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Katzen impfen: wann, was und wie oft? Unsere aktuellen Empfehlungen

///Katzen impfen: wann, was und wie oft? Unsere aktuellen Empfehlungen

Wann sollte man Katzen impfen lassen? Welche Impfungen brauchen Katzen wirklich? Muss man Katzen überhaupt impfen lassen? Und wie sieht es bei reinen Wohnungskatzen bzw. Hauskatzen aus? Diese Fragen beantworten wir hier!

Einleitung

Wir geben zu, dass das Thema Impfungen kompliziert ist – denn es kann kein allgemein gültiges „Schema F“ angegeben werden. Wann welche Impfungen bei einer Katze Sinn machen, hängt nämlich von vielen Faktoren ab: von den Lebensumständen einer Katze, ihrem Gesundheitszustand, ihrem Alter und so weiter.

Gerade bei Katzen stehen Impfungen außerdem teilweise in der Kritik: einerseits kann es in seltenen Fällen zu wirklich schweren Nebenwirkungen kommen (Stichwort: impfassoziiertes Fibrosarkom), andererseits wird uns Tierärzten vorgeworfen, viel zu häufig zu impfen.

Es ist vermutlich richtig, dass es unter den Tierärzten schwarze Schafe gibt, die nicht auf dem neusten wissenschaftlichen Erkenntnisstand arbeiten und häufiger impfen, als es nötig wäre. Trotzdem sollten Impfungen nicht grundsätzlich verteufelt werden. Stattdessen sollte der Grundsatz angewandt werden: So viel wie nötig, so wenig wie möglich!

Gegen was sollte man Katzen impfen – und wann?

Tabelle mit Impfempfehlungen bei der Katze – zum Vergößern anklicken.

Grundsätzlich unterscheidet man beim Impfen zwischen sogenannten „Core-Impfungen“ und „Non-Core-Impfungen“. Core-Impfungen („Kern-Impfungen“) sollten bei jeder Katze erfolgen, während Non-Core-Impfungen nur bei manchen Katzen oder in bestimmten Situationen sinnvoll sind.

Core-Impfungen: bei allen Katzen sinnvoll!

Die einzigen Core-Impfungen bei Katzen sind die gegen Katzenseuche (felines Panleukopenievirus) und Katzenschnupfen (genauer gesagt gegen zwei Katzenschnupfenerreger – das feline Herpesvirus und das feline Calicivirus). Alle Katzen sollten gegen diese Erreger geimpft sein!

In der Regel wird für diese Impfungen ein Kombinationsimpfstoff verwendet (RCP). Dabei steht das „R“ für das feline Herpesvirus (dieses wird nämlich auch Rhinotracheitis-Virus genannt), das „C“ für Calicivirus und das „P“ für Panleukopenievirus.

Die RCP-Impfung sollte wirklich bei allen Katzen erfolgen – egal ob sie nur im Haus bzw. in der Wohnung leben oder auch raus dürfen. Denn wir Menschen können die Erreger mit nach Hause bringen und die Katzen so infizieren.

Non-Core-Impfungen: nur bei manchen Katzen sinnvoll!

Zusätzlich können Katzen gegen Tollwut, „Leukose“/FeLV, Bordetella bronchiseptica und Chlamydia felis (zwei weitere Katzenschnupfenerreger) sowie „FIP“/felines Coronavirus geimpft werden. Diese Impfungen sind allerdings nicht bei allen Katzen nötig oder sinnvoll (Non-Core-Impfungen). Nur Katzen, die ein besonderes Infektionsrisiko haben, sollten gegen diese Erreger geimpft werden. Am besten besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt die Lebensumstände der Katze und entscheiden dann gemeinsam mit ihm, welche Impfungen vorgenommen werden sollten.

Grundimmunisierung und Wiederholungsimpfungen

Bei Impfungen wird außerdem zwischen der sogenannten Grundimmunisierung und den Wiederholungsimpfungen unterschieden. Die Grundimmunisierung beinhaltet i.d.R. die Impfungen im ersten Lebensjahr; sie baut einen grundsätzlichen Schutz gegen den Erreger auf. Mit den Wiederholungsimpfungen wird das Immunsystem dann regelmäßig an den Erreger „erinnert“, so dass der Immunschutz stabil bleibt.

Eine korrekte Grundimmunisierung ist die Voraussetzung für einen guten, lange bestehenden Schutz! Die Impfungen sollten also auf jeden Fall wie empfohlen durchgeführt werden!

Katzenseuche-Impfung – bei allen Katzen sinnvoll!

Die Katzenseuche (Feline Panleukopenie, Feline Parvovirose) ist eine hochansteckende und oft tödlich endende Krankheit bei Katzen. Sie wird durch das feline Panleukopenievirus (auch Parvovirus genannt) verursacht.

Bei manchen Katzen verläuft eine Infektion symptomlos oder höchstens mit leichtem Durchfall. Vor allem bei jungen Katzen kann die Erkrankung aber zu einer schweren Darmentzündung (Enteritis) und zur Zerstörung der Immunzellen der Katze führen. Ohne intensive Behandlung sterben dann 25-90% der erkrankten Katzen.

