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Wie kann ich erkennen, ob meine Hündin läufig ist?

Frage der Woche vom 24.06.2018

//Wie kann ich erkennen, ob meine Hündin läufig ist?

Frage:

Uns ist heute beim Gassi gehen aufgefallen, dass unsere Hündin sich öfters hinsetzt. Ihr Genitalbereich ist etwas geschwollen. Bekommt sie vielleicht ihre Tage? Wie kann ich denn erkennen, ob meine Hündin läufig ist?

Unsere Antwort:

Oft ist es gar nicht so leicht zu erkennen, ob eine Hündin läufig ist bzw. wird! Denn manchmal sind die Anzeichen – zumindest zu Beginn der Läufigkeit – eher unscheinbar und können leicht übersehen werden. Dabei ist es aber sehr wichtig die Symptome rechtzeitig zu erkennen – denn nur dann kann man Vorsichtsmaßnahmen treffen und so ungewollten Nachwuchs verhindern!

Typische Anzeichen einer beginnenden Läufigkeit (Vorhitze, Proöstrus) sind:

  • Häufiges Absetzen kleiner Mengen Urin (kleine Spritzer), manchmal sogar mit gehobenem Bein wie ein Rüde

  • Geschwollene Schamlippen (Vulva)

  • Fleischwasserfarbiger bis blutiger Ausfluss aus der Scheide

  • Attraktivität für Rüden, das heißt die Rüden (v.a. unkastrierte) sind sehr interessiert, beschnuppern die läufige Hündin ausführlich und wollen sie evtl. schon besteigen

  • Zu diesem Zeitpunkt bleibt die Hündin dabei aber i.d.R. noch nicht stehen, oft reagiert sie auch eher „zickig“

  • Sie zeigt möglicherweise einen stärkeren Spieltrieb, sucht mehr Kontakt zu Artgenossen (sowohl Hündinnen als auch Rüden) und versucht möglicherweise sogar selbst bei anderen Hunden aufzureiten

Typische Anzeichen der Hochphase der Läufigkeit (Standhitze, Östrus) sind dann:

  • Die läufige Hündin bleibt sie nun mit breiten Hinterbeinen stehen und hebt den Schwanz zur Seite, wenn ein Rüde sie besteigen will (daher der Name „Standhitze“)

  • Der Ausfluss wird weniger, heller und eher fleischwasserfarben

  • Die Schamlippen sind nicht mehr ganz so stark geschwollen

Auch Verhaltensänderungen werden bei läufigen Hündinnen oft beobachtet, so sind sie z.B. oft

  • Extrem anhänglich und wollen mehr gestreichelt werden als sonst

  • Unruhig und rastlos

  • Müde und schlapp

  • Ungehorsam und sie hören plötzlich nicht mehr auf den Besitzer

Achtung!

Oft denken Hundebesitzer nach der Vorhitze, dass die Läufigkeit bei Ihrer Hündin vorbei ist, weil die deutlichsten Symptome (wie die Blutung und die Schwellung der Schamlippen) zurückgehen. Das Gegenteil ist aber der Fall! Gerade dann steigt das Risiko für einen erfolgreichen Deckakt, weil läufige Hündinnen in dieser Zeit am fruchtbarsten und auch besonders empfänglich für Deckversuche sind! Genau zu diesem Zeitpunkt müssen Sie also besonders wachsam sein, um ungewollten Nachwuchs zu verhindern. Achten Sie dafür besonders darauf, wie sich Ihre Hündin Rüden gegenüber verhält.

Aber zurück zu Ihrer Frage: Die Symptome, die Sie beschreiben, könnten tatsächlich die ersten Anzeichen einer Läufigkeit sein. Allerdings gibt es auch noch andere Ursachen für einen geschwollenen Genitalbereich (z.B. eine Hautentzündung im Bereich der Schamlippen oder eine Entzündung der Vagina) und für häufiges Hinsetzen während dem Spazierengehen (z.B. Schwäche aufgrund einer Erkrankung, Schmerzen).

Wir würden Ihnen deswegen raten, Ihre Hündin genau zu beobachten: Zeigt sie noch weitere Anzeichen einer Läufigkeit (versuchen z.B. Rüden sie zu besteigen) und nimmt die Sache den typischen Verlauf, können Sie vermutlich ganz beruhigt sein.

Für eine sichere Aussage sollten Sie jedoch mit ihrem Tierarzt telefonieren – der kann mit Ihnen dann genau besprechen, ob bei Ihrer Hündin eine Untersuchung nötig ist.

Auf jeden Fall an Ihren Tierarzt wenden sollten Sie sich allerdings, wenn

  • Sie noch weitere Symptome beobachten, wie z.B. Erbrechen, Schmerzen, häufiges Absetzen großer Mengen Urin, stinkender u./o. eitriger Ausfluss aus der Scheide, gesteigerter Durst, ODER
  • sich die beobachteten Symptome in den nächsten Tagen nicht im Sinne einer Läufigkeit weiterentwickeln (zu den oben beschriebenen klassischen Symptomen, wie blutiger Ausfluss, Attraktivität für Rüden,…)

Mehr Informationen zur Läufigkeit der Hündin finden Sie übrigens hier, mehr zum Zyklus der Hündin allgemein können Sie dagegen hier nachlesen.

Sie möchten unseren Tierärzten gerne selber eine Frage stellen? Dann hier entlang!
2018-06-24T16:34:26+00:00

Über den Autor:

Als ursprüngliche Schwäbin bin ich 2007 nach München gezogen um Tiermedizin an der LMU zu studieren. Anschließend hab ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München geschrieben – über eine neue Art der Immuntherapie bei Hunden mit Umweltallergie. Meine Lieblingsbereiche sind die Dermatologie, die Innere Medizin und Infektionskrankheiten. Ich bin stolze Dosenöffnerin für meine beiden Miezen Nini und Clyde, liebe alle Tiere (Katzen aber natürlich besonders) und habe eine Schwäche für Kuchen.