Atemfrequenz bei Hund und Katze: was ist normal?

Die Atemfrequenz ist bei Hunden und Katzen ein sehr wichtiger und nützlicher Wert, mit dem Sie manchmal schon kleine Änderungen im Gesundheitszustand Ihres Tieres feststellen können. Und dabei ist sie auch noch sehr einfach zu bestimmen!

Welche Atemfrequenz ist bei Hunden und Katzen normal?

Die normale Atemfrequenz beträgt

  • Bei Hunden: 10 – 30 Atemzüge pro Minute
  • Bei Katzen: 20 – 40 Atemzüge pro Minute

Je entspannter die Tiere sind (z.B. im Tiefschlaf), desto näher am unteren Ende der Skala sollte die Frequenz liegen.

Der normale Bereich eines einzelnen Tieres kann allerdings ein bisschen anders ausfallen als oben angegeben. Am besten bestimmen Sie die Atemfrequenz immer mal wieder, wenn es Ihrem Hund bzw. Ihrer Katze gut geht – so erhalten Sie den besten Eindruck davon, was bei Ihrem Tier normal ist!

Wie kann ich die Atemfrequenz bei meinem Hund/bei meiner Katze bestimmen?

Am besten messen Sie die Atemfrequenz, wenn Ihr Hund bzw. Ihre Katze schläft oder zumindest ruhig daliegt, dann erhalten Sie den zuverlässigsten Wert.

Beobachten Sie, wie oft sich der Brustkorb hebt und senkt – einmal Heben und Senken ergibt einen Atemzug. Benutzen Sie eine Uhr oder ein Handy, um die Zeit zu messen, und zählen Sie 30 Sekunden lang die Atemzüge Ihres Hundes bzw. Ihrer Katze. Nehmen Sie das Ergebnis mal 2, um die Atemzüge pro Minute zu erhalten. Alternativ können Sie die Atemfrequenz auch gleich über eine Minute auszählen.

Was muss ich beachten, wenn ich die Atemzüge meines Hundes/meiner Katze zähle?

Es ist wichtig, dass Ihr Tier wirklich entspannt ist, während Sie die Atemzüge zählen. Es sollte sich nicht kurz vorher noch viel bewegt haben (z.B. durch Rumrennen) – denn dann kann die Atemfrequenz durch die Aktivität noch erhöht sein.

Katzen sollten während der Bestimmung der Frequenz außerdem nicht schnurren – denn wenn der innere Katzenmotor läuft, kann es sehr schwer sein, die Atemzüge zu erkennen.

Wenn Hunde hecheln, ist die Atemfrequenz ebenfalls nicht aussagekräftig. Warten Sie, bis Ihr Hund wieder normal atmet und zählen Sie erst dann. Wenn es sehr warm ist, kann es nötig sein, den Hund dazu an einen kühlen Ort zu bringen. Wenn Ihr Vierbeiner keinen guten Grund für das Hecheln hat (wie z.B. Hitze, Stress oder Aufregung), kann es allerdings auch ein Hinweis dafür sein, dass etwas nicht stimmt bzw. eine Erkrankung vorliegt.

Übrigens: Katzen hecheln wirklich nur in Ausnahmesituationen (z.B. bei sehr großer Hitze oder sehr großem Stress). Wenn Ihre Katze also hechelt wie ein Hund, sollten Sie misstrauisch werden und – falls Sie keinen offensichtlichen Grund dafür finden – Ihren Tierarzt kontaktieren!

Achten Sie beim Beobachten der Atmung auch auf Atemgeräusche, wie Pfeifen, Schnarchen, Rasseln oder Brodeln – solche Geräusche sind nicht normal und können auf eine Erkrankung hinweisen (Ausnahme: Schnarchen kann bei sehr kurznasigen Tieren leider „normal“ sein).

Wann kann die Atemfrequenz erhöht sein?

Es gibt viele Gründe, wieso die Atmung bei Ihrer Katze oder Ihrem Hund schneller sein kann als sonst (Tachypnoe). So ist es beispielsweise ganz normal, dass die Frequenz bei körperlicher Aktivität oder hohen Umgebungstemperaturen ansteigt.

Eine hohe Atemfrequenz kann aber auch ein Anzeichen ganz unspezifischer Symptome sein, wie z.B. Stress/Angst, Schmerzen oder Fieber. Weil diese Probleme oft schwer zu erkennen sind, kann eine schnelle Atmung ein erster guter Hinweis darauf sein!

Andererseits kommt eine erhöhte Atemfrequenz auch bei Erkrankungen der Atemwege (z.B. Lungenentzündung, Asthma), Herzerkrankungen, Erkrankungen in der Brusthöhle oder bestimmten Blutveränderungen (z.B. Blutarmut) vor.

Ist die Atmung Ihres Tieres über längere Zeit bzw. immer wieder – ohne ersichtlichen Grund (wie z.B. Hitze, Stress) – schneller als normal, sollten Sie Ihren Tierarzt kontaktieren.

Wann kann die Atemfrequenz erniedrigt sein?

Eine niedrige Atemfrequenz kann ganz normal sein, v.a. wenn Ihr Hund bzw. Ihre Katze schläft. Sofern es Ihrem Tier sonst offensichtlich gut geht, besteht i.d.R. kein Grund zur Sorge.

Wenn Ihr Hund/Ihre Katze allerdings sehr teilnahmslos ist, flach atmet, sehr matt wirkt oder weitere Symptome zeigt (wie z.B. Erbrechen, rote oder blasse Schleimhäute) könnte die erniedrigte Atemfrequenz auf einen Schock bzw. ein Atemversagen hinweisen – dann handelt es sich um einen Notfall!

In unsere Infografik haben wir die wichtigsten Werte für Sie zusammengefasst. Zum Anschauen einfach auf die Bildchen klicken.

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