Typische Symptome einer akuten Katzenseuche sind Fieber, Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit sowie Erbrechen und Durchfall (beides kann blutig sein). Als Folge einer Blutvergiftung kann es dann auch zu einem sog. septischen Schock, zum Koma und schließlich zum Tod kommen.

Wenn sich ungeimpfte Kätzinnen während einer Trächtigkeit infizieren (oder wenn sich deren Kitten, also Katzenwelpen, in ihren ersten drei Lebenswochen infizieren), kann es bei den Katzenwelpen zu einer Sonderform der Erkrankung kommen: zur felinen Ataxie. Die betroffenen Kätzchen haben Koordinationsschwierigkeiten, zittern/wackeln und zeigen einen typischen, merkwürdigen Gang.

Parvoviren (bzw. Panleukopenieviren) werden v.a. mit dem Kot ausgeschieden und von der Katze oral (über das Maul) aufgenommen. Leider sind Parvoviren in der Umwelt sehr stabil und können vermutlich etwa 1 Jahr lang außerhalb von Katzen überleben. Aus diesem Grund stecken sich Katzen meistens an mit Erregern kontaminierten Gegenständen an (z.B. an Katzenklos, Käfigen, Näpfen, Spielzeug). Auch wir Menschen können den Erreger mit Schuhen und Kleidung in die Wohnung tragen. Deswegen sollten unbedingt auch reine Wohnungs-/Hauskatzen gegen Katzenseuche geimpft werden!

Die Impfung gilt als sehr wirksam, um Katzen vor Katzenseuche zu schützen.

Übrigens: Auch das Parvovirus von Hunden (canines Parvovirus) kann auf Katzen übertragen werden und zu einer Katzenseuche-Erkrankung führen. Die Impfung schützt Katzen allerdings auch gegen diesen Erreger.

Welche Katzen sollten gegen Katzenseuche geimpft werden?

Grundsätzlich sollten alle Katzen gegen Katzenseuche geimpft werden.

Wann sollten die Katzenseuche-Impfungen stattfinden?

Grundimmunisierung

Zur Grundimmunisierung werden Katzen erstmalig in der 6.-8. Lebenswoche gegen Katzenseuche geimpft („P“-Komponente in RCP-Impfstoffen). Danach erfolgen weitere Impfungen im Abstand von 3-4 Wochen. Die letzte dieser Impfungen sollte unbedingt in der 16. bis 20. Lebenswoche erfolgen (Bsp.: Impfung der Katze mit 8 Wochen, 12 Wochen, 16 Wochen bzw. mit 6, 10, 14, 20 Wochen).

Die häufigen Impfungen sind wichtig, weil Kitten bis zur 16. Lebenswoche noch sogenannte „maternale Antikörper“ haben können, also Antikörper von der Mutterkatze. Diese schützen Katzenwelpen in den ersten Lebenswochen vor einer Erkrankung. Sie können aber auch verhindern, dass eine Impfung wirkt.

Je mehr Antikörper ein Kitten von der Mama bekommen hat, desto länger dauert es, bis diese abgebaut sind und eine Impfung erfolgreich ist. Bei manchen Kätzchen endet der mütterliche Schutz schon in der 6. Lebenswoche, so dass sie sich in diesem jungen Alter bereits infizieren und auch erkranken können. Bei anderen Kitten sind die maternalen Antikörper dagegen erst nach 16 Wochen abgebaut.

Weil man bei einem Katzenwelpen nicht weiß, wie viele Antikörper es hat und wann der mütterliche Schutz vor der Erkrankung endet, impft man im Zeitraum zwischen der 6. und 16. Wochen mehrmals. Dadurch bekommt die Katze so schnell wie möglich einen Impfschutz, sobald der mütterliche Schutz endet – und die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung sinkt.

Mit 16 Wochen sollten alle maternalen Antikörper abgebaut sein. Erst dann weiß man sicher, dass eine Impfung wirkt. Deswegen sollte zu diesem Zeitpunkt auf jeden Fall noch mal geimpft werden.

Alternativ zu den vielen Impfungen können bei Kätzchen auch die Antikörpertiter (also die Menge der Antikörper im Blut) gemessen werden, um den optimalen Impfzeitpunkt abschätzen zu können. Wird zu diesem Zeitpunkt geimpft, reicht eine Impfung aus. Diese Antikörpertiter-Bestimmungen müssen allerdings bei jedem einzelnen Kitten aus einem Wurf stattfinden, weil sich deren optimale Impfzeitpunkte unterscheiden können.

Ein Jahr nach der ersten Impfung (also mit ca. 15 Monaten) erfolgt eine weitere Impfung – damit ist die Grundimmunisierung dann abgeschlossen.

Wiederholungsimpfungen

Zum Schutz gegen Katzenseuche werden aktuell Wiederholungsimpfungen im Abstand von 3 Jahren empfohlen.

Es konnte allerdings in Studien gezeigt werden, dass der Schutz bei vielen Katzen wesentlich länger anhält – manche Autoren gehen von etwa 7 Jahren aus. Wer seine Katze nicht unnötig oft impfen lassen will, kann mit einer Blutuntersuchung die Höhe des Impftiters (also die Menge der Antikörper im Blut) bestimmen lassen. Sind Antikörper vorhanden, muss keine Impfung erfolgen – denn eine Wiederholungsimpfung führt bei Katzen, die schon Antikörper gegen das Panleukopenievirus haben, zu keinem weiteren Anstieg der Antikörper – und damit auch nicht zu einem besseren Schutz.

