

Beschreibung

Die Haut der Katze ist, genau wie beim Menschen, aus mehreren Schichten aufgebaut. Die oberste Hautschicht (Epidermis) wird von einem sogenannten Plattenepithel gebildet. Dieses besteht aus vielen, dicht zusammengelagerten und fest verbundenen Zellen. Plattenepithelien bedecken den Großteil des Körpers und kleiden auch verschiedene innere Körperoberflächen aus, z. B. die Maulhöhle.

Das Plattenepithelkarzinom ist eine bösartige Krebserkrankung, bei der es zu einer Entartung des Plattenepithels kommt. Es ist die häufigste Krebsform im Maul der Katze und entwickelt sich meist an der Unterseite der Zunge, im Rachen oder den Mandeln (Tonsillen). Plattenepithelkarzinome wachsen an Ort und Stelle sehr aggressiv. Häufig greifen sie auch den darunterliegenden Knochen des Ober- und Unterkiefers an und lösen diesen zunehmend auf. Orale Plattenepithelkarzinome sind – auch mit Therapie – schwer zu kontrollieren, da es meist sehr schnell zu einem Nachwachsen des Tumors (Rezidiv) kommt. Eine Metastasierung, also Streuung des Tumors, in andere Organe ist eher selten, kann aber vor allem bei einem Plattenepithelkarzinom der Mandeln vorkommen. Dann sind meist die Lymphknoten oder die Lunge betroffen.

Ursachen und Risikofaktoren

Bei der Katze können verschieden Schadstoffe aus der Umwelt das Risiko für die Entstehung eines oralen Plattenepithelkarzinoms erhöhen. Durch ihr Putzverhalten nehmen die Tiere mit ihrer Zunge ständig eine große Menge solcher Stoffe aus dem Fell auf. Katzen. die ein Flohhalsband tragen, lecken beispielsweise beim Putzen die Wirkstoffe aus dem Fell ab. Untersuchungen konnten bei diesen Katzen ein fünffach erhöhtes Risiko für ein orales Plattenepithelkarzinom feststellen. Auch Zigarettenrauch, das Verfüttern von Dosenfutter oder Thunfisch aus Dosen können die Entwicklung eines oralen Karzinoms begünstigen.

Symptome eines oralen Plattenepithelkarzinoms

Das orale Plattenepithelkarzinom äußert sich als eine geschwürartige Wucherung in der Maulhöhle, die nicht abheilt. Die Oberfläche ist meist gerötet und offen. Der Tumor wird schnell größer und beeinträchtigt die Katzen oft bei der Futteraufnahme. Für die Tiere sind die Plattenepithelkarzinome in der Regel schmerzhaft, vor allem wenn der Knochen mit betroffen ist.

Neben dem nicht heilenden Geschwür im Maul fallen häufig folgende Symptome auf:

  • Unangenehmer Geruch aus dem Maul (Foetor ex ore)

  • Vermehrtes Speicheln (Hypersalivation)

  • Probleme bei der Futteraufnahme (Dysphagie)

  • Verminderter Appetit (Inappetenz)

  • Teilnahmslosigkeit (Apathie)

  • Gewichtsverlust

  • Blutungen aus dem Maul

  • Schmerzen beim Öffnen des Maules

Gelegentlich können durch die Zersetzung der Kieferknochen auch Zähne locker werden oder ausfallen.

Wann sollten Sie zum Tierarzt gehen?

Wenn bei der eigenen Katze Veränderungen in der Maulhöhle auffallen oder eines der beschriebenen Symptome auftritt, sollte das Tier möglichst zeitnah bei einem Tierarzt vorgestellt werden. Handelt es sich um einen bösartigen Tumor, kann ein zu langes Abwarten wertvolle Zeit kosten und die Prognose verschlechtern.

Einen Spezialisten für Krebserkrankungen (Onkologen) in Ihrer Nähe finden Sie hier.

Untersuchungen und Diagnose

Wird die Katze bei einem Tierarzt vorgestellt, stellt dieser zunächst einige Fragen um möglichst viel über die Krankengeschichte (Anamnese) des betroffenen Tieres zu erfahren. So wird er beispielsweise fragen, wann die Veränderungen im Maul das erste Mal aufgefallen sind, ob sie größer werden und ob noch weitere Symptome beobachtet wurden. Der Arzt wird danach eine gründliche klinische Allgemeinuntersuchung durchführen. Außerdem wird er die Maulhöhle genau anschauen. Das weite Öffnen des Maules ist für die meisten Katzen unangenehm und wegen des Tumors auch schmerzhaft. Damit die Maulhöhle aber gründlich untersucht werden und der Tierarzt auch weit hinten gelegene Veränderungen anschauen kann, ist in einigen Fällen eine kurze Narkose oder Beruhigungsspritze notwendig.