Katzenschnupfen-Impfung – bei allen Katzen sinnvoll!

Katzenschnupfen ist eine Infektionskrankheit, die bei Katzen zu Atemwegsproblemen, Augenveränderungen sowie Haut- und Schleimhautgeschwüren (v.a. im Maul) führen kann. Obwohl so viele Katzen geimpft sind, stellt der Katzenschnupfen immer noch ein großes Problem dar – v.a. in Tierheimen, Katzenzuchten und bei streunenden Katzen.

Je nach Erreger und Immunstatus der Katze reichen die Folgen einer Katzenschnupfen-Infektion von leichten Symptomen bis hin zum Tod der Katze. Mögliche Symptome sind

  • Schnupfen-ähnliche Symptome wie Niesen und Nasenausfluss
  • Bindehautentzündungen, Augenausfluss, Augenkneifen, Augenentzündung (bis hin zur Erblindung)
  • Husten und Atemnot
  • Appetitlosigkeit und Fieber
  • Entzündung der Maulschleimhaut (Stomatitis)
  • Teilweise schwere Haut- und Schleimhautgeschwüre (z.B. blutige Geschwüre auf der Zunge, im Rachen, an den Lippen, im Gesicht)

Meistens stecken sich Katzen direkt bei anderen Katzen mit Katzenschnupfen an – die Überträgertiere müssen dabei nicht mal selber Symptome einer Erkrankung zeigen.

Allerdings kann die Ansteckung auch indirekt erfolgen und zwar durch Erreger, die an Gegenständen (z.B. Näpfen) oder Menschen anhaften. Dadurch ist Katzenschnupfen auch bei reinen Wohnungskatzen ohne Kontakt zu Artgenossen möglich.

Katzenschnupfen kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden. Die wichtigsten sind das feline Herpesvirus (FHV; auch Rhinotracheitisvirus genannt), das feline Calicivirus (FCV), Chlamydophila felis (ein Bakterium), Bordetella bronchiseptica (ebenfalls ein Bakterium) und Mykoplasmen (zellwandlose Bakterien).

Im Moment können Katzen nur gegen vier dieser Erreger geimpft werden – gegen Mykoplasmen gibt es leider noch keinen Impfstoff. Standardmäßig werden Katzen in Deutschland allerdings nur gegen das feline Herpesvirus und das feline Calicivirus (das „R“ und „C“ in RCP) geimpft. Eine Impfung gegen Chlamydien und Bordetellen wird nur bei besonders gefährdeten Katzen empfohlen.

Tatsächlich ist es so, dass Katzen trotz Impfung an Katzenschnupfen erkranken können. Trotzdem ist die Impfung – zumindest gegen das Herpes- und Calicivirus – sinnvoll und unbedingt zu empfehlen, denn sie schützt zumindest vor schweren Symptomen und einem möglicherweise tödlichen Verlauf!

Ein weiteres Problem bei der Impfung gegen das feline Calicivirus ist, dass der Erreger im Körper der Katze mutieren kann. Der dabei entstehende Erregerstamm kann dann v.a. bei erwachsenen Katzen zu einer sehr schweren, meist tödlich verlaufenden Erkrankung führen (virulent systemic feline calicivirus disease). Leider helfen unsere aktuellen Impfstoffe nicht gegen diese besondere Art von Calicivirus, so dass auch geimpfte Katzen erkranken können. Diese Verlaufsform ist jedoch sehr, sehr selten.

Welche Katzen sollten gegen Katzenschnupfen geimpft werden?

Grundsätzlich sollten alle Katzen gegen das feline Herpesvirus und das feline Calicivirus geimpft werden.

Wann sollten die Katzenschnupfen-Impfungen stattfinden?

Grundimmunisierung

Die Grundimmunisierung gegen Katzenschnupfen wird genauso durchgeführt wie die gegen Katzenseuche.

Wiederholungsimpfungen

Eine Wiederholung der Impfung mit den beiden Katzenschnupfen-Komponenten (Herpes- und Calicivirus, R- und C-Komponente in RCP-Impfstoffen) wird im Moment alle 1-3 Jahre empfohlen (abhängig von den Herstellerangaben). Da bei der Katze gilt: „je weniger Impfungen, desto besser“, sollte idealerweise ein Impfstoff gewählt werden, der für Wiederholungsimpfungen im Abstand von 3 Jahren zugelassen ist.

Möglicherweise sind (zumindest ältere) Katzen bei korrekter Grundimmunisierung genau wie bei der Katzenseuche länger als diese 3 Jahre vor den Erregern geschützt. Anders als beim Panleukopenievirus sagt die Höhe der Antikörper im Blut (also der Impftiter) aber leider nichts über den Schutz der Katze vor den Katzenschnupfen-Erregern aus – der Test eignet sich also nicht, um rauszufinden, ob eine Katze geimpft werden sollte oder noch vor Katzenschnupfen geschützt ist. Bis nähere Untersuchungen zur Dauer des Impfschutzes oder ein neuer Test zur Bestimmung des Impfschutzes vorliegen, sollte man also besser auf Nummer Sicher gehen und Katzen alle 3 Jahre gegen das feline Herpesvirus und Calicivirus impfen lassen.

Wichtig:

Eine Impfung gegen Katzenschnupfen schützt nicht sicher vor einer Erkrankung, d.h. auch geimpfte Tiere können Katzenschnupfen bekommen. Trotzdem sollten Katzen unbedingt (zumindest gegen Herpesvirus und Calicivirus) geimpft werden – denn die Impfung verhindert zumindest die Entwicklung schwerer Symptome und einen möglicherweise tödlichen Verlauf (ähnlich wie bei einer Grippeimpfung)!

Tollwut-Impfung – nur bei manchen Katzen sinnvoll!

Die Tollwut ist eine tödlich verlaufende Erkrankung, die alle Säugetiere treffen kann. Die Erkrankung ist also auch von Katzen und Hunden auf den Menschen übertragbar (es handelt sich um eine sog. Zoonose). Der typische Wirt und Überträger für die klassische Tollwut ist in Deutschland der Fuchs.

Seit 2008 gilt Deutschland als tollwutfrei. Allerdings bezieht sich dieses „tollwutfrei“ nur auf die klassische Tollwut. Daneben gibt es nämlich auch noch die Fledermaustollwut, die in Deutschland nach wie vor vorkommt. Auch mit diesem Tollwuterreger können sich Katzen, Hunde und Menschen infizieren. Eine weitere Ansteckungsgefahr geht von Tieren aus, die aus dem Ausland mitgebracht werden – denn nicht alle Länder sind tollwutfrei.

Insgesamt ist die Tollwut bei Katzen in Deutschland allerding extrem selten – seit 1996 konnte bei Katzen maximal ein Fall pro Jahr beobachtet werden.

Das Tollwutvirus befällt das Nervensystem und das Gehirn der Katze und führt nach einigen Tagen bis Monaten zum Tod der infizierten Katze. Typische Tollwutsymptome sind Verhaltensveränderungen (z.B. Aggressivität), Lichtscheue, Speicheln, Lähmungen und Krämpfe. Im Endstadium kommt es dann zu Koma und Tod.

Die Impfung gegen Tollwut bietet einen sehr guten Schutz vor einer Erkrankung.

Welche Katzen sollten gegen Tollwut geimpft werden?

Bei Freigängern gilt die Tollwut-Impfung ebenfalls als Core-Impfung. Wohnungs- bzw. Hauskatzen werden dagegen nicht mit dem Erreger in Kontakt kommen, so dass eine Impfung nicht nötig ist. Ausnahme: Bei Reisen ins EU-Ausland (z.B. in die Schweiz) bzw. für die Rückkehr in die EU ist eine Tollwut-Impfung teilweise Pflicht – auch wenn die Katze nur drinnen lebt. Wenn Sie also vorhaben, mit Ihrer Wohnungskatze zu reisen, kann eine Tollwutimpfung Sinn machen.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Freigänger-Katzen mit Tollwut-Erregern in Kontakt kommen, ist in Deutschland ebenfalls gering – und es gibt in Deutschland auch keine Pflicht, Katzen gegen Tollwut zu impfen. Allerdings gibt es einen guten Grund, warum eine Tollwutimpfung bei Freigänger-Katzen trotzdem empfohlen wird: Tollwutgeimpfte Katzen sind nach deutschem Gesetz nämlich bessergestellt. Wenn eine ungeimpfte Katze „aggressives“ Verhalten zeigt oder ihr vorgeworfen wird, Kontakt zu einem infizierten Tier gehabt zu haben, kann sie im schlimmsten Fall eingeschläfert werden. Denn leider ist es im Moment nicht möglich, einen Tollwutverdacht bei lebenden Katzen auszuschließen.

Wann sollten die Tollwutimpfungen stattfinden?

Zur Grundimmunisierung werden Katzen einmal ab der 12. Lebenswoche geimpft und dann nochmal nach 1 Jahr. Soll die Katze mit ins (EU-) Ausland reisen, kann eine weitere Impfung 3-4 Wochen nach der ersten Impfung sinnvoll sein (um die von manchen Ländern geforderte Impftiterhöhe zu erreichen).

Die Wiederholungsimpfungen finden dann alle (1-)4 Jahre statt. Auch hier sollten vorzugsweise Impfstoffe verwendet werden, die für Wiederholungsimpfungen alle 3 oder 4 Jahre zugelassen sind.

„Leukose“/FeLV-Impfung – nur bei manchen Katzen sinnvoll!

Die FeLV-Infektion (umgangssprachlich auch als „Leukose“ bezeichnet) ist eine sehr vielschichtige Krankheit, die leider nach wie vor die Todesursache vieler Katzen ist. Dabei können der Verlauf und die Symptome von Katze zu Katze sehr unterschiedlich sein. Manche Katzen stecken sich an, ohne zu erkranken, andere zeigen jahrelang keine Symptome und wieder andere Katzen entwickeln schwere Symptome oder Krebs.

Die wichtigste Folge einer FeLV-Infektion ist eine Immunsuppression (Unterdrückung des Immunsystems). Dadurch sind Katzen mit FeLV ähnlich anfällig gegenüber anderen Infektionskrankheiten wie Menschen mit HIV. FeLV-infizierte Katzen erkranken deswegen u.a. häufiger an FIP (feline infektiöse Peritonitis, s.u.) und Atemwegserkrankungen.