Nach der Untersuchung kann der Tierarzt manchmal einen ersten Verdacht äußern, eine Diagnose ist durch bloßes Anschauen aber nicht möglich. Aus diesem Grund ist eine Probenentnahme des veränderten Gewebes unerlässlich und sollte immer durchgeführt werden.

Mit Hilfe einer Biopsie kann in den allermeisten Fällen eine sichere Diagnose gestellt werden. Dabei wird während einer kurzen Narkose eine Gewebeprobe der veränderten Stelle entnommen und zu einem Pathologen geschickt. Dieser untersucht die Probe unter dem Mikroskop und kann so eine Entartung der Zellen feststellten.

Mit einer Röntgen- oder Computertomographie-Untersuchung des Kopfes kann festgestellt werden, ob und in welchem Ausmaß der Krebs den Kieferknochen befallen hat. Das ist vor allem für die Planung der Behandlung wichtig.

In einigen Fällen wird der Tierarzt eine Röntgenuntersuchung des Brustkorbes und eine Untersuchung der Lymphknoten empfehlen. Damit kann vor einer intensiven Therapie eine Streuung des Tumors in Lunge oder Lymphknoten ausgeschlossen werden.

Behandlung

Die Therapie des oralen Plattenepithelkarzinoms ist oft schwierig, weil der Tumor schnell wächst und die Kieferknochen befallen kann.

Generell ist die vollständige chirurgische Entfernung die Therapie der Wahl. Durch das schnelle und aggressive Wachstum des Plattenepithelkarzinoms ist das aber oft schwierig – vor allem wenn der Tumor bereits den Knochen befallen hat. Denn dann müssten große Teile des Kiefers entfernt werden. Kann der Tumor nicht vollständig entfernt werden, bleiben bösartige Zellen im Gewebe zurück. Ist das der Fall, wächst der Tumor in aller Regel schnell wieder nach (Rezidiv).

Eine Strahlentherapie – bei der die Tumorzellen durch ionisierende Strahlung abgetötet werden – ist beim oralen Plattenepithelkarzinomen nur selten erfolgreich. Der Tumor spricht in vielen Fällen leider nicht auf die Therapie an. Die bei der Strahlentherapie auftretenden Reaktionen auf der Haut, ähnlich eines stärkeren Sonnenbrandes, sind im Maulbereich außerdem schmerzhaft. Manchmal kann eine Strahlentherapie als Nachbehandlung bei einer Operation sinnvoll sein, um die verbliebenen Tumorzellen abzutöten.

Eine Chemotherapie wird bei oralem Plattenepithelkarzinomen nicht empfohlen, da sie bei oralen Plattenepithelkarzinomen kaum einen Effekt zeigt.

Kommt eine Operation als Behandlung nicht in Frage, kann mit Schmerzmitteln und Antibiotika zwar in der Regel die Lebensdauer nicht wesentlich verlängert, aber zumindest die Lebensqualität deutlich verbessert werden.

Prognose des oralen Plattenepithelkarzinoms

Die Prognose beim oralen Plattenepithelkarzinom der Katze ist leider schlecht. Durch das aggressive Wachstum ist eine vollständige Entfernung meist nicht möglich und der Tumor wächst schnell wieder nach. Selbst mit Therapie überleben die betroffenen Tiere meist nur wenige Monate bis ein Jahr.

Vorbeugung

Leider gibt es nach heutigem Wissensstand nichts was man tun kann, um die Erkrankung zu verhindern. Durch die Vermeidung von Risikofaktoren kann die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines oralen Plattenepithelkarzinoms vermindert werden. Bei manchen Risikofaktoren, wie beispielsweise Dosenfutter, ist das aber schwierig. Die reine Fütterung von Trockenfutter kann bei der Katze nämlich wiederum andere Erkrankungen – wie z.B. Harnsteine – fördern.

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Quellen

14. Juli 2018

Von Dr. Stefanie Mallmann

2018-10-27T19:57:25+00:00

Über den Autor:

Geboren in der Nähe von Passau habe ich von 2008 bis 2014 an der LMU München Tiermedizin studiert. Nach meinem Abschluss habe ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München (Thema: Auswertung eines neuartigen Allergietests) gemacht. Anschließend habe ich ein Jahr in der Onkologie gearbeitet. Die Arbeit mit krebskranken Tieren war zwar oft sehr traurig, aber ich habe dort viele tolle Tiere und ihre Besitzer kennengelernt. 2014 habe ich meine Mischlingshündin Lotta adoptiert – unseren süßen Bürohund.