Eine FeLV-Infektion kann aber auch zu Blutarmut oder Blutgerinnungsstörungen führen sowie Autoimmunkrankheiten auslösen (dadurch kann es u.a. zu Augenentzündungen, Gelenksentzündungen oder zu einer Niereninsuffizienz kommen). Auch für Krebserkrankungen sind FeLV-erkrankte Katzen besonders anfällig (z.B. für bösartige Lymphome, Leukämie oder Fibrosarkome).

Leider gibt es bisher keine Möglichkeit, eine an FeLV erkrankte Katze zu heilen. Die meisten Katzen, die an FeLV leiden, sterben innerhalb von drei bis fünf Jahren, allerdings leben manche Katzen auch bedeutend länger. Eine FeLV-Infektion ist also kein Todesurteil.

Infizierte Katzen scheiden das Virus v.a. mit dem Speichel aus. Glücklicherweise überlebt es in der Umgebung nur einige Minuten lang. Deswegen ist die „Leukose“ eine typische Krankheit freundlicher Katzen, die in engem Kontakt mit anderen, FeLV-infizierten Artgenossen leben. Das Virus wird nämlich v.a. über gegenseitiges Beschnuppern, gemeinsam genutzte Näpfe und Katzenklos und gegenseitige Fellpflege übertragen. Allerdings ist auch eine Ansteckung durch Bisse und Kratzer von infizierten Katzen möglich.

Dabei sind junge Katzen deutlich anfälliger für eine Infektion und Erkrankung als ältere Artgenossen. Tatsächlich liegt bei älteren Katzen eine gewisse „Altersresistenz“ gegenüber FeLV vor.

Welche Katzen sollten gegen „Leukose“/FeLV geimpft werden?

Eine Impfung macht nur bei Katzen Sinn, die

  • ein hohes Risiko haben, sich mit FeLV („Leukose“) anzustecken (Freigänger; Katzen mit Kontakt zu Artgenossen, bei denen unklar ist, ob sie mit FeLV infiziert sind)

UND

  • sicher noch nicht mit FeLV infiziert sind – das heißt, vor der Impfung sollte die Katze auf FeLV getestet werden

Bei reinen Wohnungskatzen, die alleine oder immer mit denselben Katzen zusammenleben, kann also i.d.R. auf eine Impfung verzichtet werden.

Die Gefahr einer FeLV-Erkrankung ist in den ersten Lebensjahren einer Katze am größten. Gefährdete Katzen sollten deswegen vor allem in diesem Zeitraum besonders gut geschützt sein. Mit zunehmendem Alter nimmt das Risiko einer Erkrankung ab. Bei älteren Katzen (über 7 Jahren) kann deswegen meist auf weitere Impfungen verzichtet werden. Das sollte aber individuell mit dem Tierarzt besprochen werden (es kommt zum Beispiel darauf an, wie die Katze lebt und wieviel Kontakt sie zu anderen Katzen hat).

Achtung: Wie gut eine Impfung gegen „Leukose“ schützt, ist noch nicht abschließend geklärt. Wenn eine Katze vielen Leukämieviren ausgesetzt ist, scheint die Impfung allerdings nicht sicher vor einer Infektion zu schützen. Deswegen sollten FeLV-freie Katzen – auch wenn sie geimpft sind – nicht in einen Haushalt mit FeLV-infizierten Katzen gebracht werden (und andersrum).

Wann sollten die „Leukose“/FeLV-Impfungen stattfinden?

Zur Grundimmunisierung werden Katzen frühestens ab der 8. Lebenswoche (teilweise wird eine Impfung in der 16. Lebenswoche empfohlen) einmal geimpft, dann nochmal nach 3-4 Wochen und dann ein drittes Mal nach einem Jahr.

Die Wiederholungsimpfungen finden dann alle 3 Jahre statt (meist bis zum Alter von 7 Jahren).

Bordetella bronchiseptica-Impfung – nur bei manchen Katzen sinnvoll!

Das Bakterium Bordetella bronchiseptica (B. bronchiseptica) ist ein weiterer möglicher Erreger des Katzenschnupfens (für mehr Informationen siehe Katzenschnupfen-Impfung, Abschnitt „Was ist Katzenschnupfen?“). Genau wie bei den anderen Katzenschnupfenerregern schützt die Impfung eine Katze nicht vor einer Erkrankung – aber sie verringert die Symptome und klinischen Veränderungen.

Welche Katzen sollten gegen Bordetella bronchiseptica geimpft werden?

Eine Impfung macht nur bei Katzen Sinn, die viel Kontakt mit Artgenossen haben (z.B. Katzen, die manchmal in Tierpensionen untergebracht werden) oder aus Problembeständen stammen (z.B. Katzen aus Tierheimen oder Katzenzuchten, in denen es schon Erkrankungen mit B. bronchiseptica gab).

Wann sollten die Bordetella bronchiseptica-Impfungen stattfinden?

Eine Besonderheit der Impfung gegen Bordetellen ist, dass der Impfstoff nicht gespritzt, sondern in die Nase geträufelt wird.

Katzen sollten frühestens mit 4 Wochen geimpft werden (teilweise wird empfohlen, Katzen erst ab der 8. Lebenswoche gegen B. bronchiseptica zu impfen). Soll eine Katze z.B. vor dem Aufenthalt in einer Katzenpension geimpft werden, sollte die Impfung mindestens eine Woche davor stattfinden.

Der Schutz der Impfung hält dann ein Jahr lang und sollte dementsprechend ggf. jährlich wiederholt werden.

Chlamydia felis-Impfung – nur bei manchen Katzen sinnvoll!

Bei Chlamydia felis (C. felis) handelt es sich ebenfalls um ein Bakterium, das Katzenschnupfen auslösen kann (für mehr Informationen siehe Katzenschnupfen-Impfung, Abschnitt „Was ist Katzenschnupfen?“). Auch hier gilt, dass die Impfung nicht vor einer Erkrankung schützt, sondern nur die möglichen Symptome mildert.

Welche Katzen sollten gegen Chlamydien geimpft werden?

Bei der Impfung gegen C. felis gilt das gleiche wie bei Bordetellen: nur bei Katzen aus Problembeständen oder mit einem besonders hohen Infektionsrisiko wird eine Impfung empfohlen.

Wann sollten die Chlamydien-Impfungen stattfinden?

Katzen können ab einem Alter von 8-9 Wochen geimpft werden. Es finden zwei Impfungen im Abstand von 3-4 Wochen statt. Die Dauer des Impfschutzes beträgt dann 1 Jahr.

FIP-Impfung – nur bei wenigen Katzen sinnvoll!

Die FIP (feline infektiöse Peritonitis, auf Deutsch: ansteckende Bauchfellentzündung der Katze) ist eine leider unheilbare, tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Sie ist eine der häufigsten Todesursachen bei Katzen.

Katzen mit FIP können ganz unterschiedliche Symptome haben, weil die Krankheit zu Entzündungen in vielen verschiedenen Organen führen kann (v.a. Leber, Nieren, Darm, Nervensystem und Augen). Häufig zeigen erkrankte Katzen nur ganz unspezifische Symptome wie Fieber und Gewichtsverlust. Als deutlicher Hinweis für eine FIP gelten dagegen Körperhöhlenergüsse, also Flüssigkeitsansammlungen z.B. in der Bauchhöhle (Aszites) oder in der Brusthöhle (Thoraxerguss). Manchmal haben Katzen deswegen einen ganz dicken Bauch oder Atemnot.

Es kann allerdings auch zu Gelbsucht (Ikterus), neurologischen Symptomen (z.B. Zittern, Anfällen, ungleich große Pupillen) oder Augenentzündungen kommen.

Die meisten Katzen mit FIP sterben leider bereits einige Tage nach den ersten Symptomen. Manche Katzen leben allerdings auch noch mehrere Wochen bis Monate. Wie bereits erwähnt ist eine FIP nicht heilbar und führt letztlich immer zum Tod der Katze.

Auslöser der Erkrankung sind feline Coronaviren (FCoV). Allerdings führt nicht jede Infektion mit FCoV zu einer FIP-Erkrankung. Eigentlich sind Coronaviren nämlich recht häufige Erreger, die an sich nur milde bis mittelschwere Magen-Darm-Symptome auslösen.

Wenn sich Coronaviren in den Darmzellen vermehren, kann dabei aber etwas schiefgehen – so können beispielsweise einzelne Genabschnitte verloren gehen. Als Ergebnis kann ein mutiertes Virus entstehen, das viel aggressiver ist und aus dem Darm in den Körper eindringen kann. Nur ein solches, mutiertes Coronavirus kann eine FIP auslösen. Dieses Virus kann sehr wahrscheinlich nicht auf natürlichem Wege auf andere Katzen übertragen werden – das heißt, die FIP an sich ist eigentlich nicht ansteckend.

Allerdings haben Katzen, die sich oft oder ständig mit Coronaviren anstecken, ein höheres Risiko für eine FIP-Erkrankung – denn bei diesen Katzen vermehren sich im Darm ständig viele Coronaviren. Dadurch steigt auch die Wahrscheinlichkeit für eine Mutation des Erregers.

Deswegen haben Katzen aus Haushalten, in denen mehrere Katzen leben, ein besonders hohes Risiko eine FIP zu entwickeln – denn dort stecken sich alle immer wieder aneinander an. Auch eine Immunschwäche (z.B. durch Stress, Medikamente wie Cortison, Infektionen mit FeLV oder FIV, also „Katzenaids“) steigert die Wahrscheinlichkeit für eine FIP-Erkrankung.

Über die Hälfte aller Katzen mit FIP sind unter 12 Monate alt und etwa 70% jünger als 4 Jahre. Junge Katzen haben also ebenfalls ein erhöhtes FIP-Risiko.

Unmutierte Coronaviren werden v.a. mit dem Kot ausgeschieden. Andere Katzen stecken sich dann über die Nasen- oder Maulschleimhaut an. In der Umgebung überleben Coronaviren vermutlich etwa 2 Monate lang. Deswegen können sich auch reine Wohnungs- bzw. Hauskatzen an kontaminierten Gegenständen oder Menschen anstecken.

Wenn eine einzeln gehaltene Wohnungskatze an FIP verstorben ist, sollte deshalb drei Monate gewartet werden, bevor neue Katzen ins Haus kommen – so lässt sich das Risiko einer Coronavirus-Ansteckung der neuen Katzen minimieren.

Welche Katzen sollten gegen „FIP“ geimpft werden?

Im Moment ist es sehr schwierig, Empfehlungen für oder gegen eine „FIP“-Impfung bei Katzen zu geben.

Einerseits ist die FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) eine unheilbare, tödliche Erkrankung, bei der es natürlich toll wäre, wenn man Katzen durch eine Impfung schützen könnte. Andererseits ist bislang nicht klar, ob die Impfung überhaupt wirksam ist – und im allerschlimmsten Fall kann es bei inkorrekter Anwendung zu einer FIP-Erkrankung kommen.

Grundsätzlich muss gesagt werden, dass die Impfung eigentlich keine Impfung gegen FIP ist – sondern gegen das Feline Coronavirus (FCoV). Dieses Virus verursacht eigentlich eine relativ harmlose Magen-Darm-Erkrankung. Unter bestimmten Umständen kann FCoV allerdings im Körper der Katze zu einem sehr aggressiven Virus mutieren, welches dann die tödliche FIP-Erkrankung auslöst. Die Impfung findet jedoch gegen das unmutierte Coronavirus statt.

Wenn eine Katze geimpft werden soll, sollten mehrere Punkte beachtet werden:

  • eine Impfung macht – wenn überhaupt – nur dann Sinn, wenn eine Katze noch keine Antikörper gegen das feline Coronavirus hat. Denn nur dann kann die Wahrscheinlichkeit einer FIP-Erkrankung möglicherweise ein klein wenig verringert werden. Vor der Impfung sollte also unbedingt der Antikörperspiegel im Blut der Katze gemessen werden.
  • Es macht auch keinen Sinn, Katzen aus einem Haushalt zu impfen, in dem das feline Coronavirus bereits verbreitet (endemisch) ist oder in dem kurz vorher eine Katze an FIP gestorben ist.
  • Katzen unter 16 Wochen sollten nicht gegen „FIP“ geimpft werden, weil das Immunsystem noch nicht gut genug ausgebildet ist. Im schlimmsten Fall könnte das Impfvirus im Körper der Katze sonst mutieren und eine FIP-Erkrankung auslösen.
  • Bei Katzen, deren Immunsystem geschwächt ist, könnte möglicherweise das gleiche Risiko bestehen wie bei Kätzchen unter 16 Wochen.

Wann sollten die „FIP“-Impfungen stattfinden?

Wenn eine Katze geimpft werden soll, sollte nicht vor einem Alter von 16 Wochen begonnen werden. Der Impfstoff wird in die Nase eingegeben. Es finden zwei Impfungen im Abstand von 3 bis 4 Wochen statt. Danach werden vom Hersteller jährliche Wiederholungsimpfungen empfohlen, allerdings ist die Dauer des Impfschutzes tatsächlich noch nicht bekannt.

Welche Nebenwirkungen können bei Impfungen auftreten?

Allgemeine Krankheitssymptome

Die meisten Katzen vertragen Impfungen sehr gut. Genau wie Menschen können sie nach einer Impfung aber auch milde und vorübergehende, allgemeine Krankheitssymptome zeigen (z.B. verringerter Appetit, Schlappheit, Fieber). Das ist in gewisser Weise normal und darauf zurückzuführen, dass sich das Immunsystem – wie erwünscht – mit dem geimpften Erreger beschäftigt. Wenn diese Symptome länger als ein bis zwei Tage anhalten, sollten Sie allerdings mit Ihrem Tierarzt sprechen. Bei Impfungen gegen Katzenschnupfen kann es außerdem vorübergehend auch zu milden Schnupfensymptomen kommen (z.B. Niesen, Nasen- und/oder Augenausfluss).

Allergische Reaktionen

In seltenen Fällen kann es einige Minuten bis Stunden nach einer Impfung zu einer allergischen Reaktion kommen – die betroffenen Tiere können dann u.a. Erbrechen, Durchfall, Schwellungen im Gesicht oder Atemprobleme zeigen. Suchen Sie in einem solchen Fall sofort einen Tierarzt auf.

Impf- oder Injektionsassoziierte Fibrosarkome

Eine mögliche „Nebenwirkung“, die bei vielen Katzenbesitzern zu einer gewissen Angst vor Impfungen führt, ist die Entwicklung eines sogenannten Injektions-assoziierten Fibrosarkoms. Dabei handelt es sich um einen bösartigen Tumor (Krebs), der Monate bis Jahre nach einer Impfung (bzw. jeder Injektion) an der Stelle entstehen kann, wo die Katze gespritzt wurde. Ein Fibrosarkom äußert sich als fester, höckeriger Knoten unter der Haut. Die Prognose bei einem Fibrosarkom ist auch bei umfassender chirurgischer Entfernung des Tumors und seiner Umgebung vorsichtig bis schlecht.

Das Fibrosarkom ist also tatsächlich eine sehr schwere und ernste mögliche Nebenwirkung. Trotzdem sollte man als Katzenbesitzer nicht völlig auf Impfungen verzichten – denn das Risiko, dass eine ungeimpfte Katze an einer schweren Infektionskrankheit stirbt, ist immer noch deutlich höher als das Risiko eines Fibrosarkoms!

Dagegen ist es absolut gerechtfertigt bei jeder Non-Core-Impfung abzuwägen, wie wahrscheinlich es ist, dass sich eine Katze ansteckt und ob vielleicht auf eine Impfung verzichtet werden kann. Denn beim Impfen von Katzen gilt der Grundsatz: so viel wie nötig, so wenig wie möglich! Welche (und wie viele) Impfungen bei einer Katze Sinn machen, hängt von ihrem Gesundheitsstatus, ihrem Alter und ihren individuellen Lebensumständen ab und sollte mit dem Tierarzt besprochen werden.

Manche Experten vermuten, das bei Impfungen gegen Tollwut und „Leukose“ (FeLV) ein besonders hohes Risiko für die Entwicklung von Fibrosarkomen besteht. Auch Impfstoffe mit Adjuvantien (Hilfsstoffe, die die Wirksamkeit von Impfstoffen mit abgetöteten Erregern erhöhen) stehen im Verdacht, eher zu Fibrosarkomen zu führen als Adjuvans-freie Impfstoffe.

Wenn Sie bei Ihrer Katze einige Tage nach der Impfung einen kleinen Knubbel oder Knoten an der Impfstelle feststellen, ist das erst mal kein Grund zur Beunruhigung. In der Regel handelt es sich um eine völlig harmlose Entzündungsreaktion, die von alleine wieder weg geht. Wenn der Knoten allerdings weiterwächst und/oder nach ein bis zwei Monaten immer noch vorhanden ist, sollte er bald von einem Tierarzt untersucht werden.

Mehr Informationen zum Injektions-assoziierten Fibrosarkom finden Sie übrigens auch hier.

Was sollte beim Impfen von Katzen beachtet werden?

Nur gesunde Katzen impfen

Wenn Katzen schon vor einer Impfung kränklich sind, kann es bei einigen Impfstoffen passieren, dass sie nach der Impfung erst richtig erkranken – entweder an der Krankheit, gegen die sie geimpft wurden, oder an der Erkrankung, mit der sich ihr Körper bereits vor der Impfung beschäftigt hat. Deswegen sollten grundsätzlich nur gesunde Katzen geimpft werden. Wenn Ihre Katze vor einem Impftermin schlapp wirkt, Durchfall hat o.ä., sollten Sie mit Ihrem Tierarzt sprechen und den Termin ggf. verschieben.

Wahl der Impfstelle

Weil Katzen als Reaktion auf die Impfung ein bösartiges Fibrosarkom entwickeln können, sollte die Injektionsstelle mit Bedacht gewählt werden. Die beste Behandlungsmöglichkeit besteht nämlich darin, den Tumor sehr, sehr weiträumig zu entfernen – das heißt, je mehr Gewebe um den Tumor herum weggeschnitten werden kann, desto besser ist die Chance auf eine Heilung.

Früher wurde oft in die Nackenfalte oder zwischen den Schulterblättern gespritzt. Davon ist heute unbedingt abzuraten, weil eine weiträumige Tumorentfernung dort praktisch unmöglich ist. Heute wird eine Impfung unter die Haut der unteren Hinterbeine, der Flanke oder des Schwanzes empfohlen.

Wahl des Impfstoffs

Wie bereits erwähnt, führen Impfstoffe, die sogenannte Adjuvantien enthalten (Hilfsstoffe in Impfungen, die bei Impfstoffen mit abgetöteten Erregern die Wirkung verstärken; z.B. Aluminiumhydroxid), öfter zu Fibrosarkomen als Adjuvans-freie Impfstoffe. Als gesichert gilt dieser Zusammenhang allerdings nicht. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kann seinen Tierarzt beim Impfen aber um einen Adjuvans-freien Impfstoff bitten.

Ebenso gibt es Hinweise, dass Lebendimpfstoffe (also Impfstoffe mit abgeschwächten oder veränderten, nicht krank-machenden, aber lebenden Erregern) zu einem schnelleren, besseren und länger anhaltenden Schutz führen als Impfstoffe mit abgetöteten Erregern. Leider gibt es nicht für alle Erreger Lebendimpfstoffe. Wenn es einen Lebendimpfstoff gibt, wird allerdings empfohlen, diesen auch zu verwenden – zumindest, wenn nichts gegen deren Anwendung spricht (z.B. Trächtigkeit oder Immunschwäche der Katze).

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Quellen

10. März 2018

Von Dr. Iris Wagner-Storz

2018-10-27T21:06:53+00:00

Über den Autor:

Als ursprüngliche Schwäbin bin ich 2007 nach München gezogen um Tiermedizin an der LMU zu studieren. Anschließend hab ich meine Doktorarbeit in der Dermatologie der Medizinischen Kleintierklinik München geschrieben – über eine neue Art der Immuntherapie bei Hunden mit Umweltallergie. Meine Lieblingsbereiche sind die Dermatologie, die Innere Medizin und Infektionskrankheiten. Ich bin stolze Dosenöffnerin für meine beiden Miezen Nini und Clyde, liebe alle Tiere (Katzen aber natürlich besonders) und habe eine Schwäche für Kuchen.